Produktbild: Schwindende Welt

Schwindende Welt Roman

11

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

11095

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.08.2025

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

267

Maße (L/B/H)

21,9/13,4/2,7 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Schwarz / Rubin

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

消滅世界 Shōmetsu sekai

Übersetzt von

Ursula Gräfe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04244-8

Beschreibung

Rezension

»Scharfsinnige Kritik an der Konsumgesellschaft. [...] ein durchaus politisches Statement.« Renzo Wellinger ("kulturtipp")
»regt zum kritischen Nachdenken über Reproduktionstechnologien, aber auch über gesellschaftliche Normen von Liebe, Sexualität und Familie an« Taleo Stüwe ("GID Magazin")
Eine klare Leseempfehlung für alle, die experimentelle, gesellschaftskritische Literatur mögen und bereit dazu sind, sich auf diesen [...] futuristischen und doch [...] unerwartet realistischen Roman einzulassen. ("Instagram")
»ein literarisches Gedankenexperiment, das mit radikaler Konsequenz vorführt, wie tief unsere Vorstellungen von Intimität und Norm in gesellschaftliche Machtstrukturen eingebettet sind.« Pascal Moser ("WOZ - Die Wochenzeitung")
»[Muratas] Darstellung der Sexualität als archaische Praxis aus der Vergangenheit regt zum Staunen und Lachen an.« Sabine Scholl ("der Standard")
»Ein verstörendes Buch, dessen Inhalt womöglich gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt.« Linda Stift ("Die Presse")
»Sayaka Murata hat mit ›Schwindende Welt‹ einen der aufregendsten Romane des Herbsts veröffentlicht.« Pascal Moser ("Aargauer Zeitung")
»Der grossartige Roman [...] verdichtet das Kontrollbedürfnis und die Vereinzelung in der heutigen Gesellschaft zu einer kühnen Dystopie über das Leben und Lieben als Mensch.« Anna Kardos ("Neue Zürcher Zeitung am Sonntag")
»Ein Roman, der verstört, berührt und noch lange nachhallt. Mich hat das Buch noch lange zum Nachdenken gebracht und zum Austausch mit anderen geführt.« ("Literaturblog")
»Das alles ist amüsant und irritierend und stellt die spannende Frage: Wozu lieben wir?« Christine Ellinghaus ("emotion")

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Verkaufsrang

11095

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.08.2025

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

267

Maße (L/B/H)

21,9/13,4/2,7 cm

Gewicht

429 g

Farbe

Schwarz / Rubin

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

消滅世界 Shōmetsu sekai

Übersetzt von

Ursula Gräfe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-04244-8

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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  • Bewertung

    Book Circle Community

    5/5

    07.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Fortpflanzung ohne Sex – die neue Normalität

    Mit Schwindende Welt legt Sayaka Murata ihren dritten auf Deutsch erschienenen Roman vor. Und wieder zieht sich das Thema wie ein roter Faden durch ihr Werk: Was ist eigentlich „normal“? Diesmal steht nicht nur eine Außenseiterin im Zentrum, sondern eine ganze Gesellschaft. Amane lebt in einer Welt, in der Sex, Liebe und Familie radikal neu gedacht sind. Kinder entstehen durch künstliche Befruchtung oder sogar in männlichen Gebärmüttern. Ehen sind Zweckgemeinschaften, nicht Orte für romantische Gefühle. Verlieben darf man sich – aber am liebsten in Comicfiguren oder Filmheld*innen. Das, was für uns völlig unvorstellbar scheint, ist hier das Normale. Gerade das fand ich so faszinierend: Murata zeigt mit großer Konsequenz, dass Normalität nichts Festes ist, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt. Was heute selbstverständlich erscheint, kann morgen schon Abweichung sein – und umgekehrt. In dieser Welt ist es „abnormal“, wenn ein Ehemann plötzlich Intimität mit seiner Frau sucht. Allerdings muss ich auch sagen: So sehr mich die Grundidee begeistert hat, so sehr hat mich die Lektüre manchmal ermüdet. Obwohl Sex eigentlich kaum mehr eine Rolle für die Fortpflanzung spielt, dreht sich der Roman fast ausschließlich um Sexualität – um ihre Abwesenheit, ihr Verbot, ihre Umwege. Das wiederholt sich mit der Zeit, und ich hatte Phasen, in denen ich dachte: Ja, ich habe es verstanden. Und doch: Ich konnte nicht loslassen. Immer wieder musste ich Pausen machen, nachdenken, mir Fragen stellen. Ich habe selten ein Buch gelesen, das meine Gedankenwelt so sehr in Bewegung gebracht hat. Besonders der Teil in der experimentellen Stadt „Experimenta“ ist für mich eine regelrechte Dystopie des Grauens: Kinder ohne Eltern, alle gleich, aufgezogen von Institutionen; Menschen, die ihre Individualität zugunsten der kollektiven Ordnung verlieren. Und gleichzeitig bleibt diese Welt erschreckend vorstellbar. Am Ende bleibt für mich die Erkenntnis: Den sexuellen Trieb kann man nicht einfach abschaffen. Murata versucht es, indem sie ihn in „Clean Rooms“ und Fantasiewelten umlenkt. Doch für mich wirkt das nicht ganz konsequent: Solange der Trieb existiert, bleibt auch der Sex zwischen Menschen eine Möglichkeit – und in meinen Augen wird er immer Teil der Gesellschaft sein. Genau an diesem Punkt hadere ich mit dem Roman. Aber gerade weil Murata hier so radikal entwirft, zwingt sie mich, über diese Fragen nachzudenken. Und das ist vielleicht die größte Stärke dieses Buches Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads- und LovelyBooks-Profil.

  • hallobuch, Silke Schröder

    aus Hannover

    5/5

    11.09.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopie oder Utopie?

    Ist es eine Dystopie oder eine Utopie, von der Sayaka Murata in “Schwindende Welt” erzählt? Immerhin stellt sie darin mal eben das gesamte Konzept des Zusammenlebens von Frauen und Männern (oder auch anderen) radikal infrage. Und doch scheint auch ein bisschen Realität dabei zu sein, wenn man sich die sinkenden Geburtenraten und das wachsende Single-Dasein in den asiatischen und auch westlichen Industriestaaten anschaut. Konsequent denkt Sayaka Murata dies in “Schwindende Welt” weiter: Kinder kommen aus Reagenzgläsern, Sex und Romantik sind in digitale Fantasiewelten oder Kurzzeit-Partnerschaften ausgelagert, in der Ehe dagegen stehen Freundschaft, Schutz, Gleichberechtigung und Heimeligkeit an erster Stelle. Mit unerschütterlicher Logik verschiebt sie die Normen und ethischen Grundlagen ihrer Roman-Gesellschaft, ohne dass ihre Protagonist:innen darüber sonderlich irritiert wären. So ist “Schwindende Welt” von Sayaka Murata eine schlüssig, direkt und sehr unterhaltsam erzählte Projektion in eine mögliche Zukunft unseres Zusammenlebens. Bestens gelesen von Uta Simone.

  • shizu_reads

    5/5

    13.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Surreal grandios

    Mein erstes Buch der Autorin. Ich hatte bereits viel Gutes von ihr gehört, und so wurde es Zeit, endlich etwas von ihr zu lesen. Ich bin sofort gut in Schreibstil und Geschichte hineingekommen und konnte gar nicht mehr aufhören. Innerhalb von 24 Stunden war ich durch! Der Schreibstil ist kühl, distanziert und fast schon steril – absolut passend zur Handlung. Auch die Geschichte selbst bleibt im Umgang mit Se*ualität bewusst nüchtern und unnahbar. Genau das macht ihren Reiz aus. In einer Zeit, in der in Büchern oft Gefühle und ️ im Vordergrund stehen, ist das ein erfrischend anderer Blickwinkel. Das Buch stellt so einiges infrage: das Konzept von Beziehungen, Familie, Kinderbekommen, den Umgang mit Gefühlen und Se*, und noch vieles mehr. Alles wird dabei – fast schon unangenehm – auf die Spitze und ins Surreale getrieben. Gerade dadurch regt es gekonnt zum Nachdenken an. Der Verlauf der Geschichte war für mich nicht vorhersehbar und hat mich immer wieder überrascht. Ich war fasziniert und gleichzeitig oft leicht irritiert. Die Charaktere wirken bewusst unnahbar, fast schon oberflächlich. Doch genau das unterstreicht die Thematik und lässt einen erneut nachdenken: Was bleibt, wenn man Beziehungen von tiefen Gefühlen und Intimität trennt? Oder wenn man sich nicht mehr in reale Menschen, sondern nur noch in fiktive Figuren verliebt? Das Ende war noch einmal komplett surreal und ließ mich ungläubig zurück. Ich war platt – und fand es zugleich einfach großartig. Es war überraschend, hat mich zum Grübeln gebracht, und insgesamt hatte ich großen Spaß beim Lesen.

  • A.Basan

    aus Garbsen

    5/5

    12.08.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopisch, aber nicht abwegig

    Nach der "Zeremonie des Lebens" hat Sayaka Murata wieder eine höchst interessante, dystopische Erzählung vorgelegt. In der "Schwindenden Welt" gilt Sex unter Eheleuten als primitiv, inzestuös und schmutzig. Deshalb pflanzt man sich durch Insemination fort. Sex ist weitgehend aus dem gesellschaftlichen Leben verbannt. Man verliebt sich eher in Animehelden. Man heiratet zwar noch, doch eher aus der Motivation heraus, sich Miete und Haushaltspflichten zu teilen. Die Hauptfigur Amane ist durch die Kopulation ihrer Eltern entstanden, was ihr sehr peinlich ist. Sie lässt sich von ihrem ersten Mann scheiden, als der körperliche Nähe sucht und führt mit ihrem zweiten Mann eine eher geschwisterliche Beziehung. Beide ziehen in die Modellstadt Experimenta, in der auch Männer mithilfe einer künstlichen Gebärmutter Kinder gebären können. Die Kinder werden dort nicht mehr in Familien, sondern in Zentren großgezogen. Die Individualität geht verloren. Das Bild, das Murata von einer zukünftigen japanischen Gesellschaft entwirft, löst beim Leser zunächst Befremden aus. Doch bei längeren Nachdenken, fragt man sich, ob diese Zukunftsvisionen wirklich so abwegig und nur auf Japan begrenzt sind. Auch heute kann man in Japan schon Mangafiguren heiraten. Und angesichts der zunehmenden Vereinsamung und des wachsenden Social Media-Konsums ist es nicht unvorstellbar, dass wir bald keine intimen Beziehungen zu Menschen mehr haben werden, Vielleicht sind Familie und enge menschliche Beziehungen wirklich bald eine schwindende Welt. Muratas kafkaseker Roman bringt uns dazu, darüber nachzudenken, ob wir so eine Welt wollen und wenn nein, dem selbst entgegenzusteuern.

  • Hanna (text.reisen)

    4/5

    02.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Dystopisch, experimentell, gesellschaftskritisch

    Schon der Klappentext lässt ein extrem schräges, futuristisches Szenario vermuten - Fortpflanzung auf natürlichem Wege gilt als barbarisch, Befruchtung geschieht im Labor und bald werden wohl auch Männer schwanger werden können; Familie ist nur mehr eine platonische Zweckgemeinschaft, deren Ablösung durch ein kollektives Caresystem für den Nachwuchs kurz bevorsteht. Lust und Sexualität wird zwar nicht ausschließlich aber bevorzugt mit Comicfiguren ausgelebt. Gerade bei einem so dystopischen Szenario, war es mir wichtig, möglichst ohne Erwartungen in das Buch zu starten und das hat sich definitiv gelohnt. Der Roman hat mich von Anfang an auf eine bizarre Art und Weise in seinen Bann gezogen; was auf den ersten Blick weit hergeholt wirkt, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als erschreckend realistisch. Zwar hat sich für mich nicht alles ganz stimmig ineinander gefügt und einiges ist offen geblieben, aber der Text lädt dazu ein die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Fortpflanzung, Liebe und Familie zu hinterfragen und neu zu denken, ohne dabei auf übermäßige Analysen und Erklärungen für die Leser:innen zu bestehen. Einige der Fragen, die mit beim Lesen durch den Kopf gegangen sind: Welche Werte werden unsere Gesellschaft in Zukunft prägen? Ist das Konzept der Kernfamilie zukunftsfähig? Welchen Stellenwert haben Kinder und wie kann Care-Arbeit egalitärer gestaltet werden? Ein Gedankenexperiment, das mich auf jeden Fall gefesselt hat, aber auch einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die experimentelle, gesellschaftskritische Literatur mögen und bereit dazu sind, sich auf diesen schräg, futuristischen und doch in vielen Bereichen unerwartet realistischen Roman einzulassen.

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