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Die sprachliche Raumreferenz in Varietäten des Deutschen, Rätoromanischen und Französischen
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Die Studie untersucht die sprachliche Referenz auf (statische und sich bewegende) Objekte im Raum. Der empirisch fundierte Vergleich zeigt, dass selbst eng verwandte Sprachen/Dialekte ganz beträchtlich variieren. Die einschlägige Sprachtypologie wird revidiert und um die bisher vernachlässigte Dimension der mündlichen Geprägtheit bzw. des Standardisierungsgrads von Varietäten erweitert.
In diesem Buch wird der sprachliche Ausdruck von statischen und dynamischen Raumrelationen untersucht. Es werden typologische und variationslinguistische Ansätze integriert, um nicht nur Standardsprachen, sondern auch Dialekte zu vergleichen. Auf empirischer Basis wird nachgewiesen, dass sich auch nahe verwandte Varietäten beträchtlich unterscheiden. Die syntaktische und semantische Feinanalyse der raumbezogenen Präpositionen, Verben, Adverbien und Verbalphrasen führt zu einer Revision der gängigen Typologie. Eine zusätzliche typologische Dimension wird herausgearbeitet, die systematisch mit den vorgefundenen Gebrauchsmustern kovariiert: Die Größe der Sprachgemeinschaft und damit verbunden unterschiedliche Standardisierungsgrade sowie mündliche Geprägtheit der untersuchten Varietäten. Diese zusätzliche Dimension ist für die typologische Einordnung der Varietäten mindestens ebenso wichtig wie ihre genetische Verwandtschaft.