Mythos "Mitte" Oder: Die Entsorgung der Klassenfrage
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.06.2017
Verlag
Bertz und FischerSeitenzahl
108
Maße (L/B/H)
14,7/10,3/1,7 cm
Gewicht
85 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86505-746-4
Kadritzkes Essay handelt von diesem Denken jenseits von Klassen, er nimmt in historischer Perspektive die Gegenwart in den Blick. Der Autor erinnert an wichtige Studien zum "neuen Mittelstand" aus der Weimarer Republik – etwa von Siegfried Kracauer – und zeigt ihren aktuellen Erkenntnisertrag, der sich einer produktiven Auseinandersetzung mit der marxschen Theorie verdankt: Sie begreifen die Angestellten, die heute in einer konturlosen "Mitte" verortet werden, als "verdeckte" Fraktion der Klasse der Lohnabhängigen. Sie deuten deren mittelständische Sehnsüchte aus der politischen Ökonomie ihrer Zeit, den Angeboten oder auch nur Versprechen betrieblicher Machtteilhabe – und auch als Antwort auf die Krisen, die der Kapitalismus mit innerer Notwendigkeit hervortreibt. Die Weimarer Analysen erweisen sich als verblüffend aktuell.
Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist von einer "Mitte-Erzählung" geprägt, die vom Vergessen der Klassen lebt. Das zeigt sich auch im aktuellen Diskurs über das nicht mehr zu leugnende Ausmaß "sozialer Ungleichheit". An aktuell gängigen Sichtweisen und Begriffen legt der Autor dar, wovon wir schweigen, wenn wir heute von der "Mitte" reden. Die Trivialbeschwörung der "Menschen, die das Land in Gang halten", bestimmt die herrschende Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Vom Trugbild einer breiten "Mitte jenseits der Klassen" aber profitieren die wahren Eliten so lange, wie ihnen auf dem Feld der Begriffspolitik die Ungleichheits-Forscher und die öffentlichen Themensalons zur Hand gehen.
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