Nicht lieferbar

Gebundenes Buch
M-Z / Frankfurter Biographie Bd.2
Personengeschichtliches Lexikon
Mitarbeit: Klötzer, Wolfgang
Versandkostenfrei!
Nicht lieferbar
Produktdetails
- Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission
- Verlag: Kramer, Frankfurt
- 1996.
- Seitenzahl: 596
- Deutsch
- Abmessung: 250mm
- Gewicht: 1524g
- ISBN-13: 9783782904599
- ISBN-10: 3782904591
- Artikelnr.: 06389710
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
Merowinger und Quetsche-Lilli
Der zweite Band der "Frankfurter Biographie"
Zum Glück sind auch in den jetzt erschienenen zweiten Band der "Frankfurter Biographie" keine lebenden Personen aufgenommen worden. Man kann sich vorstellen, in welche Schwierigkeiten der Herausgeber, der frühere Stadtarchivleiter Wolfgang Klötzer, bei der Auswahl geraten wäre. All die nicht erwähnten Stadtverordneten und Ortsbeiräte, die Vereinsvorsitzenden und Oberkleingärtner, die Innungsmeister und Honorarkonsuln: sie wären Klötzer auf immer böse gewesen.
Zwischen 20000 und 30000 Frankfurter oder mit der Mainstadt verbundene Personen sind im Institut für Stadtgeschichte erfaßt. Aus diesem gewaltigen Heer der potentiellen
Der zweite Band der "Frankfurter Biographie"
Zum Glück sind auch in den jetzt erschienenen zweiten Band der "Frankfurter Biographie" keine lebenden Personen aufgenommen worden. Man kann sich vorstellen, in welche Schwierigkeiten der Herausgeber, der frühere Stadtarchivleiter Wolfgang Klötzer, bei der Auswahl geraten wäre. All die nicht erwähnten Stadtverordneten und Ortsbeiräte, die Vereinsvorsitzenden und Oberkleingärtner, die Innungsmeister und Honorarkonsuln: sie wären Klötzer auf immer böse gewesen.
Zwischen 20000 und 30000 Frankfurter oder mit der Mainstadt verbundene Personen sind im Institut für Stadtgeschichte erfaßt. Aus diesem gewaltigen Heer der potentiellen
Mehr anzeigen
Lokalheroen wurden für die beiden Bände 2500 Götter und Halbgötter ausgewählt, die nun sozusagen den Frankfurter Olymp bilden. Natürlich gehören die großen Familien zu den Auserwählten, also die Abkömmlinge der Melem, Merian, Merton, Metzler oder Mouson, um nur die unter dem Buchstaben M aufgeführten Geschlechter zu nennen. Doch mußte man nicht unbedingt zum ungekrönten Stadtadel gezählt haben, um vor den Augen des Herausgebers Gnade zu finden. Auch eine gewisse Originalität war manchmal Empfehlung genug, wie das Beispiel der Quetsche-Lilli zeigt, einer 1988 verstorbenen Sachsenhäuser Marktfrau mit berüchtigtem Mundwerk.
Weil zur Stadtgeschichte auch die bösen Tage zählen, sind jene Menschen, die diese Zeitabschnitte verkörpern, nicht ausgespart worden. So wurde um den Gauleiter von Hessen-Nassau, Jakob Sprenger, der in Frankfurt als eine Art nationalsozialistischer Landesfürst residierte, kein Bogen geschlagen. Seine Lebensdaten werden sachlich und nüchtern aufgeführt wie auch die des berüchtigten KZ-Arztes Josef Mengele, der vor seiner Mörderkarriere Assistent am Frankfurter Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene war. Natürlich hat Herausgeber Klötzer nicht die Opfer der Nazis vergessen, etwa die überaus populäre Opernsängerin Magda Spiegel, die in Auschwitz ums Leben kam, oder die in Plötzensee hingerichtete sozialdemokratische Widerstandskämpferin Rose Schlösinger.
Weil, wie Klötzer festgestellt hat, Menschen, die nach Frankfurt kamen, in der Regel sofort eine tiefere Verbindung zu dieser Stadt gewannen, wurden in der Biographie recht großzügig "Eigeplackte" berücksichtigt. Thomas Mann etwa gilt deshalb als Frankfurt-würdig, weil er sich im Mai 1907 einige Tage in der Mainmetropole aufhielt und weil er 1949 Goethepreisträger war.
Mit dem zweiten Band der "Frankfurter Biographie", die der Verlag Waldemar Kramer auf den Markt gebracht hat, ist ein Projekt abgeschlossen worden, das schon vor 90 Jahren ins Auge gefaßt worden war. Jetzt ist Frankfurt neben Berlin wohl die einzige Stadt in Deutschland, die ein derart umfassendes Werk zu allen wichtigen Persönlichkeiten ihrer Vergangenheit vorweisen kann. Die beiden Bände, von denen jeder 98 Mark kostet, sind nicht für den Wissenschaftler, sondern für den interessierten Laien gedacht - als "Hilfsmittel für die praktische Geschichtsarbeit", wie Kulturdezernentin Linda Reisch (SPD) bei der Vorstellung sagte. Daß nur knapp zehn Prozent der aufgeführten Personen Frauen sind, sei nicht auf die Böswilligkeit der Autoren zurückzuführen, erläuterte Klötzer, sondern darauf, daß die Gesellschaft früher eben von Männern dominiert gewesen sei. Immerhin ist die älteste erwähnte Berühmtheit eine Frau - das Merowinger-Mädchen aus dem siebten Jahrhundert, dessen Gerippe bei Grabungen unter dem Dom gefunden worden war. HANS RIEBSAMEN
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Weil zur Stadtgeschichte auch die bösen Tage zählen, sind jene Menschen, die diese Zeitabschnitte verkörpern, nicht ausgespart worden. So wurde um den Gauleiter von Hessen-Nassau, Jakob Sprenger, der in Frankfurt als eine Art nationalsozialistischer Landesfürst residierte, kein Bogen geschlagen. Seine Lebensdaten werden sachlich und nüchtern aufgeführt wie auch die des berüchtigten KZ-Arztes Josef Mengele, der vor seiner Mörderkarriere Assistent am Frankfurter Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene war. Natürlich hat Herausgeber Klötzer nicht die Opfer der Nazis vergessen, etwa die überaus populäre Opernsängerin Magda Spiegel, die in Auschwitz ums Leben kam, oder die in Plötzensee hingerichtete sozialdemokratische Widerstandskämpferin Rose Schlösinger.
Weil, wie Klötzer festgestellt hat, Menschen, die nach Frankfurt kamen, in der Regel sofort eine tiefere Verbindung zu dieser Stadt gewannen, wurden in der Biographie recht großzügig "Eigeplackte" berücksichtigt. Thomas Mann etwa gilt deshalb als Frankfurt-würdig, weil er sich im Mai 1907 einige Tage in der Mainmetropole aufhielt und weil er 1949 Goethepreisträger war.
Mit dem zweiten Band der "Frankfurter Biographie", die der Verlag Waldemar Kramer auf den Markt gebracht hat, ist ein Projekt abgeschlossen worden, das schon vor 90 Jahren ins Auge gefaßt worden war. Jetzt ist Frankfurt neben Berlin wohl die einzige Stadt in Deutschland, die ein derart umfassendes Werk zu allen wichtigen Persönlichkeiten ihrer Vergangenheit vorweisen kann. Die beiden Bände, von denen jeder 98 Mark kostet, sind nicht für den Wissenschaftler, sondern für den interessierten Laien gedacht - als "Hilfsmittel für die praktische Geschichtsarbeit", wie Kulturdezernentin Linda Reisch (SPD) bei der Vorstellung sagte. Daß nur knapp zehn Prozent der aufgeführten Personen Frauen sind, sei nicht auf die Böswilligkeit der Autoren zurückzuführen, erläuterte Klötzer, sondern darauf, daß die Gesellschaft früher eben von Männern dominiert gewesen sei. Immerhin ist die älteste erwähnte Berühmtheit eine Frau - das Merowinger-Mädchen aus dem siebten Jahrhundert, dessen Gerippe bei Grabungen unter dem Dom gefunden worden war. HANS RIEBSAMEN
Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Schließen
Für dieses Produkt wurde noch keine Bewertung abgegeben. Wir würden uns sehr freuen, wenn du die erste Bewertung schreibst!
Eine Bewertung schreiben
Eine Bewertung schreiben