In den 20er Jahren entwickelte Lotte Reiniger (18991981) die
Ästhetik des Silhouettenfilms zur künstlerischen Perfektion und
schuf in den folgenden Jahrzehnten eine Welt der Wünsche, Träume
und Wunder. Für ihre fantasievollen Werke schnitt sie die von ihr
entworfenen Figuren aus schwarzem Fotokarton und verband die
einzelnen Glieder mit Draht, um sie für die Aufnahmen zu animieren.
Als Hintergründe verwendete sie transparente Lagen aus
Butterbrotpapier, gestaltete kunstvolle Landschaften, Städte oder
orientalische Interieurs.Im Austausch mit Künstlern wie Ruttmann,
Brecht und Dessau gehörte Lotte Reiniger zur Avantgarde der 20er
Jahre in Berlin. Musik, Märchen und Literatur inspirierten ihre
Filme. Die Nazi-Diktatur störte auch ihren Lebensweg, nach
beruflichen Stationen in Paris, London, Rom geriet sie nach dem
Krieg nahezu in Vergessenheit. Das Deutsche Filmmuseum / Frankfurt
hat maßgeblichen Anteil an ihrer Wiederentdeckung und an der
Restaurierung ihrer Filme.