Allied: Vertraute Fremde - Brad Pitt,Marion Cotillard,Lizzy Caplan
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Eine tragische Weltkriegsromanze auf Leben und Tod: Der Geheimdienstoffizier Max Vatan muss die Unschuld seiner Frau beweisen oder sie wegen Landesverrat töten lassen. Denn sie wird verdächtigt, für den Feind zu spionieren. Ihm bleiben nur 72 Stunden, um herauszufinden, ob ihre Liebe und ihr gemeinsames Leben als Familie Wahrheit oder Lüge sind.
Packender Agententhriller im Zweiten Weltkrieg, in dem zwei Spione herausfinden müssen, ob ihre Gefühle füreinander wirklich real sind.
In einer Szene von "Allied" sieht man Brad Pitt in seiner dritten Rolle in einer während des Zweiten
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Produktbeschreibung
Eine tragische Weltkriegsromanze auf Leben und Tod: Der Geheimdienstoffizier Max Vatan muss die Unschuld seiner Frau beweisen oder sie wegen Landesverrat töten lassen. Denn sie wird verdächtigt, für den Feind zu spionieren. Ihm bleiben nur 72 Stunden, um herauszufinden, ob ihre Liebe und ihr gemeinsames Leben als Familie Wahrheit oder Lüge sind.
Packender Agententhriller im Zweiten Weltkrieg, in dem zwei Spione herausfinden müssen, ob ihre Gefühle füreinander wirklich real sind.

In einer Szene von "Allied" sieht man Brad Pitt in seiner dritten Rolle in einer während des Zweiten Weltkriegs angesiedelten Arbeit in den letzten zehn Jahren (nach "Inglourious Basterds" und "Herz aus Stahl") als kanadischen Spion Max Vatan, wie er einen Roman von Graham Greene liest. Das ist mehr als nur ein nettes Detail in einem Film, der voller sorgfältiger Details steckt und prächtiger und kostbarer kaum aussehen könnte; es ist ein Fingerzeig. Denn tatsächlich fühlt man sich, als befände man sich in einem Roman Greenes, den es niemals gegeben hat: eine Geschichte, in der es um alles geht, um Leben, Liebe und Tod und Spionage und Verrat und Täuschung und den Ausgang des Zweiten Weltkriegs gleich noch mit dazu. "Das Ende einer Affäre" trifft auf "Unser Mann in Havanna" in dieser Romanze zwischen Spionen im Zweiten Weltkrieg, die Oscar-Gewinner Robert Zemeckis in seinem besten Film seit seiner Rückkehr zum Realfilm so klassisch und altmodisch erzählt, dass es ganz neu und aufregend wirkt - großes Starkino, in dem "Stars" ebenso groß geschrieben wird wie "Kino".

In der ersten Szene des von Steven Knight geschriebenen Films landet Pitt mit dem Fallschirm in der Wüste und bahnt sich dann den Weg durch die verwinkelten Gassen Casablancas: ein Labyrinth wie das Kanalsystem Wiens, durch das Harry Lyme im Showdown von "Der dritte Mann" flieht. Ein Verwirrspiel ist dann auch der folgende Film, in dem sich Max mit Marianne Beauséjour zusammentun und als ihr Ehemann ausgeben muss. Marianne wird von der gewohnt großartigen Mario Cotillard gespielt und ist Topkraft des französischen Widerstands: Nie gibt sie sich eine Blöße, nie lässt sie sich in die Karten schauen, stets verlangt sie hundertprozentige Professionalität. "Ich sorge dafür, dass die Emotionen echt sind", erklärt sie Max. "Deshalb funktioniert es." Sie meint damit, dass es ihr gelungen ist, die komplette Kommandostruktur der Nazis in Casablanca zu unterwandern. Gemeinsam können die beiden Spione auf diese Weise an den Botschafter herankommen, den sie töten sollen. Mariannes Aussage soll aber später noch eine Rolle spielen. Natürlich verfallen die beiden Profis einander, nach getaner Arbeit heiraten sie, inmitten des Bombenhagels bringt Marianne ihre Tochter zur Welt, sie lassen sich in London nieder. Dort setzt die eigentliche Handlung ein Jahr später ein, wenn Zweifel daran gesät werden, dass Max' Ehefrau wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein. Während Max sie hintergeht, hintergeht er auch seine Vorgesetzten und setzt sein Leben aufs Spiel, um ihre Unschuld zu beweisen.

Mit der Genauigkeit eines Uhrwerks spielt Robert Zemeckis die erschütternd zwingende Handlung ab. Aber er macht es mit einer Zurückhaltung und Konzentration, die neu ist im Schaffen des ewigen Bilderzauberers, dem in seinen Filmen von "Falsches Spiel mit Rober Rabbit" und "Forrest Gump" bis "Flight" und "The Walk" immer der Effekt und die Schauwerte ähnlich wichtig zu sein schienen wie Drama und Emotion. Hier lässt er nur einmal seine technische Brillanz aufblitzen, wenn ein über London abgeschossener deutscher Bomber direkt auf das Haus der Vatans zuzustürzen scheint. Der eigentliche Effekt von "Allied", das weiß Zemeckis genau, ist die Starpower von Brad Pitt und Marion Cotillard. Ihre Ausstrahlung, ihr Zauber ist es, der den Film glänzen lässt wie Kinofilme früher einmal geglänzt haben. Und es ist aufregend, ihnen zuzusehen, und packend, ihnen durch die diversen Offenbarungen und Wendungen zu folgen, und bewegend, wie eine Liebe getestet wird, von der man bis kurz vor Schluss nicht genau weiß, ob man ihr trauen kann in diesem Anti-"Mr. & Mrs. Smith", dem es nicht um Budenzauber, sondern die Magie des Kinos geht. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

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Featurettes
  • Produktdetails
  • EAN: 5053083103866
  • Best.Nr.: 47250790
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: BLRAY
  • Erscheinungstermin: 11.05.2017
  • Hersteller: Universal Pictures
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch
  • Untertitel: Deutsch, Japanisch, Finnisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Niederländisch, Englisch
  • Regionalcode: B
  • Bildformat: 1:2, 40/1080p
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Kopierschutz: ja
  • Gesamtlaufzeit: 125 Min.
Rezensionen
Besprechung von 21.12.2016
Letztes Jahr in Casablanca

In dem Film "Allied" spielen Brad Pitt und Marion Cotillard ein Agentenpärchen im Zweiten Weltkrieg - auf den Spuren einer klassischen Liebesgeschichte.

Wenn man auf der Basis des Filmklassikers "Casablanca" ein Videospiel entwickeln müsste, könnte die Handlung ungefähr folgendermaßen aussehen: Max, der Held, ein britisch-kanadischer Spion, landet per Fallschirm in der marokkanischen Wüste. An einer Landstraße wird er von einem Auto mit einheimischem Fahrer aufgelesen. Im Wagen findet er einen Koffer mit falschen Pässen und Geld. Der Fahrer bringt ihn zu einem Tanzcafé in Casablanca, wo er die schöne Marianne trifft, eine Agentin der Résistance, die ihm helfen soll, seinen Auftrag auszuführen. Gemeinsam wollen die beiden den deutschen Botschafter erschießen - falls ihre Tarnung als Liebespaar nicht auffliegt und Max' kanadischer Akzent ihn nicht verrät. Bei einem Ausflug in die Wüste kommen die beiden sich näher, und während eines Sandsturms, den sie in Mariannes Auto überstehen, werden sie tatsächlich ein Paar.

Und genau so fängt "Allied" von Robert Zemeckis auch an.

Nur dass "Allied" ein Kinofilm ist und kein Videospiel. Das bedeutet, dass wir nicht die user, die Benutzer und Mitspieler der Geschichte sind, sondern ihre Zuschauer. Darin liegt ein Moment von Freiheit, das besonders große amerikanische Produktionen in letzter Zeit immer häufiger vergessen. Wenn wir nicht durch Max' Augen auf Marianne und Casablanca, sondern durch unsere eigenen auf das Agentenpaar, die Kulisse, die Nebenfiguren und den Aufbau der Handlung blicken, sehen wir Dinge, die wir eigentlich nicht sehen sollen. Zum Beispiel, dass Brad Pitt, der den Helden verkörpert, nicht bloß ein leicht zerkautes, sondern (wenigstens in der Originalversion) ein ganz erbärmliches Französisch spricht, so dass die Behauptung des Films, Max könne unter den Vichy-Franzosen in Marokko als Landsmann aus Paris durchgehen, von vornherein nicht funktioniert. Oder dass im Zusammenspiel von Pitt und Marion Cotillard, der Darstellerin der Marianne, trotz vielfacher Bemühungen der Regie mit Badezimmerspiegeln und schmachtenden Drehbuchsätzen auf Dachterrassen eben das nicht passiert, was für ein Liebespaar auf der Leinwand unabdingbar ist: eine Verstrickung der Blicke, ein gemeinsamer Rhythmus der Körper, die uns für Momente davon überzeugen, dass die Liebe, von der das Kino redet, kein leeres Wort ist.

Stattdessen behilft sich der Film mit Spezialeffekten. Schon der Fallschirmsprung am Anfang sieht wie der Flug einer digitalen Puppe aus, und der Sandsturm, bei dem Max und Marianne in angestrengte Ekstase geraten, besteht vollständig aus computergenerierten Körnern. Für einen Actionfilm, bei dem es nicht auf die einzelne Einstellung ankommt, sondern auf die Dynamik zwischen den Bildern und Szenen, wäre das eine brauchbare Strategie. Aber "Allied" will etwas anderes sein. Ein historisches Liebesdrama. Eine Agentengeschichte aus der großen Zeit des Kinos. Ein Stück echtes, altes Hollywood. Eine elegante Hommage. Nicht zufällig hat der Hut, den Marion Cotillard auf den Straßen von Casablanca trägt, die gleiche Bogenform wie der von Ingrid Bergman in "Casablanca". Und nicht zufällig spielt auch die Marseillaise, die französische Nationalhymne, bei Robert Zemeckis eine ähnliche Rolle wie damals bei Michael Curtiz. Der Film weicht dem Vergleich mit seinen Vorbildern nicht aus, er sucht ihn geradezu. Er setzt zum großen Sprung an. Umso tiefer ist sein Fall.

Er beginnt in der Szene, in der Max und Marianne einen deutschen Militärattaché besuchen, um ihren Anschlag auf den Botschafter vorzubereiten. In Spionagethrillern ist das gegenseitige Abtasten der Todfeinde ein zentrales Versatzstück. Aber Pitt und der dämonisch glitzernde August Diehl bringen nicht einmal einen echten Augenkontakt zustande. Der eine mischt für den anderen die Pokerkarten, doch die Karte der Regie sticht nicht. Entsprechend mau fällt die Inszenierung des Attentats aus. Es ist, als hätte Zemeckis die Actionszenen absichtlich verpuzzelt, um der Love Story mehr Raum zu geben. Die Liebe aber nimmt den kürzesten Weg: Max macht Marianne einen Antrag.

Der zweite und längere Teil des Films spielt in England. Pitt und Cotillard sind jetzt ein glückliches Ehepaar, was man daran merkt, dass sie nicht mehr im Café sitzen: Er geht in Uniform ins Büro, sie steht mit Schürze am Herd. Und wieder sucht der Film sein Heil in visuellen Kunststücken: ein deutscher Bomberangriff, der den Nachthimmel über London illuminiert, während Marianne ihr Kind bekommt; ein brennendes Flugzeug, das knapp über die Köpfe einer Partygesellschaft hinweg abstürzt. In der Welt, in der "Casablanca" oder die Kriegsfilme von Hitchcock entstanden, wären solche Bilder eine Sensation gewesen, mittlerweile sind sie Routine. Jede bessere Fernsehserie greift jetzt in den digitalen Zauberkasten. Ein Kino, das wirklich altmodisch wäre, müsste sich wieder auf die Gesichter konzentrieren, auf das, was geschieht, wenn, wie hier, der Verrat der Liebe Nahrung ist. Aber dafür hat "Allied" die falsche Besetzung. Und vielleicht auch den falschen Regisseur.

Robert Zemeckis hat lange darum gekämpft, aus dem filmischen Schatten seines Freundes Steven Spielberg herauszutreten. Mit "Zurück in die Zukunft" ist ihm das kommerziell, mit "Contact" und "Forrest Gump" auch ästhetisch gelungen. Aber Zemeckis ist ein Illustrator geblieben, dessen szenische Einfälle den Geschichten hinterherlaufen, statt sie zu überstrahlen. Am stärksten wirkt sein Kino da, wo es von Einzelgängern erzählt, Autisten des Glücks. In "Castaway" und "Gump" war das Tom Hanks. Jetzt ist Hanks bei Spielberg gelandet ("Bridge of Spies"), und Zemeckis hat seine Liebe zum Liebesfilm entdeckt. In "Allied" wird sie nicht erwidert, auch wenn die Klatschpresse Brad Pitt und Marion Cotillard eine Affäre angedichtet hat. Cotillard dementierte umgehend, und die Bilder des Films geben ihr recht.

Das Ende führt, wie in "Casablanca", auf einen Flugplatz. Aber die Maschine in die Freiheit startet nicht, und auch die Gefühle heben nicht ab. Damals war es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, heute ist es das Ende einer Ehe. Vielleicht hätte man die Geschichte nach dem Heiratsantrag abbrechen müssen. Die alten Meister wussten schon, warum sie nicht erzählten, was nach dem ersten Kuss passiert.

ANDREAS KILB

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Ein raffinierter und romantischer Agententhriller, angesiedelt in der Leben-oder-Tod-Atmosphäre des Zweiten Weltkriegs, ist Robert Zemeckis gelungen, der trotz seiner Prämisse weniger mit "Mr. & Mrs. Smith" zu tun hat als mit "Casablanca" und den Stoffen von Graham Greene. Prächtiges und aufregendes Kino mit voller Starpower zelebriert der Oscar-Gewinner. Brad Pitt und Marion Cotillard danken es ihrem Regisseur mit starken Leistungen, die Steven Knights klugem und zwingendem Drehbuch ebenbürtig sind.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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