Gegenüber der betont einheitlichen, monistischen
Haltung seines früheren Hauptwerks, der Philosophie
der Freiheit, scheint Rudolf Steiner mit seiner
Theosophie eine durchgängig dualistische Weltanschauung
zu vertreten. Doch auch dieses geisteswissenschaftliche
Hauptwerk des Jahres 1904 schildert
die Grundbedingungen menschlicher Existenz.
Rudolf Steiner, geboren 1861, verstorben 1925 in Dornach, Studium der Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie in Wien. Anschluss 1902 der Theosophischen Gesellschaft, 1913 Trennung und Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft sowie 1919 die erste Waldorfschule. Entfaltung des anthropos. Denkansatzes durch zahlreiche Veröffentlichungen und eine umfangreiche Lehrtätigkeit. Steiners Geisteswissenschaft ist keine bloße Theorie. Ihre Fruchtbarkeit zeigt sie vor allem in der Erneuerung aller Bereiche des Lebens: der Erziehung, der Medizin, der Kunst, der Religion, der Landwirtschaft, bis hin zu jener gesunden Dreigliederung des ganzen sozialen Organismus, in der Kultur, Rechtsleben und Wirtschaft sich genügend unabhängig voneinander entfalten können.
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