Hitlers Volksstaat - Aly, Götz

Götz Aly 

Hitlers Volksstaat

Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus

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Produktbeschreibung zu Hitlers Volksstaat

Hitler erkaufte sich die Zustimmung der Deutschen mit opulenten Versorgungsleistungen, verschonte sie von direkten Kriegssteuern, entschädigte Bombenopfer mit dem Hausrat ermordeter Juden, verwandelte Soldaten in"bewaffnete Butterfahrer"und ließ den Krieg weitgehend von den Völkern Europas bezahlen. Den Deutschen ging es im Zweiten Weltkrieg besser als je zuvor, sie sahen im nationalen Sozialismus die Lebensform der Zukunft begründet auf Raub, Rassenkrieg und Mord.

Während des Zweiten Weltkrieges verwandelte die Regierung Hitler den Staat in eine Raubmaschine ohne Beispiel. Die große Mehrheit der Deutschen stellte sie mit einer Mischung aus sozialpolitischen Wohltaten, guter Versorgung und kleinen Steuergeschenken ruhig. Die Kosten dieser Gefälligkeitsdiktatur hatten Millionen von Europäern zu tragen, deren Besitz und Existenzgrundlagen zum Vorteil der deutschen Volks- und Raubgemeinschaft enteignet wurden. Der Autor zeigt, wie die Erlöse aus dem Verkauf von jüdischen Vermögen überall in Europa in die deutsche Kriegskasse flossen und damit auch in die Taschen der Soldaten.
Wer von den vielen Vorteilen für Millionen einfacher Deutscher nicht reden will, der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen.

Produktinformation


  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 479 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 480
  • Fischer Taschenbücher Bd.15863
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 33mm
  • Gewicht: 459g
  • ISBN-13: 9783596158638
  • ISBN-10: 359615863X
  • Best.Nr.: 20759841
»Nie zuvor ist der symbiotische Zusammenhang zwischen'Volksstaat'und Verbrechen, zwischen den attraktiven und kriminellen Elementen des Nationalsozialismus so scharfsinnig und einleuchtend dargestellt worden. Dieses Buch gehört zu jenen seltenen Werken, die unseren Blick auf die düstere und folgenreichste Periode der deutschen Geschichte neu schärfen.« (Volker Ullrich, DIE ZEIT, 10.3.2005)

»'Hitlers Volksstaat', das jüngste Buch Götz Alys, der zu den originellsten Erforschern des Dritten Reiches gehört, bilanziert bisherige Einsichten und eröffnet zugleich ein neues Forschungsfeld. (...) Für die Interpretation der Geschichte des Dritten Reiches setzt die Untersuchung von Götz Aly deutlich neue Akzente.« (Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung, 10. 3. 2005)

»So rational wie Aly ihn beschreibt, verliert der Massenmord nicht unbedingt an Schrecken; wenn einem der rassistische Wahnsinn plötzlich als kühl kalkuliertes Mittel der Steuerpolitik und als Inflationsdämpfer auseinandergesetzt wird, dann ist eher das Gegenteil der Fall. [...] Streckenweise liest sich das wie ein Krimi.« (Peter Richter, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13. 3. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.08.2005

Wohin floß das Geld?
Ein Fall offensiver Unkenntnis: Wolfgang Seibels Kritik an "Hitlers Volksstaat" / Von Götz Aly

Mein Buch "Hitlers Volksstaat" beschreibt auf 350 Textseiten, wie der NS-Staat die Völker Europas, Millionen von Zwangsarbeitern und Juden zugunsten der deutschen Mehrheitsbevölkerung ausplünderte. Territorial reicht die Studie von Oslo über Amsterdam bis Tunis, von Rhodos über Bukarest bis Riga, von Bordeaux bis Kirowgrad. Das kann nicht mit gleichmäßig-spezialistischer Intensität geschehen und erfordert kursorische Abschnitte. In der fünften Auflage des Buches wurden acht kleinere Versehen korrigiert. Ich freue mich über weitere Hinweise. Das gilt auch für die Kritik von Wolfgang Seibel. Weit überzogen aber ist es, wenn er sich unter der Überschrift "Rechnungen ohne Belege. Götz Alys scheingenauer Bestseller" (F.A.Z. vom 25. Juli) über einige tatsächliche und vermeintliche Ungenauigkeiten erhebt.

Betrachten wir den ersten Einwand. Walther von Brauchitsch war in der Tat Oberbefehlshaber des Heeres. Er wird an drei Stellen des "Volksstaats" mit seinem richtigen Titel bezeichnet, an einer - unrichtig - als …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Höchst aufschlussreich findet Rezensent Niels Werber Götz Alys Buch "Hitlers Volksstaat", das die Wirkmächtigkeit der Finanz- und Wirtschaftspolitik im Dritten Reich erschließt. Der Autor weise nach, dass Europa verhungern musste, damit sich die Wehrmachtsoldaten in den okkupierten Gebieten billig mit Waren eindecken konnten. Als prominente Kronzeugen, die Aly für diese Praxis anführt, nennt Werber Ernst Jünger, der in Paris kostbare antiquarische Seltenheiten erwarb, und den jungen Soldaten Heinrich Böll, der in Briefen an die Familie von Kakao, Butte, Modeartikeln und Delikatessen schwärmte, die er billig kaufte und portofrei nach Köln expedierte. Aly erkunde nicht nur den systemstabilisierenden Effekt dieses Kaufrausches - die materielle Zufriedenheit von Soldaten und Heimatfront und eine zumindest "passive Loyalität" der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung -, er zeige auch, dass das von deutschen Finanz- und Wirtschaftsexperten erdachte und mit Hilfe der Wehrmacht installierte System, das alle Waren heim ins Reich lenkt, "die Enteignung und Ermordung der europäischen Juden und das Verhungern großer Bevölkerungsteile in den okkupierten Gebieten kühl …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2005

Die sozialpolitisch bestochenen Volksgenossen
Wie konnte es geschehen? Heute erscheint Götz Alys Buch über „Hitlers Volksstaat” - eine neue Deutung des Dritten Reiches
„Hitlers Volksstaat”, das jüngste Buch Götz Alys, der zu den originellsten Erforschern des Dritten Reiches gehört, bilanziert bisherige Einsichten und eröffnet zugleich ein neues Forschungsfeld. Sein Fazit mutet auf den ersten Blick äußerst provokativ an: Das Programm des „nationalen Sozialismus” stellte weit mehr dar als eine leere Propagandaformel. Dahinter verbarg sich eine vom NS-Regime konsequent durchgehaltene Strategie der Machtsicherung und Machtausweitung. Sie beruhte darauf, sich der Botmäßigkeit der „kleinen Leute” durch soziale Konzessionen zu versichern. Mit der Verheißung eines „sozialen Volksstaats” und der Beseitigung der Klassenschranken schuf der Nationalsozialismus einen namentlich für die jüngere Generation äußerst attraktiven Mythos, der ihm deren Gefolgschaft eintrug. Es handelte sich, so Aly, um das „im zerstörerischen Sinn erfolgreichste Generationsprojekt des 20. Jahrhunderts”.
Den Ursprung des NS-Zukunftsentwurfs führt Aly auf das …

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Götz Aly, geboren 1947, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Geschichte und Politische Wissenschaften (Dr. rer. pol.) in Berlin. Er hat wichtige Veröffentlichungen zur Sozialpolitik und zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt. Ausgezeichnet wurde er mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und dem Marion-Samuel-Preis der Stiftung Erinnern.

Leseprobe zu "Hitlers Volksstaat"

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