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Einsteins Gegner
Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren. Diss.
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Campus Verlag
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 450 S.
- Seitenzahl: 429
- Deutsch
- Abmessung: 216mm x 139mm x 30mm
- Gewicht: 525g
- ISBN-13: 9783593389141
- ISBN-10: 3593389142
- Best.Nr.: 25661497
Leseprobe zu "Einsteins Gegner"
Produktbeschreibung zu "Einsteins Gegner"
Beschreibung
Leseprobe zu "Einsteins Gegner" von Milena Wazeck
Anfang der 1920er Jahre legte Gehrcke eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsartikeln über Einstein und die Relativitätstheorie an. Die Sammlung ist, da sie vorwiegend von Ausschnittsdiensten bestückt wurde, repräsentativ. Ursprünglich umfasste die Sammlung ca. 5.000 Artikel, einige Mappen sind jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Die ca. 2.700 erhalten gebliebenen Artikel sind im Nachlass enthalten und stellen eine wichtige Quelle zur öffentlichen Diskussion um die Relativitätstheorie dar.31 Ergänzend wird Material, insbesondere Korrespondenz, aus dem Nachlass von Arvid Reuterdahl herangezogen, der die treibende Kraft hinter der Entstehung eines internationalen Netzwerks der Einsteingegner in den frühen 1920er Jahren war. Der Nachlass ist vor wenigen Jahren von den Nachkommen an die University of St. Thomas, St. Paul, Minnesota übergeben worden und im Hinblick auf die Materialien zu Reuterdahls Gegnerschaft zur Relativitätstheorie wie der Nachlass Gehrckes für die vorliegende Arbeit erstmalig ausgewertet worden. Die Korrespondenz der Einsteingegner untereinander stellte für die Untersuchung eine besonders aufschlussreiche Quelle dar. Außerhalb der …
Inhaltsangabe
Vorwort 9
Einleitung 11
1. Die Welträtsellöser 27
1.1 Die Schattenseite der Wissenschaftspopularisierung 27
1.2 Das Phänomen des Welträtsellösertums 33
1.3 Kontexte des Welträtsellösertums 37
1.3.1 Okkultismus b37
1.3.2 Lebensreform 44
1.3.3 Monismus 50
1.4 Das Wissenschaftsverständnis der Welträtsellöser 57
1.4.1 Die Forderung nach absoluter Wahrheit 57
1.4.2 Substanzdenken 61
1.4.3 Zwischen Abgrund und Erlösung - Weltanschauliche Wissenschaft
64
1.5 Die antiakademische Haltung und Abgrenzung zur akademischen
Forschung 75
1.6 Zwischenbilanz zum Welträtsellösertum 80
2. Die Konfrontation mit der Relativitätstheorie 85
2.1 Der Siegeszug der Relativitätstheorie in der Öffentlichkeit
85
2.2 Die Rezeptionssperre 96
2.3 Die Verteidigungshaltung gegen den "Angriff" der
modernen Physik 102
3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie
113
3.1 Die Kritik an der Umgestaltung fundamentaler physikalischer
Konzepte durch die elativitätstheorie 114
3.1.1 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als Rahmenbedingung
der Kritik 114
3.1.2 …
Leseprobe zu "Einsteins Gegner" von Milena Wazeck
3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der
Relativitätstheorie (S. 113-114)
Der in den folgenden beiden Kapiteln untersuchte Diskurs gegen die
moderne Physik besaß eine inhaltliche und eine strategische
Dimension, die sich in einer inhaltlichen Kritik und in einer
strategischen Opposition äußerten. Die inhaltliche Dimension
umfasst das Gebiet der Wissensbestände, die gegen die
Relativitätstheorie angeführt wurden und die, wie im Folgenden
gezeigt wird, zum Teil vom akademischen Diskurs als »veraltet«
herausgedrängt worden waren (die klassisch-physikalischen
Erklärungen von nun »modern« erklärten Phänomenen) und zum Teil
ganz außerhalb des Bereichs wissenschaftsfähiger Aussagen lagen
(zum Beispiel die metaphysischen Erklärungen).
In diesem Kapitel wird die inhaltliche Kritik an der
Relativitätstheorie untersucht und es werden zwei verschiedene
Ebenen der Kritik identifiziert: Zum einen orientierte sich die
Kritik an fundamentalen physikalischen Konzepten, die durch die
Relativitätstheorie eine neue Bedeutung erhalten hatten. Die
Einsteingegner waren davon überzeugt, anhand ihrer eigenen Konzepte
von Zeit, Licht, Raum, …
10.12.2009
Die Welträtsellöser machen mobil
Lauter Käuze? Milena Wazeck spürt den Motiven der frühen Gegner
von Einsteins Relativitätstheorie nach
Kaum ein Physikprofessor, der noch keine solche Post bekommen hat:
Abhandlungen, in denen die Autoren - auffallend oft pensionierte
Herren aus technischen Berufen - so lange Formeln der
Schulmathematik umherschieben, bis sie die tiefsten Rätsel der
modernen Physik gelöst zu haben glauben. Ein anderes beliebtes
Thema solcher Traktate ist die Widerlegung der
Relativitätstheorie.
Was heute ein skurriles Hobby einiger weniger ist, das war in den
zwanziger Jahren ein breites gesellschaftliches Phänomen. Nachdem
Albert Einstein im November 1919, nach der empirischen Prüfung
einer Voraussage seiner allgemeinen Relativitätstheorie, praktisch
über Nacht zum Medienstar geworden war, begann sich bald Widerstand
zu formieren. Aber wer waren Einsteins Gegner damals? Alles Käuze,
verkrachte Existenzen oder Antisemiten?
Sicher, auf die ist Milena Wazeck auch gestoßen. Doch das Bild, das
die Mitarbeiterin des Berliner Max-Planck-Instituts für
Wissenschaftsgeschichte in ihrer sehr lesbaren Dissertation …
Kundenbewertungen zu "Einsteins Gegner" von "Milena Wazeck"
Bewertung von Klaus Mela am 25.12.2009
Fazit: Absolut lesenswert!
PS.: Die Aktualität des vorliegenden Buches wird an einigen der Leserkommentaren hier deutlich. Die logische Widerspruchsfreiheit der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) bzw. der zugrunde liegenden Lorentztransformation ist schon lange bewiesen. Die SRT kann nur experimentell widerlegt werden, indem zumindest eines der Postulate widerlegt wird, auf das die SRT aufbaut. Daran ändert sich auch nichts, wenn 10.000€ Belohnung ausgeschrieben werden.
Bewertung von Dipl.-Ing. Norbert Derksen aus Konstanz am 23.12.2009
Dann geben Sie bitte hier Ihre Bewertung ab
10.12.2009
Mit großem Interesse nimmt Rezensent Ulf von Rauchhaupt diese
Dissertation der Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck auf, die
er explizit als "sehr lesbar" lobt. Wazeck geht darin der
Frage nach, was die Kritiker von Albert Einsteins
Relativitätstheorie antrieb. Wie er dem Buch entnommen hat, waren
(und sind) tatsächlich viele Einstein-Gegner verschrobene
"Käuze, verkrachte Existenzen oder Antisemiten". Aber
nicht alle. Bei vielen wurzelte die Ablehnung auch, wie Rauchhaupt
erklärt, in einem "Substanzdenken, das sich nicht von der
mechanisch geprägten Alltagsanschauung lösen" konnte. Auch die
neuen mathematischen Konzepte haben die Laien unter den
"Welträtsellösern" einfach überfordert. Und schließlich
hat Einstein mit einem "metaphysischen Materialismus"
aufgeräumt, der sich absolute und eben anschauliche Wahrheiten über
die Natur der Dinge verspricht.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
01.03.2010, Berichte zur Wissenschaftsgeschichte "Eine Studie, die Beachtung verdient."
Autorenporträt zu "Milena Wazeck"
Milena Wazeck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.






















































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