Einsteins Gegner - Wazeck, Milena
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Milena Wazeck 

Einsteins Gegner

Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren. Diss.

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Produktbeschreibung zu Einsteins Gegner

In den 1920er Jahren erschienen zahlreiche populäre Schriften, die Einsteins Relativitätstheorie widerlegen wollten. Milena Wazeck zeigt, in welchem Maße der Physiker und seine Theorie von Akademikern wie auch von Nichtakademikern als fundamentale Bedrohung wahrgenommen wurden. Diese Bedrohung war so stark, dass sich ein internationales Netzwerk gegen die Relativitätstheorie formierte, dessen Existenz hier anhand neuen Quellenmaterials erstmals belegt wird.

Produktinformation


  • Verlag: Campus Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 450 S.
  • Seitenzahl: 429
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 139mm x 30mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783593389141
  • ISBN-10: 3593389142
  • Best.Nr.: 25661497
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.12.2009

Die Welträtsellöser machen mobil
Lauter Käuze? Milena Wazeck spürt den Motiven der frühen Gegner von Einsteins Relativitätstheorie nach

Kaum ein Physikprofessor, der noch keine solche Post bekommen hat: Abhandlungen, in denen die Autoren - auffallend oft pensionierte Herren aus technischen Berufen - so lange Formeln der Schulmathematik umherschieben, bis sie die tiefsten Rätsel der modernen Physik gelöst zu haben glauben. Ein anderes beliebtes Thema solcher Traktate ist die Widerlegung der Relativitätstheorie.

Was heute ein skurriles Hobby einiger weniger ist, das war in den zwanziger Jahren ein breites gesellschaftliches Phänomen. Nachdem Albert Einstein im November 1919, nach der empirischen Prüfung einer Voraussage seiner allgemeinen Relativitätstheorie, praktisch über Nacht zum Medienstar geworden war, begann sich bald Widerstand zu formieren. Aber wer waren Einsteins Gegner damals? Alles Käuze, verkrachte Existenzen oder Antisemiten?

Sicher, auf die ist Milena Wazeck auch gestoßen. Doch das Bild, das die Mitarbeiterin des Berliner Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in ihrer sehr lesbaren Dissertation …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Mit großem Interesse nimmt Rezensent Ulf von Rauchhaupt diese Dissertation der Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck auf, die er explizit als "sehr lesbar" lobt. Wazeck geht darin der Frage nach, was die Kritiker von Albert Einsteins Relativitätstheorie antrieb. Wie er dem Buch entnommen hat, waren (und sind) tatsächlich viele Einstein-Gegner verschrobene "Käuze, verkrachte Existenzen oder Antisemiten". Aber nicht alle. Bei vielen wurzelte die Ablehnung auch, wie Rauchhaupt erklärt, in einem "Substanzdenken, das sich nicht von der mechanisch geprägten Alltagsanschauung lösen" konnte. Auch die neuen mathematischen Konzepte haben die Laien unter den "Welträtsellösern" einfach überfordert. Und schließlich hat Einstein mit einem "metaphysischen Materialismus" aufgeräumt, der sich absolute und eben anschauliche Wahrheiten über die Natur der Dinge verspricht.

© Perlentaucher Medien GmbH

01.03.2010, Berichte zur Wissenschaftsgeschichte "Eine Studie, die Beachtung verdient."
Milena Wazeck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.

Leseprobe zu "Einsteins Gegner" von Milena Wazeck

Anfang der 1920er Jahre legte Gehrcke eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsartikeln über Einstein und die Relativitätstheorie an. Die Sammlung ist, da sie vorwiegend von Ausschnittsdiensten bestückt wurde, repräsentativ. Ursprünglich umfasste die Sammlung ca. 5.000 Artikel, einige Mappen sind jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Die ca. 2.700 erhalten gebliebenen Artikel sind im Nachlass enthalten und stellen eine wichtige Quelle zur öffentlichen Diskussion um die Relativitätstheorie dar.31 Ergänzend wird Material, insbesondere Korrespondenz, aus dem Nachlass von Arvid Reuterdahl herangezogen, der die treibende Kraft hinter der Entstehung eines internationalen Netzwerks der Einsteingegner in den frühen 1920er Jahren war. Der Nachlass ist vor wenigen Jahren von den Nachkommen an die University of St. Thomas, St. Paul, Minnesota übergeben worden und im Hinblick auf die Materialien zu Reuterdahls Gegnerschaft zur Relativitätstheorie wie der Nachlass Gehrckes für die vorliegende Arbeit erstmalig ausgewertet worden. Die Korrespondenz der Einsteingegner untereinander stellte für die Untersuchung eine besonders aufschlussreiche Quelle dar. Außerhalb der Nachlässe von Gehrcke und Reuterdahl ist die Quellenlage zu den außerakademischen Einsteingegnern dürftig, es gibt kaum Nachlässe und die Standardnachschlagewerke enthalten meist keine biographischen Angaben. Teilweise haben sich die Wege der außerakademischen Einsteingegner mit denen der kleinen und großen wissenschaftlichen Koryphäen gekreuzt, und sie haben in deren Nachlässen Spuren hinterlassen. Hier konnte selbstverständlich keine systematische Durchsicht erfolgen, sondern ich habe mich darauf beschränkt, in Einzelfällen konkreten Hinweisen nachzugehen. Die Tabelle auf Seite 25 gibt eine Übersicht über die in dieser Arbeit im Mittelpunkt stehenden Einsteingegner. Die Personen, die im Netzwerk der Einsteingegner eine besonders bedeutende Rolle spielten, werden zusätzlich in Biographie-Boxen vorgestellt. Die Arbeit enthält des Weiteren drei Fallstudien zu Einsteingegnern, die verschiedenen außerakademischen Kontexten zugeordnet werden können. Hier wurden exemplarische Fallstudien als Darstellungsweise gewählt, um die Verbundenheit außerakademischer Argumentationen nicht nur mit der jeweiligen Biographie sondern auch mit den sozialen und epistemologischen Rahmenbedingungen spezifischer weltanschaulicher Kontexte in der angemessenen Tiefe nachvollziehbar zu machen. Die Einsteingegner waren eine äußerst heterogene Gruppe, die sowohl inhaltliche als auch soziale Konflikte mit der modernen Physik austrug. Je nach Art der Konflikte werden die Einsteingegner in dieser Arbeit deshalb in verschiedene Kategorien eingeteilt. So ist in Bezug auf die inhaltliche Kritik eine Differenzierung zwischen vorwiegend klassisch-physikalisch, philosophisch oder auf Grundlage einer "eigenen Theorie" argumentierenden Einsteingegnern bzw. Welträtsellösern (zu diesem Begriff vgl. S. 33) angebracht. Im Hinblick auf die sozialen Marginalisierungsprozesse ist hingegen eine Unterscheidung nach dem gesellschaftlichen Status hilfreich. Auf dieser Ebene war das Verhältnis von institutionalisierter akademischer Wissenschaft und Einsteingegner weniger von der Art der inhaltlichen Argumentation als vielmehr von der Ausbildung und dem ausgeübten Beruf, also von der vorhandenen bzw. fehlenden Zugehörigkeit des Einsteingegners zur akademischen Physik oder Philosophie bestimmt. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb zwischen akademischen Physikern, akademischen Philosophen bzw. akademischen Einsteingegnern und außerakademischen Einsteingegnern unterschieden. Dabei korrespondieren akademische Ausbildung und Art der inhaltlichen Kritik in hohem Maße miteinander (der Physiker argumentiert im Allgemeinen physikalisch, der Philosoph philosophisch, der Ingenieur beispielsweise vor dem Hintergrund seiner Druckkrafttheorie), gehen aber nicht ineinander auf (der Physiker argumentiert auf der Grundlage seiner eigenen Theorie, der Ingenieur argumentiert physikalisch).

Leseprobe zu "Einsteins Gegner" von Milena Wazeck

3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie (S. 113-114)

Der in den folgenden beiden Kapiteln untersuchte Diskurs gegen die moderne Physik besaß eine inhaltliche und eine strategische Dimension, die sich in einer inhaltlichen Kritik und in einer strategischen Opposition äußerten. Die inhaltliche Dimension umfasst das Gebiet der Wissensbestände, die gegen die Relativitätstheorie angeführt wurden und die, wie im Folgenden gezeigt wird, zum Teil vom akademischen Diskurs als »veraltet« herausgedrängt worden waren (die klassisch-physikalischen Erklärungen von nun »modern« erklärten Phänomenen) und zum Teil ganz außerhalb des Bereichs wissenschaftsfähiger Aussagen lagen (zum Beispiel die metaphysischen Erklärungen).

In diesem Kapitel wird die inhaltliche Kritik an der Relativitätstheorie untersucht und es werden zwei verschiedene Ebenen der Kritik identifiziert: Zum einen orientierte sich die Kritik an fundamentalen physikalischen Konzepten, die durch die Relativitätstheorie eine neue Bedeutung erhalten hatten. Die Einsteingegner waren davon überzeugt, anhand ihrer eigenen Konzepte von Zeit, Licht, Raum, Gravitation und Äther die Relativitätstheorie widerlegen oder ihre Irrelevanz aufzeigen zu können.

Da diese Widerlegungsversuche bei den Welträtsellösern auf der Grundlage der eigenen Theorien, bei den Physikern und Philosophen zumeist aufgrund ihrer jeweiligen klassisch-physikalischen oder philosophischen Auffassungen geführt wurden, bildeten die Einsteingegner in der Art der inhaltlichen Widerlegung eine heterogene Gruppe. Zum anderen wurde der Status der Relativitätstheorie als physikalische Theorie angegriffen.

Aus einem anderen Verständnis heraus, was »richtige« Wissenschaft zu sein habe, wurde der modernen Physik Wissenschaftlichkeitsstatus abgesprochen. In diesem Punkt waren sich akademische und außerakademische Gegner der Relativitätstheorie einig. Darüber hinaus zeigte sich in der inhaltlichen Kritik bei den Welträtsellösern eine Konsequenz der im zweiten Kapitel dargestellten Rezeptionssperre: Überzeugt davon, »alles, was Gegenstand der Wissenschaft [...] sein kann« mit ihren Theorien zu umschließen, wurden auf breiter Basis Vorwürfe erhoben, die Relativitätstheorie sei ein Plagiat an der eigenen Theorie. Aus der Überzeugung heraus, die Relativitätstheorie abschließend widerlegt und für überflüssig erklärt zu haben, resultierte eine selbstbewusste Forderung nach Anerkennung dieser Widerlegungen, die die in Kapitel 4 untersuchte strategische Opposition gegen die moderne Physik zur Folge hatte.

3.1 Die Kritik an der Umgestaltung fundamentaler physikalischer Konzepte durch die Relativitätstheorie

3.1.1 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als Rahmenbedingung der Kritik

Im ersten Kapitel wurde das Phänomen des Welträtsellösertums untersucht und aufgezeigt, dass im außerakademischen Raum des frühen 20. Jahrhunderts eine »freie« Forschung mit Universalerklärungsanspruch existierte, deren Inhalte und Methoden mit denen der akademischen Wissenschaft inkompatibel war. Das zweite Kapitel stellte dar, dass die omnipräsente Relativitätstheorie von außerakademischen Welträtsellösern, aber auch von akademischen Physikern und Philosophen als Bedrohung ihrer eigenen Theorien bzw. ihrer zentralen wissenschaftlichen oder philosophischen Grundannahmen wahrgenommen wurde. Inhaltlich wurde die Relativitätstheorie von den Einsteingegnern daher von verschiedenen Grundlagen aus und aus verschiedenen Motiven heraus angegriffen: Die Welträtsellöser sahen in ihr die neueste Entwicklung der den Welträtsellöser- Theorien feindlich gegenüberstehenden akademischen Wissenschaft.

Die akademischen Physiker sahen in ihr die unberechtigte Ablösung der klassischen Physik durch eine mathematische Theorie ohne Wirklichkeitsbezug. Die Philosophen waren überzeugt, dass sich hier eine physikalische Theorie unrechtmäßig philosophische Bedeutung anmaßte. Die sich daraus ergebende verschiedene Schwerpunktsetzung und Heterogenität der inhaltlichen Kritik wird in den einzelnen Abschnitten deutlich werden. Die inhaltliche Kritik an der Relativitätstheorie hatte jedoch eine gemeinsame Rahmenbedingung, die unabhängig von den jeweils gegen die Relativitäts-

Leseprobe zu "Einsteins Gegner"

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Inhaltsangabe

Vorwort 9
Einleitung 11

1. Die Welträtsellöser 27
1.1 Die Schattenseite der Wissenschaftspopularisierung 27
1.2 Das Phänomen des Welträtsellösertums 33
1.3 Kontexte des Welträtsellösertums 37
1.3.1 Okkultismus b37
1.3.2 Lebensreform 44
1.3.3 Monismus 50
1.4 Das Wissenschaftsverständnis der Welträtsellöser 57
1.4.1 Die Forderung nach absoluter Wahrheit 57
1.4.2 Substanzdenken 61
1.4.3 Zwischen Abgrund und Erlösung - Weltanschauliche Wissenschaft 64
1.5 Die antiakademische Haltung und Abgrenzung zur akademischen Forschung 75
1.6 Zwischenbilanz zum Welträtsellösertum 80

2. Die Konfrontation mit der Relativitätstheorie 85
2.1 Der Siegeszug der Relativitätstheorie in der Öffentlichkeit 85
2.2 Die Rezeptionssperre 96
2.3 Die Verteidigungshaltung gegen den "Angriff" der modernen Physik 102

3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie 113
3.1 Die Kritik an der Umgestaltung fundamentaler physikalischer Konzepte durch die elativitätstheorie 114
3.1.1 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als Rahmenbedingung der Kritik 114
3.1.2 Zeit 119
3.1.3 Licht 132
3.1.4 Raum 143
3.1.5 Gravitation 152
3.1.6 Äther 169
3.2 Zwei Auffassungen von Wissenschaft 182
3.2.1 Die Kluft zwischen moderner und populärer Wissenschaftsauffassung 182
3.2.2 Anschaulichkeit 183
3.2.3 Die metaphysische Ebene der populären Wissenschaftsauffassung 190
3.3 Die inhaltlich motivierten Plagiatsvorwürfe 194
3.3.1 Die Norm der Originalität in der Wissenschaft 194
3.3.2 Die Relativitätstheorie als Plagiat der Welträtsellöser-Theorie 197
3.3.3 Der Inhalt der Plagiatsvorwürfe im Einzelnen - vier Beispiele 203
3.3.4 Resümee zu den inhaltlich motivierten Plagiatsvorwürfen 215

4. Marginalisierung und Protest: Die strategische Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie 217
4.1 Marginalisierung 218
4.1.1 Dimensionen des Marginalisierungsprozesses 218
4.1.2 Die frühe Bekanntschaft mit der Relativitätstheorie 221
4.1.3 "Herrn Prof. Einstein, Berlin. Betreff: Weltall" - Persönliche Kontakte zu Einstein 223
4.1.4 Die Überzeugungsversuche bei den akademischen Wissenschaftlern 231
4.1.5 Besonderheiten bei der Marginalisierung der akademischen Einsteingegner 238
4.1.6 Publikations-Probleme und publizistische Ausweichmanöver 242
4.1.7 Die wissenschaftlichen Vereine und ihre Publikationen 258
4.2 Argumentative Strategien gegen die Marginalisierung 267
4.2.1 Negation und Marginalisierung der Relativitätstheorie 268
4.2.2 Politische Argumentationen gegen die Relativitätstheorie 271
4.3 Netzwerkbildung und Protestvereinigungen der Einsteingegner 293
4.3.1 Das Netzwerk der Einstein-Gegner 294
4.3.2 Zum Begriff der Protestvereinigung 308
4.3.3 Die Academy of Nations als Protestvereinigung der Einsteingegner 309
4.3.4 Die gemeinsamen Protestaktionen der Einsteingegner 329
4.3.5 Die Deutsche Gesellschaft für Weltätherforschung und anschauliche Physik als Protestvereinigung der Einsteingegner 361
4.3.6 Die strategische Dimension des Anti-Einstein-Netzwerks 373

Schlussbetrachtung 379
Abkürzungen 386
Abbildungen 387
Literatur und Quellen 389
Personen- und Sachverzeichnis 426

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Kundenbewertungen zu "Einsteins Gegner" von "Milena Wazeck"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von Klaus Mela am 25.12.2009 ***** ausgezeichnet
Frau Wazeck ist in ihrem Buch auf knapp 450 Seiten gelungen, die Hintergründe und Motive der Kritik an Einstein und seiner Relativitätstheorie in den 1920er Jahren zu analysieren und darzustellen. Vor allem legt sie Wert darauf, die Situation im Kontext der damaligen Zeit zu beleuchten. Damit wird auch die Kritik an Einstein, die heute noch existiert, besser verständlich. Das Buch ist für jeden an Einstein und der modernen Physik Interessierten nahezu eine Pflichtlektüre, nicht zuletzt weil sich mit dem ausgezeichneten Werk logische Sichten auf moderne wissenschaftsfeindliche Tendenzen erschließen.

Fazit: Absolut lesenswert!

PS.: Die Aktualität des vorliegenden Buches wird an einigen der Leserkommentaren hier deutlich. Die logische Widerspruchsfreiheit der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) bzw. der zugrunde liegenden Lorentztransformation ist schon lange bewiesen. Die SRT kann nur experimentell widerlegt werden, indem zumindest eines der Postulate widerlegt wird, auf das die SRT aufbaut. Daran ändert sich auch nichts, wenn 10.000€ Belohnung ausgeschrieben werden.

16 von 17 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Dipl.-Ing. Norbert Derksen aus Konstanz am 23.12.2009 ***** schlecht
Das Buch „Einsteins Gegner. Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren“ der Autorin Milena Wazeck, welche fachlich nicht qualifiziert ist und nur lückenhafte Kenntnisse der Historie aufweist, spiegelt lediglich das allseits bekannte Wunschdenken Ewiggestriger wider und wurde längst von der Realität überholt. Ich selbst habe nämlich schon seit Jahren die Relativitätstheorie zweifelsfrei falsifiziert, indem ich mathematisch nachgewiesen habe, daß die Transitivität der Lorentz-Transformation, welche, wie bereits Max von Laue erkannte, für die Gültigkeit dieser „Theorie“ eine conditio sine qua non ist. im allgemeinen Falle nichtkollinearer Geschwindigkeiten lediglich für den Imaginärteil eines Weltpunktes erfüllt und damit nicht gegeben ist, wie jeder, der die entsprechende Vektor- und Matrizenrechnung dazu beherrscht, an einem beliebigen Beispiel leicht überprüfen kann. Es erübrigen sich daher sämtliche weiteren Diskussionen und Gründe, die unbestritten ebenfalls geeignet sind, die Relativitätstheorie zu widerlegen, nicht zuletzt auch an der Experimentalfront, wie an einem besonders eindrucksvollen Beispiel erstmalig von mir gezeigt, und ich lobe hiermit eine Belohnung von 10000 € für denjenigen aus, der mir die u. a. für den Bestand der Theorie unabdingbare Transitivität der Lorentz-Transformation nachweist.

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Milena Wazeck 

Einsteins Gegner

Einsteins Gegner - Wazeck, Milena

Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren. Diss.

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Produktinformation
  • Verlag: Campus Verlag
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 450 S.
  • Seitenzahl: 429
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 139mm x 30mm
  • Gewicht: 525g
  • ISBN-13: 9783593389141
  • ISBN-10: 3593389142
  • Best.Nr.: 25661497

Leseprobe zu "Einsteins Gegner"

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Produktbeschreibung zu "Einsteins Gegner"

Beschreibung

In den 1920er Jahren erschienen zahlreiche populäre Schriften, die Einsteins Relativitätstheorie widerlegen wollten. Milena Wazeck zeigt, in welchem Maße der Physiker und seine Theorie von Akademikern wie auch von Nichtakademikern als fundamentale Bedrohung wahrgenommen wurden. Diese Bedrohung war so stark, dass sich ein internationales Netzwerk gegen die Relativitätstheorie formierte, dessen Existenz hier anhand neuen Quellenmaterials erstmals belegt wird.

Leseprobe zu "Einsteins Gegner" von Milena Wazeck

Anfang der 1920er Jahre legte Gehrcke eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsartikeln über Einstein und die Relativitätstheorie an. Die Sammlung ist, da sie vorwiegend von Ausschnittsdiensten bestückt wurde, repräsentativ. Ursprünglich umfasste die Sammlung ca. 5.000 Artikel, einige Mappen sind jedoch im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Die ca. 2.700 erhalten gebliebenen Artikel sind im Nachlass enthalten und stellen eine wichtige Quelle zur öffentlichen Diskussion um die Relativitätstheorie dar.31 Ergänzend wird Material, insbesondere Korrespondenz, aus dem Nachlass von Arvid Reuterdahl herangezogen, der die treibende Kraft hinter der Entstehung eines internationalen Netzwerks der Einsteingegner in den frühen 1920er Jahren war. Der Nachlass ist vor wenigen Jahren von den Nachkommen an die University of St. Thomas, St. Paul, Minnesota übergeben worden und im Hinblick auf die Materialien zu Reuterdahls Gegnerschaft zur Relativitätstheorie wie der Nachlass Gehrckes für die vorliegende Arbeit erstmalig ausgewertet worden. Die Korrespondenz der Einsteingegner untereinander stellte für die Untersuchung eine besonders aufschlussreiche Quelle dar. Außerhalb der …

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Inhaltsangabe

Vorwort 9
Einleitung 11

1. Die Welträtsellöser 27
1.1 Die Schattenseite der Wissenschaftspopularisierung 27
1.2 Das Phänomen des Welträtsellösertums 33
1.3 Kontexte des Welträtsellösertums 37
1.3.1 Okkultismus b37
1.3.2 Lebensreform 44
1.3.3 Monismus 50
1.4 Das Wissenschaftsverständnis der Welträtsellöser 57
1.4.1 Die Forderung nach absoluter Wahrheit 57
1.4.2 Substanzdenken 61
1.4.3 Zwischen Abgrund und Erlösung - Weltanschauliche Wissenschaft 64
1.5 Die antiakademische Haltung und Abgrenzung zur akademischen Forschung 75
1.6 Zwischenbilanz zum Welträtsellösertum 80

2. Die Konfrontation mit der Relativitätstheorie 85
2.1 Der Siegeszug der Relativitätstheorie in der Öffentlichkeit 85
2.2 Die Rezeptionssperre 96
2.3 Die Verteidigungshaltung gegen den "Angriff" der modernen Physik 102

3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie 113
3.1 Die Kritik an der Umgestaltung fundamentaler physikalischer Konzepte durch die elativitätstheorie 114
3.1.1 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen als Rahmenbedingung der Kritik 114
3.1.2 …

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3. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Relativitätstheorie (S. 113-114)

Der in den folgenden beiden Kapiteln untersuchte Diskurs gegen die moderne Physik besaß eine inhaltliche und eine strategische Dimension, die sich in einer inhaltlichen Kritik und in einer strategischen Opposition äußerten. Die inhaltliche Dimension umfasst das Gebiet der Wissensbestände, die gegen die Relativitätstheorie angeführt wurden und die, wie im Folgenden gezeigt wird, zum Teil vom akademischen Diskurs als »veraltet« herausgedrängt worden waren (die klassisch-physikalischen Erklärungen von nun »modern« erklärten Phänomenen) und zum Teil ganz außerhalb des Bereichs wissenschaftsfähiger Aussagen lagen (zum Beispiel die metaphysischen Erklärungen).

In diesem Kapitel wird die inhaltliche Kritik an der Relativitätstheorie untersucht und es werden zwei verschiedene Ebenen der Kritik identifiziert: Zum einen orientierte sich die Kritik an fundamentalen physikalischen Konzepten, die durch die Relativitätstheorie eine neue Bedeutung erhalten hatten. Die Einsteingegner waren davon überzeugt, anhand ihrer eigenen Konzepte von Zeit, Licht, Raum, …

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10.12.2009

Die Welträtsellöser machen mobil
Lauter Käuze? Milena Wazeck spürt den Motiven der frühen Gegner von Einsteins Relativitätstheorie nach

Kaum ein Physikprofessor, der noch keine solche Post bekommen hat: Abhandlungen, in denen die Autoren - auffallend oft pensionierte Herren aus technischen Berufen - so lange Formeln der Schulmathematik umherschieben, bis sie die tiefsten Rätsel der modernen Physik gelöst zu haben glauben. Ein anderes beliebtes Thema solcher Traktate ist die Widerlegung der Relativitätstheorie.

Was heute ein skurriles Hobby einiger weniger ist, das war in den zwanziger Jahren ein breites gesellschaftliches Phänomen. Nachdem Albert Einstein im November 1919, nach der empirischen Prüfung einer Voraussage seiner allgemeinen Relativitätstheorie, praktisch über Nacht zum Medienstar geworden war, begann sich bald Widerstand zu formieren. Aber wer waren Einsteins Gegner damals? Alles Käuze, verkrachte Existenzen oder Antisemiten?

Sicher, auf die ist Milena Wazeck auch gestoßen. Doch das Bild, das die Mitarbeiterin des Berliner Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in ihrer sehr lesbaren Dissertation …

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Kundenbewertungen zu "Einsteins Gegner" von "Milena Wazeck"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):
3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen *****
gut
Bewertung von Klaus Mela am 25.12.2009
*****
ausgezeichnet
Frau Wazeck ist in ihrem Buch auf knapp 450 Seiten gelungen, die Hintergründe und Motive der Kritik an Einstein und seiner Relativitätstheorie in den 1920er Jahren zu analysieren und darzustellen. Vor allem legt sie Wert darauf, die Situation im Kontext der damaligen Zeit zu beleuchten. Damit wird auch die Kritik an Einstein, die heute noch existiert, besser verständlich. Das Buch ist für jeden an Einstein und der modernen Physik Interessierten nahezu eine Pflichtlektüre, nicht zuletzt weil sich mit dem ausgezeichneten Werk logische Sichten auf moderne wissenschaftsfeindliche Tendenzen erschließen.

Fazit: Absolut lesenswert!

PS.: Die Aktualität des vorliegenden Buches wird an einigen der Leserkommentaren hier deutlich. Die logische Widerspruchsfreiheit der Speziellen Relativitätstheorie (SRT) bzw. der zugrunde liegenden Lorentztransformation ist schon lange bewiesen. Die SRT kann nur experimentell widerlegt werden, indem zumindest eines der Postulate widerlegt wird, auf das die SRT aufbaut. Daran ändert sich auch nichts, wenn 10.000€ Belohnung ausgeschrieben werden.
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Bewertung von Dipl.-Ing. Norbert Derksen aus Konstanz am 23.12.2009
*****
schlecht
Das Buch „Einsteins Gegner. Die öffentliche Kontroverse um die Relativitätstheorie in den 1920er Jahren“ der Autorin Milena Wazeck, welche fachlich nicht qualifiziert ist und nur lückenhafte Kenntnisse der Historie aufweist, spiegelt lediglich das allseits bekannte Wunschdenken Ewiggestriger wider und wurde längst von der Realität überholt. Ich selbst habe nämlich schon seit Jahren die Relativitätstheorie zweifelsfrei falsifiziert, indem ich mathematisch nachgewiesen habe, daß die Transitivität der Lorentz-Transformation, welche, wie bereits Max von Laue erkannte, für die Gültigkeit dieser „Theorie“ eine conditio sine qua non ist. im allgemeinen Falle nichtkollinearer Geschwindigkeiten lediglich für den Imaginärteil eines Weltpunktes erfüllt und damit nicht gegeben ist, wie jeder, der die entsprechende Vektor- und Matrizenrechnung dazu beherrscht, an einem beliebigen Beispiel leicht überprüfen kann. Es erübrigen sich daher sämtliche weiteren Diskussionen und Gründe, die unbestritten ebenfalls geeignet sind, die Relativitätstheorie zu widerlegen, nicht zuletzt auch an der Experimentalfront, wie an einem besonders eindrucksvollen Beispiel erstmalig von mir gezeigt, und ich lobe hiermit eine Belohnung von 10000 € für denjenigen aus, der mir die u. a. für den Bestand der Theorie unabdingbare Transitivität der Lorentz-Transformation nachweist.
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10.12.2009

Mit großem Interesse nimmt Rezensent Ulf von Rauchhaupt diese Dissertation der Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck auf, die er explizit als "sehr lesbar" lobt. Wazeck geht darin der Frage nach, was die Kritiker von Albert Einsteins Relativitätstheorie antrieb. Wie er dem Buch entnommen hat, waren (und sind) tatsächlich viele Einstein-Gegner verschrobene "Käuze, verkrachte Existenzen oder Antisemiten". Aber nicht alle. Bei vielen wurzelte die Ablehnung auch, wie Rauchhaupt erklärt, in einem "Substanzdenken, das sich nicht von der mechanisch geprägten Alltagsanschauung lösen" konnte. Auch die neuen mathematischen Konzepte haben die Laien unter den "Welträtsellösern" einfach überfordert. Und schließlich hat Einstein mit einem "metaphysischen Materialismus" aufgeräumt, der sich absolute und eben anschauliche Wahrheiten über die Natur der Dinge verspricht.

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Rezensionen und Kritik

01.03.2010, Berichte zur Wissenschaftsgeschichte "Eine Studie, die Beachtung verdient."

Autorenporträt zu "Milena Wazeck"

Milena Wazeck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.

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