Leseprobe zu "Magierschwur / Mithgar Bd.9" von Dennis L. McKiernan
ANMERKUNGEN DES AUTORS
Magierschwur erzählt die Geschichte des Großen Krieges, gesehen durch die Augen von zwei Wurrlingen, Tipperton Thistledown und Beau Darby.
Die Geschichte beginnt im Jahr 2195 der Zweiten Ära von Mithgar. In dieser Zeit können die Rûpt oder Rukhs noch bei Nacht und am helllichten Tag umherstreifen, obwohl man sagt, dass sie ihrem schändlichen Tun lieber im Schutz der Dunkelheit nachgehen.
Die Geschichte des Großen Bannkrieges wurde aus verschiedenen Quellen rekonstruiert, von denen eine wichtige die Thistledown-Saga ist. Ich habe an einigen Stellen die Lücken mit eigenen Vermutungen ergänzt, aber im Großen und Ganzen entspricht die erzählte Geschichte der ursprünglichen Sage.
Wie bei einigen anderen Werken über Mithgar kommt es häufig vor, dass sich in der Hitze des Augenblicks Menschen, Magier, Elfen und andere unwillkürlich ihrer Muttersprache bedienen. Um jedoch lästige Übersetzungen zu vermeiden, habe ich, wo erforderlich, ihre Worte in Pellarion aufgeschrieben, der Umgangssprache Mithgars. Einige Worte und Redewendungen eignen sich jedoch nicht für die Übersetzung, und diese habe ich unverändert gelassen. Darüber hinaus mögen verschiedene Wörter falsch aussehen, sind tatsächlich aber korrekt - so ist zum Beispiel DelfHerr nur ein einzelnes Wort, obwohl mitten im Wort ein großes H steht.
Die Elfensprache Sylva ist sehr altertümlich und förmlich, aber im Interesse der Lesbarkeit sind die meisten altertümlichen Ausdrücke und Redewendungen eliminiert worden.
Für die besonders Neugierigen sei noch angemerkt, dass das w in Rwn wie uu ausgesprochen wird (w ist schließlich nichts anderes als ein doppeltes u). Rwn wird also nicht Renn ausgesprochen, sondern Ruhn.
1. Kapitel
Tipperton, Beau, Loric und Phais erreichten das östliche Ende des Passes, als der abnehmende Halbmond am Himmel aufging und sein silbernes Licht die hohe Steppe Valons überzog.
"Wir werden hier zwischen den schützenden Klippen lagern", erklärte Loric und schnallte seinen Rucksack ab. "Morgen früh reiten wir weiter."
"Aber was ist mit dem Rauch und den Feuern auf den Ebenen, die wir gesehen haben?", erkundigte sich Beau. "Sollten wir nicht nachsehen, ob jemand Hilfe benötigt?"
Loric sah Phais an und schüttelte dann den Kopf. "Mir schwant, dass wir hier nur ein anderes Stede, ein weiteres Annory finden werden, Herr Beau. Als wir die Brände dort untersuchten, war es ebenfalls bereits zu spät."
Tipperton nickte düster. "Außerdem sind es mindestens zwanzig Meilen bis dorthin. Selbst wenn wir ohne Pause zügig reiten, erreichen wir die Feuer erst am Morgen, oder vielleicht sogar erst gegen Mittag."
"Meiner Treu", erwiderte Beau niedergeschlagen. "Ich hatte gehofft, es wäre näher. Ehrlich gesagt, kann ich kaum weitergehen, wenn wir nicht zwischendurch eine kleine Pause einlegen. Immerhin klettere ich nicht jeden Tag mit einem Rucksack auf dem Rücken über den Grimmwall und wieder hinunter."
"Außerdem führt uns unser Weg ohnehin dort vorbei", mischte sich Phais ein. "Also sollten wir morgen sehen, was dort auf der Ebene brennt. Aber fürs Erste habt Ihr recht, wir müssen rasten."
Tip setzte seinen Rucksack ab und seufzte erleichtert. Dann schaute er zur Gûnnaring-Schlucht zurück. "Wird es irgendwann einfacher? Ich meine, diese Wanderung?"
Loric nickte. "Je weiter wir kommen, desto einfacher wird der Weg. Denn unsere Rucksäcke werden leichter, je mehr Lebensmittel wir verbrauchen. Und unsere Stärke und Ausdauer wird wachsen, während wir über die Ebene und bis nach Darda Galion wandern."
Beau stöhnte. "Wir müssen doch hoffentlich nicht den ganzen Weg bis zum Greisenwald zu Fuß zurücklegen? Irgendwo müssen wir doch Pferde kaufen können ... oder Ponys."
Phais kniete neben ihrem Rucksack nieder und löste die Verschnürung. "Wer kann das sagen", meinte sie seufzend, "da dieses Land vom Krieg heimgesucht wird?"
Tipperton sah die Dara an. "Wann werden wir den Elfenwald erreichen, falls wir zu Fuß gehen müssen?"
Phais blickte fragend zu Loric. "Wenn wir nicht verweilen", antwortete er, "sollten wir in vierzehn Tagen dort sein."
"Vierzehn Tage? Zwei Wochen?"
"Aye. Es sind fast hundert Werst."
"Dreihundert Meilen?"
"Aye, dreihundert Meilen, Tipperton. Und wir schaffen etwa sieben Werst am Tag, also brauchen wir etwa vierzehn Tage."
Tipperton stöhnte. "Einundzwanzig Meilen am Tag, und das vierzehn Tage lang. Meine armen Füße protestieren jetzt schon."
Beau schnaubte. "Pah, Tip, im Vergleich dazu, wie wir im Ödwald über das Eis gerutscht sind, dürfte dieser Spaziergang in den Greisenwald geradezu ein Ausflug sein. Was kann besser sein, als auf weichem Boden über eine Steppe zu laufen? Außerdem, Wurro, vergiss nicht, dass dies von allen Möglichkeiten, die uns geblieben sind, der schnellste Weg ist."
Tip warf seinem Freund einen skeptischen Blick zu, sagte jedoch nichts, während er stöhnend aufstand, um die erste Wache zu übernehmen.
Kurz nach Tagesanbruch marschierten sie in nordöstlicher Richtung über die hügeligen Ebenen von Valon. Die Steppe war bis zum Horizont mit hohem Gras bewachsen, das den Elfen bis zu den Schenkeln, den Wurrlingen jedoch bis zur Brust reichte. Es wiegte sich in dem frischen Morgenwind, der aus der Gûnnaring-Schlucht hinter ihnen blies. Hinter dem Horizont stieg immer noch eine Rauchsäule auf und bedeckte den Himmel mit ihren Schwaden. Der Rauch wurde vom Wind nach Osten getrieben. Und sie marschierten direkt auf den Ursprung der Rauchsäule zu.
"Was ist, wenn es dort so aussieht wie in Annory? Eine niedergebrannte und zerstörte Stadt, in der ein Trupp des Gezüchts kampiert?", fragte Beau. "Was können wir vier dagegen ausrichten?"
Phais seufzte. "Wir müssen sie umgehen."
"Ihr meint, wir lassen sie in Ruhe?", fragte Tip.
Phais nickte. "Aye. Es sind wahrscheinlich zu viele für uns."
Tipperton knurrte. "Aber die Zwerge haben neunzehn Feinde angegriffen, und sie waren nur zu fünft."
Loric schüttelte resigniert den Kopf. "Die Zwerge sind eine wilde Rasse, denen die Ehre weit mehr gilt als das Leben. Aye, sie haben mit ihren schwingenden Äxten neunzehn Feinde angegriffen, und sich auf das Überraschungsmoment und ihre rohe Kraft verlassen. Sollten wir einer ähnlichen Situation begegnen, würde ich mich auf Verstohlenheit und List besinnen, um dasselbe Ergebnis zu erzielen. Aber beachtet: Verstohlenheit, List und Klugheit bedürfen der Zeit, und sollten wir einer großen Zahl von Feinden begegnen, müssen wir sie umgehen, wenn wir unsere Reise nach Aven nicht gefährden wollen."
Tip runzelte die Stirn, was Phais bemerkte. "Tipperton, wenn wir jeden Feind zwischen diesem Ort und Dendor in Aven angreifen, brauchen wir mindestens ein Jahr, bis wir vor König Agron treten können."
"Trotzdem", fuhr Loric fort, "werden wir unterwegs Erkundungen über den Feind einziehen und dieses Wissen an diejenigen weitergeben, die es benötigen."
"Wie Kundschafter?", meinte Beau. "Ich meine, solange wir nicht vom Weg nach Aven abkommen."
"Genau so." Loric lächelte den Wurrling an.
Dann marschierten sie weiter über die Ebene auf die Rauchsäule zu, über der am Himmel zahlreiche Vögel ihre Kreise zogen.
"Leise!", zischte Loric, als sie einen Hügelkamm erreichten. "Geht in Deckung."
Sie warfen sich ins Gras. "Was?", flüsterte Tipperton. "Was ist dort?"
"Pferde", zischte der Alor, setzte seinen Rucksack ab und zog sein Schwert. Phais nickte zustimmend, zog ebenfalls ihre Klinge und befreite sich von ihrem Bündel.
Beau lag flach auf dem Boden und drückte sein Ohr auf die Erde. Er riss die Augen auf und bedeutete Tip mit einer Handbewegung, seinem Beispiel zu folgen. Der sah seinen Freund erstaunt an, als er ebenfalls das Donnern zahlloser Hufe auf der weichen Erde hörte. "Und wenn es Freunde sind?", fragte er und hob vorsichtig den Kopf.
"Und wenn es Feinde sind?", antwortete Beau mit einer Gegenfrage.
"Freunde werden wir begrüßen", meinte Phais, "Feinde nicht." Dann legte sie den Finger auf die Lippen, um Schweigen zu gebieten.
Beau sog zischend die Luft ein. "Meiner Treu, wenn es nun Ghûle auf Hèlrössern sind?"
Geschützt vom hohen Gras zog Tipperton seinen Bogen von den Schultern und legte einen Pfeil auf. Beau folgte seinem Beispiel.
Jetzt konnten die Wurrlinge die Pferde auch hören, ohne die Ohren auf den Boden zu legen. Tipperton blickte auf, damit er über die Spitzen der Gräser spähen konnte.
Sie kamen aus dem Norden und bogen um die Flanke eines Hügels. Ein Reiteraufzug, mehr als dreißig Männer auf Pferden. Neben ihnen her liefen mindestens doppelt so viele Männer, und sie alle waren mit Speeren bewaffnet. Die Reiter waren dunkelhäutig, trugen Turbane und lange, fließende Gewänder, und gebogene Schwerter, die sie an der Seite gegürtet hatten. Das Fußvolk war noch dunkelhäutiger, fast schwarz. Sie trugen nur kurze Lendenschurze und an den Füßen Sandalen. Ihr langes Haar hatten sie zu Zöpfen gebunden, die von Muschelspangen zusammengehalten wurden. Auf ihrer dunklen Haut glänzte der Schweiß.
"Deckung!", zischte Loric und zog Tipperton hinunter. "Das ist der Feind."
Sie rannten durch eine Senke, und die Gefährten hörten das angestrengte Keuchen sowohl der Männer als auch der Tiere. Sie verschwanden schon bald hinter den lang gestreckten Hügeln in südlicher Richtung.
Vorsichtig ging Loric auf ein Knie, sah sich um und richtete sich dann ganz auf.
Er bedeutete den anderen, sich ebenfalls zu erheben.
Tipperton sah nach Süden, konnte aber nur das weite, wogende Gras erkennen. "Was ... Wer war das?"
"Männer aus Hyree", erwiderte Loric, "und Männer aus Chabba."
"Auf den Pferden ...?"
"Saßen Hyrianer", erklärte der Elf. "Und die Krieger zu Fuß waren Chabbaner."
"Ha", meinte Beau. "Ich habe schon einmal von den Chabbanern gehört, aber mir will nicht einfallen, was es war."
"Waren das nicht die Krieger, welche Gleeds niedergebrannt haben?", fragte Tipperton. "Ich glaube, mein Vater hat mir davon erzählt." Er sah Phais fragend an.
"Aye, damals in der Ersten Ära."
"Aber die zweite Ära dauert schon zweitausend Jahre an", meinte Beau. "Was machen sie denn jetzt hier?"
Phais seufzte. "Sie suchen nach Rache für lang vergangene Taten."
Als die Wurrlinge sie verständnislos anschauten, fuhr die Elfin fort: "Gleeds war eine Stadt, erbaut aus Holz von dem ersten Hochkönig Awain. Etwa sechzig Sommer später stritten sich Chabba und Pellar über einige Handelsrouten. Die Chabbaner überquerten mit einer Flotte das Avagonmeer und brannten die noch recht junge Stadt nieder. Doch die Armee des Hochkönigs kesselte die Angreifer ein und schlachtete sie bis auf einige wenige ab, obwohl sich viele ergaben. Seitdem hegen die Chabbaner einen tiefen Groll in ihrem Herzen. Sie haben geschworen, eines Tages für die Niederlage Rache zu nehmen."
"Und der Hochkönig hat den Sitz seiner Regierung damals doch aus der Asche jener Stadt nach Caer Pendwyr verlegt?"
"Richtig", meinte Beau. "Jetzt erinnere ich mich wieder. An die Geschichte, meine ich. Aber das ist schon so lange her, und trotzdem suchen die Chabbaner noch Vergeltung?"
"Meiner Treu, Beau, du hast recht", meinte Tipperton. "Ihr sagt, das wäre in der Ersten Ära geschehen?"
Phais runzelte die Stirn. "Aye, und zwar am Anfang der Ersten Ära. Unter der Herrschaft von König Rolun, dem Enkel von Awain. Awain gründete Gleeds, und Rolun sah die Stadt niederbrennen."
Tipperton schüttelte den Kopf. "Das muss also vor mindestens zwölftausend Jahren gewesen sein, Beau. Wollt Ihr uns sagen, Phais, dass die Chabbaner seit so langer Zeit ihren Hass pflegen?"
"Nicht nur deswegen, sondern auch wegen all der anderen Niederlagen", erklärte Phais. "Sie verehren die Geister der Verstorbenen und glauben, dass alle finsteren Taten gesühnt werden müssen, weil sie sonst keine Ruhe finden, und ihre Klagen Leid über ihre lebenden Verwandten bringen."
"Ich muss schon sagen ...", begann Beau, und fuhr dann erschreckt fort: "Deckung! Zieht die Köpfe ein!"
Als sich die Gefährten in das hohe Gras duckten, kam der Zug der Reiter auf einer weit entfernten Anhöhe wieder in Sicht. Sie überquerten den Hügel rasch und verschwanden wieder, aber sie bewegten sich in unvermindertem Tempo nach Süden weiter.
Phais sah Loric an. "Dort liegt ihr Nachtlager."
Loric nickte.
"Woher wisst Ihr das?" Beau sah sich misstrauisch um.
"Sie hatten keine Vorräte dabei, Kleiner", antwortete Loric.
"Meiner Treu!" Beau deutete auf die Rauchsäule in der Ferne. "Glaubt Ihr, dass sich ihr Lager dort befindet?"
Loric wirkte skeptisch, und Phais antwortete dem Wurrling. "Die Rauchsäule, die wir gestern gesehen haben, stammt nicht von einem Lager, sondern eher von einer brennenden Siedlung, und die Vögel sind ebenfalls ein böses Omen. Trotzdem sollten wir vorsichtig weitergehen."
Während Loric seinen Rucksack schulterte, meinte er: "Wir müssen darauf achten, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen, sonst könnten sie unsere Fährte finden und uns folgen. Dann wären wir verloren."
"Können wir nicht in ihren Spuren gehen?" Tipperton deutete auf die breite Reihe von Abdrücken, welche die schweren Tritte von Pferden und Menschen hinterlassen hatten. "Dann würden unsere Spuren in ihren verschwinden."
"Das könnten wir", räumte Loric ein. "Sollten sie diesen Pfad jedoch häufiger benutzen, möchte ich ihm lieber nicht folgen."
Da sie nicht wussten, was vor ihnen lag, marschierten die vier eine Weile schweigend weiter und hielten einen sicheren Abstand zu der breiten Schneise, die der Tross in dem hohen Gras hinterlassen hatte. Sie selbst hinterließen kaum eine Fährte, weil Loric den beiden Wurrlingen gezeigt hatte, wie man seine Füße setzen musste, damit das hohe Gras sich anschließend wieder aufrichtete. Allerdings verlangsamte das ihren Weitermarsch erheblich.
Sie gingen auf die Rauchsäule zu, über der nach wie vor die Vögel kreisten, und fürchteten im Stillen das, was sie dort finden mochten.
"Dieser Hochkönig Awain", brach Beau schließlich das düstere Schweigen. "Wann ist er an die Macht gekommen?"
"Nun, im ersten Jahr der Ersten Ära", erwiderte Phais.
Beau sah sie verwirrt an.
"Mit der Krönung des ersten Hochkönigs begann die Zeitrechnung der Ersten Ära", erklärte sie.
"Ah! Ich habe mich immer gefragt, wo sie ihren Anfang nahm."
Tipperton nickte. "Ich auch. Ich meine, irgendwann muss die Zeitrechnung ja ..."
Der Wurrling unterbrach sich jedoch abrupt, da sie auf eine Anhöhe gestiegen waren, und nun die Ebene dahinter und die geschwärzten Ruinen einer Stadt sehen konnten. Doch die verbrannten Trümmer waren nicht das Schlimmste, denn überall auf den Straßen und Plätzen lagen Leichen herum. Alle Bewohner waren tot, Männer, Frauen, Junge und Alte, selbst Pferde, Hunde, Schafe, und Hühner waren ermordet worden.
Und trotzdem war noch Leben dort, denn die Aasfresser feierten ein Fest.
Beau brach in Tränen aus. Tipperton drehte sich herum und starrte in die Richtung, in welcher der Reiterzug verschwunden war. Seine Augen glühten vor Hass.
"Kommt", seufzte Phais. "Hier können wir nichts mehr ausrichten."
Sie ließen den Ort, in dem nun nur noch Verwüstung herrschte, links liegen und zogen weiter.
An diesem Abend schlugen sie ihr Lager in einem kleinen Gehölz auf, wo sie ein Feuer entzündeten und Tee kochten.
"Himmel", meinte Beau, "ich werde diesen Anblick niemals vergessen können."
"Ich will ihn auch gar nicht vergessen", meinte Tipperton. "Sie sollen für das zahlen, was sie getan haben, und wenn es jemals in meiner Macht steht, das zu rächen, was dort geschehen ist, werde ich es tun."
"Ihr klingt fast wie einer von ihnen, Tipperton", erklärte Phais. "Wie einer der Chabbaner, meine ich."
"Wie?" Tipperton schrak zusammen.
"Vergeltung. Das ist es, was sie antreibt. Gyphon und seine Handlanger sorgen dafür."
"Wollt Ihr behaupten, dass solch böse Taten ungesühnt bleiben sollten?"
"Nein, Tipperton. Dennoch müsst Ihr darauf achten, nicht in dieselbe Raserei zu verfallen wie sie. Hass darf das Leben nicht steuern, sonst wird er Euren Geist und Eure Seele vergiften."
"Und was ist mit denen, die Ihr wegen des Fällens der Neun niedergestreckt habt? War das nicht auch Vergeltung?"
Phais zögerte kurz und sah Loric an. "Ja", räumte sie dann ein. "Das war es. Es gibt Zeiten, in denen Vergeltung notwendig ist."
"Wohlan, ich glaube, das hier ist so ein Moment."Die Elfin seufzte und nickte. "Dennoch, Tipperton", meinte sie dann, "lasst Euch nicht vom Hass leiten."