Ausgewählte Briefe - Gellhorn, Martha

Martha Gellhorn 

Ausgewählte Briefe

Mit e. Nachw. v. Sigrid Löffler

Hrsg. v. Caroline Moorehead. Aus d. Engl. v. Miriam Mandelkow
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Ausgewählte Briefe

"Ich sehe Hemingway ab und zu... Er ist ein komischer Kauz, sehr liebenswert, voller Verve und ein glänzender Geschichtenerzähler. (Bei einem Schriftsteller ist das Phantasie, bei allen anderen Lüge. Das nennt man Genie.) Also sitze ich da und habe gerade das Ms. zu seinem neuen Buch gelesen und gebe dazu furchtbar kluge Dinge von mir; anderer Leute Bücher zu beurteilen, ist ein Kinderspiel, das eigene eine Qual."Martha Gellhorns Karriere als Kriegsreporterin führte sie an die vorderste Front praktisch jedes bedeutenden internationalen Konflikts, vom Spanischen Bürgerkrieg bis zum Ende des Kalten Kriegs. Sie war in jeder Hinsicht eine leidenschaftliche Frau, so lebte und so schrieb sie. Die liebevollen Briefe an ihre Freunde geben Zeugnis vom intensiven Leben der Schriftstellerin, die stets das harte Leben suchte und doch fast daran zerbrach.


Produktinformation

  • Verlag: Dörlemann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 415 S.
  • Seitenzahl: 415
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 126mm x 35mm
  • Gewicht: 495g
  • ISBN-13: 9783908777502
  • ISBN-10: 390877750X
  • Best.Nr.: 26335709
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.12.2009

Sie wollte die Hölle auf Rädern sein

Zeugnisse von der Unordnung des Herzens: Martha Gellhorn zeigt sich in ihren Briefen als mutige und oft kompromisslose Frau, die ihre Widersprüche mit Leidenschaft ausgelebt hat.

Ohne mich: weshalb ich nie wieder nach Deutschland zurückkehren werde", hatte sie im Jahr 1992 einen Essay in der britischen Zeitschrift "Granta" betitelt, die eine Ausgabe dem Phänomen der "Krauts" widmete. Die Deutschen hatte Martha Gellhorn nie gemocht, seit ihrem ersten Besuch 1936, als sie Zeugin wurde, wie junge grölende Nazis ein altes Ehepaar zwangen, auf allen vieren die Straße zu wischen. Das hat sich ihr, die jüdische Wurzeln hatte und immer mit Israel sympathisierte, tief eingebrannt. "Wenn man bedenkt, dass wir versucht haben, die Malariamücke auszurotten", schreibt sie 1944, "könnten wir uns doch allemal ein wenig Zeit nehmen, den Deutschen auszurotten, der noch sichereren und hässlicheren Tod bringt."

Wenige Tage nach der Befreiung von Dachau war sie zur Stelle als Reporterin, das waren prägende Erfahrungen. In einem ihrer späten Briefe muss sie resigniert feststellen, dass sie jetzt vor allem in Deutschland …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

"Ich will, dass Du aufhörst, Dich selbst zu bemitleiden, das ist unwürdig und blamabel, raff Dich auf, ein paar Schmerzen auf Dich zu nehmen." Hin und wieder musste Rezensentin Angela Schader zwar schlucken, wenn Martha Gellhorn aufmunternd wie hier an den krebskranke Leonard Bernstein schrieb, aber sie versichert, dass sie die große Reproterin Gellhorn in diesen ausgewählten Briefen zwar hart und grausam erlebte, aber nie herzlos! Überhaupt haben ihr die Briefe wunderbare Einblicke in das Leben einer Silberdistel gewährt. Sie datieren von Ende 1931 bis 1966 und waren unter anderem an Ernest Hemingway, Eleanor Roosevelt, William Walton oder Sibylle Bedford adressiert. Dabei lernte Schader nicht nur einiges über Gellhorns kompliziertes Liebesleben (trotz aller Ehen und glamourösen Freunde blieb sie Jungfrau), ihrem Reporterleben während des Zweiten Weltkriegs in Europa und ihre Getriebenheit. Ein Leben ohne Arbeit erschien ihr, wie Schader zitiert, "als würde man Marshmallows oder Asche kauen, oder beides zusammen".

© Perlentaucher Medien GmbH
Martha Gellhorn, 1908 geboren in St. Louis/Missouri begnete Hemingway 1936 in Key West; ab 1937 waren sie in Spanien, 1940 folgte die Heirat (Martha war seine dritte Ehefrau). Robert Capa hat die Hochzeit für das "Life"-Magazin verewigt. Martha Gellhorn war Kriegsreporterin: Spanien im Bürgerkrieg, Prag vor dem Einzug der Deutschen, Finnland beim Einmarsch der Roten Armee, das KZ Dachau kurz nach der Befreiung. Später erlebte sie die Gewaltorgien in Vietnam, im Nahen Osten, in Mittelamerika.

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