Santiago de Compostela in Galizien ist das Ziel des berühmten
Jakobsweges. Im Jahre 43 wurde der Legende nach der Leichnam von
Jakobus, einem der zwölf Jünger Jesu, in einem Boot an die Küste
getrieben. Der Ort wurde nach der Entdeckung des Grabes im 9. Jh.
zum Pilgerort, der bis heute - mit Unterbrechung während des
Franco-Regimes - bereits unzählige Gläubige anzog. Auch der
Schweizer Theaterpädagoge Roman Weishaupt ging die 2.300 Kilometer,
doch nicht wie die meisten aus religiösen Beweggründen, sondern aus
Neugier. Bruno Moll ("Mekong") begleitet in seinem
Dokumentarfilm über den Jakobsweg den Wanderer Roman Weishaupt an
30 von insgesamt 80 Tagen und beschreibt auf ruhige und
unaufdringliche Weise dessen tägliche Erfahrungen. Dabei können
Kleinigkeiten zu abenteuerlichen Vorkommnissen werden. Zwischen
Frust und Erfolgserlebnis, zwischen Reflexion und Wirklichkeit
erlebt der Zuschauer die Höhen und Tiefen mit und nicht zuletzt den
Rhythmus des meditativen Wanderns, das zur persönlichen Einkehr
anregt.
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Roman Weishaupt aus dem bündnerischen Degen hat ein Ziel vor Augen:
In drei Monaten will er auf dem berühmten Jakobsweg 2300 Kilometer
bis nach Santiago de Compostela pilgern. Die Lust an der
Herausforderung und die Hoffnung, sich selbst besser kennen zu
lernen, treiben ihn an. Momente der Euphorie und der Genugtuung
ebenso wie Hader und Zweifel reflektiert Roman in seiner
Muttersprache, dem Rätoromanischen, und gewährt uns damit intime
Einblicke in seine Gefühlswelt. Bruno Moll hat Roman auf den
wichtigsten Etappen seiner Reise begleitet und Bilder geschaffen,
die zum Schwelgen und zum Verweilen einladen. Dem Rhythmus des
Wanderers folgend, feiert der Film die Wiederentdeckung der
Langsamkeit in einer von Hektik geprägten Zeit.