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Proust Pharao
- Einband: Halbleinen
- Buch mit Leinen-Einband
- Halbleinen
Produktinformation
- Verlag: Berenberg
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 98 S.
- Seitenzahl: 76
- Deutsch
- Abmessung: 231mm x 164mm x 12mm
- Gewicht: 245g
- ISBN-13: 9783937834344
- ISBN-10: 3937834346
- Best.Nr.: 26435811
Produktbeschreibung zu "Proust Pharao"
Kurzbeschreibung
Marcel Proust ist der Größte: Über Mann und Nabokov hat Michael Maar Bücher geschrieben, in denen er in unnachahmlicher Weise anhand neuer Sichtweisen auf unbeachtet gebliebene biographische Details Neuinterpretationen von großer Tragweite gewagt hat. Keiner der beiden aber vemag wie Proust, den Spürsinn des Interpretationsjägers zu wecken und gleichzeitig sein Herz zu erwärmen. Der große Marcel war kein Hohepriester seiner selbst, sondern ein ebenso liebenswürdiger wie boshafter Plauderer. Wie kaum ein anderer hat er seine Freunde, seine Liebhaber, seine Welt, die eigenen Biographie in Literatur verwandelt und die Geheimnisse des eigenen Lebens in den unergründlichen Weiten, den verborgenen Ecken und Nebenräumen jenes prächtigen Gebäudes untergebracht, das die 'Recherche du temps perdu' für alle Zeiten darstellt. In sieben Kapiteln führt Michael Maar den Leser durch diesen Palast. Eine Ortsführung vorzugsweise auch für jene, die bisher noch nicht dem Zauber des großen Franzosen erlegen sind.
29.11.2009
13. Narziss, Proust und Kammerzofe
Proust-Leser sind neugierig. Proust-Leser wollen alles wissen.
Alles, was das große Werk, seine Entstehung, seine Figuren, seinen
Erzähler und natürlich was seinen Autor angeht. Und dabei ahnen sie
doch, dass sich bei Proust und seiner "Recherche" hinter
jeder geöffneten Tür ein Vorhang, hinter diesem wieder eine Tür
verbirgt, ein Vorzimmer, ein Salon, ein Gang, eine Treppe, eine
Kammer mit einem Fensterchen, und dass all diese Räume mal im
hellen Sonnenschein liegen, mal in Dämmerlicht gehüllt sind, immer
anders erscheinen, nie zu ergründen sind.
Michael Maar ist so ein schlüsselsuchender, vorhängebewegender
Leser; wieder und wieder öffnet er die verschiedenen Türen, betritt
die proustsche Zimmerflucht mal durch den Vorder-, mal durch den
Dienstboteneingang, wissend, dass das ein unendliches Gehen,
Verweilen, Beobachten, Betrachten ist. Bei diesen Gängen machte er
über die Jahre hinweg wundervolle, andere Proust-Leser beglückende
Entdeckungen, von denen er nun in einem schmalen, bibliophilen Band
erzählt. Da ist der berühmte Brief, den der sechzehnjährige Proust
an seinen Großvater schrieb, um Geld …
10.12.2009
Spargel für die Schwangere
Michael Maars wunderbare Petitessen zu Marcel Proust
Proust-Kommentare bewegen sich zwangsläufig zwischen Monumentalität und Pedanterie. Wer sich darauf einlässt, muss die geeignete Form finden: den biographischen Wälzer, die akribische Weitwinkelperspektive auf einen Dreitausendseitenroman, die Vertiefung in Marcels Manschettenknöpfe. Verwegene können es auch mit einer auf wenige Seiten hingestrichelten Gesamtschau zu Autor und Werk aus dem Zettelkasten versuchen wie im vorliegenden Fall.
Dafür braucht man einen langen Atem und ein gutes Kurzzeitgedächtnis. Vor dreizehn Jahren wurden bei Christie’s hundert Briefe Prousts an Lucien Daudet, Alphonse Daudets jüngsten Sohn und Prousts neuen Schwarm des Winters 1895/96, versteigert. Michael Maar hat den Auktionskatalog genau studiert. Zwei Briefe fielen ihm auf. Einer schildert den Tod Alfred Agostinellis, der Prousts sehr persönlicher Sekretär war und literarisch in die „Recherche” einging. Der Briefschreiber erwähnt dabei aber auch den „schon länger zurückliegenden Tod” einer Person, von der im Romanteil „Im Schatten junger Mädchenblüte” …
10.12.2009
Joseph Hanimann würde für dieses schmale Bändchen zu Marcel Prousts
Leben und Werk von Michael Maar, ohne zu zögern, manchen Meter
Proust-Sekundärliteratur opfern, und sein Schwärmen weckt die
größten Erwartungen. Denn der Autor, der unter anderem die kürzlich
bei Christie's versteigerten Briefe Prousts eingesehen hat,
verfügt neben einem guten Gedächtnis über erstaunliche Kenntnisse,
betont der Rezensent. Besonders enthusiastisch preist Hanimann, wie
der Autor über ganz Nebensächliches doch zu den Hauptpunkten kommt
und mit welcher Leichtfüßigkeit er seine Funde präsentiert.
Verwegen, scharfsinnig und vergnüglich sind Maars Deutungen und der
Rezensent findet lauter Sätze, die er sich direkt notieren möchte.
Und wenn er auch nicht mit allen Interpretationen des Autors
übereinstimmt - die vom Autor ausgemachten Parallelen zwischen
Manns "Zauberberg" und Prousts "Recherche" will
er mal dahin gestellt sein lassen - so ist ihm das völlig
"egal", weil Maar seine Gründe derart unterhaltsam
vorbringt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Michael Maar"
Michael Maar, geboren 1960 in Stuttgart, lebt in Berlin. Für seine Dissertation über den Zauberberg Auszeichnung 1995 mit dem Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (der er seit 2002 angehört) und 2000 mit dem Lessing-Förderpreis für Kritik. 2002 war er Gastprofessor an der Universität Stanford. Buchveröffentlichungen.
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