Marcel Proust - Hayman, Ronald

Ronald Hayman 

Marcel Proust

Die Geschichte seines Lebens. Aus d. Engl. v. Max Looser

Übersetzer: Looser, Max
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Produktbeschreibung zu Marcel Proust

Ronald Hayman folgt - und darin unterscheidet er sich von anderen Biographen - in der notwendigen Trennung zwischen Leben und Werk der Auffassung Prousts selbst, nach der "ein Buch das Erzeugnis eines anderen Ich ist als desjenigen, das wir in unseren Gewohnheiten, in der Gesellschaft, in unseren Lastern zutage treten lassen." Anhand von Briefen beschreibt der Autor die zentrale Rolle der Mutter, die Rolle der Freundschaften, der Sexualität, der Krankheit und der wirtschaftlichen Lage Prousts. Eine fesselnde Biographie, die die Spannung zwischen Korrespondenz und Werk aufrechterhält.

Ronald Hayman geht in seiner Proust-Biographie einen neuen Weg. Er stellt die äußeren Bedingungen dar, die Proust jenen 'inneren Zustand' finden ließen, in dem er die 'Recherche' schreiben konnte. Fesselnd ist diese Biographie, weil sie die Spannung zwischen Korrespondenz und Werk Prousts erhält.

Produktinformation


  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2000
  • 2000.
  • Ausstattung/Bilder: 840 S., 33 Fotos u. Dok. auf Taf.
  • Seitenzahl: 840
  • Best.Nr. des Verlages: 17014
  • Deutsch
  • Abmessung: 143mm x 217mm x 43mm
  • Gewicht: 916g
  • ISBN-13: 9783458170143
  • ISBN-10: 3458170146
  • Best.Nr.: 08553727
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.08.2000

Die Krankheit zum Werke
Auf der Suche nach einem nicht umsonst geopferten Leben: Ronald Haymans Proust-Biografie
Wenige Monate, bevor Marcel Proust am 18. November 1922 mit einundfünfzig Jahren starb, hatte er nach fünfzehnjähriger Arbeit an den sieben Romanen der „Recherche” das Wort „Ende” geschrieben. „Jetzt kann ich sterben”, sagte er zu seiner Haushälterin Céleste Albaret. Die Arbeit ging freilich weiter, noch am Morgen seines Todestags machte er sich korrigierend und ergänzend am Typoskript der „Gefangenen”, des fünften Romans, zu schaffen. Aber wenn es auch niemals eine endgültige Fassung des aus dreihunderttausend Wörtern bestehenden Opus geben wird, konnte sein Autor doch sagen: „Ich werde mein Leben nicht umsonst geopfert haben. ” „A la recherche du temps perdu”: Die verlorene Zeit war zur wiedergefundenen geworden.
Die radikale Unterordnung des Lebens unter das Werk kann für den Biografen zu zwei entgegengesetzten Konsequenzen führen. Im einen Fall steht das Werk im Mittelpunkt und wird die Darstellung der an sich uninteressant geltenden Vita auf Anhaltspunkte im Hinblick auf die künstlerische Produktion reduziert. Im …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2000

Der kleine Prinz perdü und sein Chauffeur
Gartenrose im Knopfloch: Ronald Hayman auf den Spuren des ewigen Sohnes Marcel Proust / Von Joseph Hanimann

Etwas Entscheidendes fehlt dieser Biographie, die seit ihrer englischen Erstpublikation vor zehn Jahren bereits von zwei neuen biographischen Arbeiten Ghislain Diesbachs und Jean-Yves Tadiés überrundet wurde. Es fehlt das passend vorangestellte Motto. Zum Beispiel jene Stelle aus "Contre Sainte-Beuve", in der Proust klarstellt, ein Buch entstehe aus einem anderen Ich als dem, "das sich in unseren Gewohnheiten, in unserem Gesellschaftsleben, in unsere Lastern kundtut". Mag diese Aversion gegen das Literaturverständnis eines Sainte-Beuve auch Teil der Tarnstrategie sein, mit der Proust die Faktizität der zahlreich aus dem eigenen Leben ins Werk eingeflossenen Bestandteile zu neutralisieren suchte, so darf sie doch bei der Lektüre sowohl des Romanzyklus wie der Lebensgeschichte nicht vergessen werden. Jedenfalls bleibt Haymans Arbeit, die durch die zahlreich angeführten Briefstellen, Zeitdokumente, Zitate aus dem Frühroman "Jean Santeuil" und Bekundungen des Erzähler-Ichs in der "Recherche" auf das …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Joseph Hanimann hat einiges auszusetzen an dieser Biografie, obwohl er schon im Vorfeld eingeräumt hat, dass neue Erkenntnisse nach der "unüberschaubar gewordenen Proust-Forschung" sowieso nicht zu erwarten gewesen seien. Auch liege die englische Erstpublikation zehn Jahre zurück und sei bereits von zwei neueren biografischen Arbeiten überrundet worden. Dennoch bietet das Buch nach Rezensentenmeinung "Ein- und Umstiegsmöglichkeiten für Proust-Leser unterschiedlichen Kompetenzgrades". Sein bibliografischer Anhang und Quellenangaben im Text mache es sogar zum "lesefreundlichen Nachschlagewerk für Proust-Liebhaber", was auch der "Titanenarbeit" des Übersetzers geschuldet sei. Aber Hanimann hat auch manch haarsträubendes Detail aus dem Buch zu bieten, zum Beispiel, dass der "dunkelhäutige, eher orientalisch aussehende Proust", dessen Mutter Jüdin war, von blonden, hellhäutigen Adeligen besonders angezogen wurde. Und dass der Umgang mit Fürsten und Herzögen ihm hätte helfen sollen, sein eigenes "Halbjudentum" abzustreifen. Da scheint doch ein bisschen viel veraltete Rassentheorie ins Hirn des englischen Biografen gesickert zu sein.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ronald Hayman arbeitete nach seinem Studium in Cambridge als Autor und Regisseur für Theater und Fernsehen. Er hat mehrere Biographien, unter anderem über Samuel Beckett und Jean-Paul Sartre verfasst.

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