Der politische Mensch - Negt, Oskar

Oskar Negt 

Der politische Mensch

Demokratie als Lebensform

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Der politische Mensch

Menschen werden nicht als politisches Wesen geboren, aber sie leben immer in politisch bestimmten Räumen. Deshalb ist politisches Urteilsvermögen eine Voraussetzung jeder humanen Gesellschaft. Was aber gibt den Ausschlag für politische Entscheidungen jedes einzelnen - ist es der Charakter, das Wissen, die Erfahrung? Oskar Negt zieht in diesem Buch die Summe seiner denkerischen und praktischen Beschäftigung mit Bewusstseinsbildung und Wissensgesellschaft: Er fragt, wie ein Homo politicus heute aussehen könnte, welche Schlüsselkompetenzen er benötigt und wie seine kritische Urteilskraft geschult werden kann. Ausgehend von aktuellen geopolitischen Entwicklungen unternimmt Negt einen umfassenden Entwurf von politischer Bildung in einer Zeit der Umbrüche. Politische Bildung ist lebensnotwendig: Das Schicksal demokratischer Gesellschaftsordnungen hängt davon ab, in welchem Maße die Menschen dafür Sorge tragen, dass das Gemeinwesen nicht beschädigt wird. Oskar Negt, geboren 1934, war 1970-2002 Professor für Soziologie in Hannover. Im Steidl Verlag erschienen u.a. seine Bücher Kindheit und Schule in einer Welt der Umbrüche, Arbeit und menschliche Würde, Wozu noch Gewerkschaften?, Kant und Marx, Die Faust-Karriere und Modernisierung im Zeichen des Drachen.


Produktinformation

  • Verlag: Steidl
  • 2010
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 585 S.
  • Seitenzahl: 585
  • Schriften Bd.4
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 151mm x 35mm
  • Gewicht: 800g
  • ISBN-13: 9783865215611
  • ISBN-10: 3865215610
  • Best.Nr.: 22812880

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Oskar Negt gleiche einem "Brabant-Pferd", findet Carl Wilhelm Macke, es arbeite "zuverlässig, aber langsam". In seinem neuen Buch "Der politische Mensch" geht Negt der Frage nach, warum manche Menschen ihren politischen Verstand verlieren, dessen Beruf es ist, sich genau dessen zu bedienen; und andere mit einem Mal politische Urteilskraft entwickeln und sie praktisch umsetzen. Antworten auf diese Frage kann der Leser in Negts Text finden, sagt Macke, er müsse dafür aber einen langatmigen Querschnitt durch sozialpolitische Geschichte und Problematiken in Kauf nehmen. Unscharf schreibe Negt des öfteren, so der Rezensent, dann aber wieder auf den Punkt, wenn er beispielsweise die Kultur als "Rastplatz der Reflektion" bezeichne. Politiker könnten diesen Text als naiv bezeichnen. Manch anderer jedoch finde hier Gründe für die Politikverdrossenheit der Menschen, ist Macke überzeugt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.08.2010

Ohne gute Utopie keine gute Politik
Oskar Negt sinnt auf Auswege aus der desillusionierten Gegenwart
Alle Formen der Indoktrination, des Von-oben-herab-Dozierens sind Oskar Negt fremd, auch und gerade in linken politischen Milieus, denen er sich eigentlich verbunden fühlt. Typisch dafür war seine Distanzierung in den Jahren des RAF-Terrorismus von den „trügerischen Tönen des hohlen revolutionären Pathos, das sich innerhalb der Linken breitmachte“, wie er jetzt in einer autobiographischen Passage seines neuen Buches schreibt.
In Oskar Negts Seminaren waren linker Verbalradikalismus und antiautoritäre Phrasendrescherei verpönt. Negt ist auch konservativ: Er steht zu Lehrern, die vor den Nazis flüchten mussten, zu Alfred Sohn-Rethel, Theodor W. Adorno, Franz Neumann, Ernst Fraenkel. Leute wie sie wurden in den akademischen und politischen Diskurs ja erst von linken Hochschullehrern wieder eingeführt, von Lehrern, gegen die heute gern vom Leder gezogen wird, wenn es darum geht, den allgemeinen Werteverfall „nach ’68“ zu brandmarken.
Ein Revolutionär, der sich auch schon einmal auf der Straße für seine Ideen austobte, war der hannoversche …

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Oskar Negt, geboren 1934, studierte Rechtswissenschaft, Philosophie und Soziologie, vor allem bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, und war Assistent bei Jürgen Habermas. Seit 1970 ist er Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Hannover. Zahlreiche Veröffentlichungen. 2011 wurde Oskar Negt mit dem "August-Bebel-Preis" für sein Lebenswerk gewürdigt.

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