1956 - Dalos, György

György Dalos 

1956

Der Aufstand in Ungarn. Dtsch. Bearb. v. Elsbeth Zylla

Mit 16 Aufnahmen d. Magnum-Photographen Erich Lessing
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Produktbeschreibung zu 1956

György Dalos’ Buch über den Aufstand in Ungarn verleugnet nicht, das Werk eines Schriftstellers zu sein. Er erzählt aus der Sicht der Protagonisten – der führenden Politiker wie der einfachen Leute – eindringlich und bewegend den Verlauf des Aufstandes bis zu seinem tragischen Ende.

Der ungarische Volksaufstand (23. Oktober – 4. November 1956) wurde von niemandem geplant. Er brach als spontaner Protest gegen die Lüge und Gewalt der Diktatur unter Mátyás Rákosi (1949–1953) sowie die Verhinderung der Reformen unter Imre Nagy (1953–1955) aus. Auf die ursprünglich friedliche Demokratiekundgebung der Universitätsjugend antwortete die erschrockene KP-Führung mit einer Bitte an Moskau um Hilfe. Die Intervention der Roten Armee löste einen bewaffneten Widerstand aus, in dem ein paar Tausend Freischärler mit ihrer Taktik der Stadtguerilla einige Erfolge gegen die Besatzer erreichen konnten. Die Regierung von Imre Nagy gab allmählich den Forderungen der Straße nach: Sie akzeptierte das Mehrparteiensystem, erklärte den Austritt des Landes aus dem Warschauer Vertrag und die Neutralität Ungarns nach österreichischem Muster. Die Sowjets begannen mit dem Rückzug ihrer Truppen aus Budapest. Einige Tage lang erschien eine friedliche Weiterentwicklung möglich. Diese Hoffnungen wurden jedoch durch den erneuten sowjetischen Einmarsch zerstört.

Dalos’ Chronik des Aufstandes faßt die Ereignisse auf der Grundlage neuester Kenntnisse – nach Öffnung der Archive – und zahlreicher Interviews mit Zeitzeugen prägnant zusammen. 17 Aufnahmen des Magnum-Photographen Erich Lessing, der für seine Reportagen über die ungarische Revolution den American Art Directors Award erhielt, illustrieren den Band.



Produktinformation


  • Verlag: Beck
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 246 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 246
  • Deutsch
  • Abmessung: 226mm x 151mm x 24mm
  • Gewicht: 448g
  • ISBN-13: 9783406549731
  • ISBN-10: 340654973X
  • Best.Nr.: 20849662
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.11.2006

Nagys größter Fehler
György Dalos stellt den Ungarn-Aufstand von 1956 meisterhaft dar

"Genossen. Mein Kind war gerade erst vier Monate alt und wurde noch gestillt, als sie es mir zusammen mit meinem Mann wegnahmen. Es war fünfeinhalb Jahre alt, als ich es zum ersten Mal wiedersah." In bewegenden Worten schilderte Júlia Rajk, Witwe des 1949 nach einem Schauprozeß als "Verräter" und "imperialistischer Agent" hingerichteten kommunistischen Innenministers sowie kurzzeitigen Außenministers László Rajk, am 18. Juni 1956 in einer Versammlung des Petöfi-Kreises im Budapester Offiziersclub ihre Erfahrungen aus fünf Jahren Haft und verlangte die Rehabilitierung ihres Mannes. Wie elektrisiert sprangen die Anwesenden auf und applaudierten. Júlia Rajks Auftritt sorgte für einen gewaltigen Zustrom von Besuchern zur nächsten Diskussion am 27. Juni, die wegen Überfüllung mit Lautsprechern nach draußen übertragen werden mußte. Als Géza Losonczy, Parteimitglied und brillanter Publizist, der jahrelang im Gefängnis saß für Verbrechen, die er nicht begangen hatte, den Namen des aus allen Ämtern entfernten Imre Nagy erwähnte, standen alle Anwesenden …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Andreas Oplatka ist beeindruckt von diesem "groß angelegten zeitgeschichtlichen Essay" über den Ungarnaufstand 1956, den György Dalos vorgelegt hat. Vor allem die sprachliche Gestaltung des Essays hat es ihm angetan. Als "kunstvoll, geistreich und oft witzig" würdigt er den Text. Darüber vergisst er nicht, dem Autor fundierte Kenntnisse der Materie zu bescheinigen, die er bei Beschreibung der damaligen Ereignisse gelungen zur Geltung bringt. Mehr noch als die atmosphärischen Beschreibungen haben es ihm allerdings die sie begleitenden oft aphoristischen Reflexionen von Dalos angetan.

© Perlentaucher Medien GmbH
György Dalos, geb. 1943 in Budapest in einer jüdischen Familie, gehörte zur demokratischen Opposition Ungarns und lebte in den achtziger Jahren nach Aufenthalten in Berlin in Wien und Budapest. György Dalos wurde vielfach in Deutschland und Ungarn ausgezeichnet und war bis 1999 der Direktor des ungarischen Kulturinstituts in Berlin und im selben Jahr literarischer Leiter des Ungarn-Schwerpunkts während der Frankfurter Buchmesse. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1995 der "Adelbert-von-Chamisso-Preis", 2000 die "Goldene Plakette der Republik Ungarn" und 2010 der "Preis der Leipziger Buchmesse für Europäische Verständigung".
György Dalos lebt als Autor in Berlin.

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Der Aufstand in Ungarn. Dtsch. Bearb. v. Elsbeth Zylla

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  • Best.Nr.: 20849662

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Kurzbeschreibung

György Dalos’ Buch über den Aufstand in Ungarn verleugnet nicht, das Werk eines Schriftstellers zu sein. Er erzählt aus der Sicht der Protagonisten – der führenden Politiker wie der einfachen Leute – eindringlich und bewegend den Verlauf des Aufstandes bis zu seinem tragischen Ende.

Beschreibung

Der ungarische Volksaufstand (23. Oktober – 4. November 1956) wurde von niemandem geplant. Er brach als spontaner Protest gegen die Lüge und Gewalt der Diktatur unter Mátyás Rákosi (1949–1953) sowie die Verhinderung der Reformen unter Imre Nagy (1953–1955) aus. Auf die ursprünglich friedliche Demokratiekundgebung der Universitätsjugend antwortete die erschrockene KP-Führung mit einer Bitte an Moskau um Hilfe. Die Intervention der Roten Armee löste einen bewaffneten Widerstand aus, in dem ein paar Tausend Freischärler mit ihrer Taktik der Stadtguerilla einige Erfolge gegen die Besatzer erreichen konnten. Die Regierung von Imre Nagy gab allmählich den Forderungen der Straße nach: Sie akzeptierte das Mehrparteiensystem, erklärte den Austritt des Landes aus dem Warschauer Vertrag und die Neutralität Ungarns nach österreichischem Muster. Die Sowjets begannen mit dem Rückzug ihrer Truppen aus Budapest. Einige Tage lang erschien eine friedliche Weiterentwicklung möglich. Diese Hoffnungen wurden jedoch durch den erneuten sowjetischen Einmarsch zerstört.

Dalos’ Chronik des Aufstandes faßt die Ereignisse auf der Grundlage neuester Kenntnisse – nach Öffnung der Archive – und zahlreicher Interviews mit Zeitzeugen prägnant zusammen. 17 Aufnahmen des Magnum-Photographen Erich Lessing, der für seine Reportagen über die ungarische Revolution den American Art Directors Award erhielt, illustrieren den Band.

15.11.2006

Nagys größter Fehler
György Dalos stellt den Ungarn-Aufstand von 1956 meisterhaft dar

"Genossen. Mein Kind war gerade erst vier Monate alt und wurde noch gestillt, als sie es mir zusammen mit meinem Mann wegnahmen. Es war fünfeinhalb Jahre alt, als ich es zum ersten Mal wiedersah." In bewegenden Worten schilderte Júlia Rajk, Witwe des 1949 nach einem Schauprozeß als "Verräter" und "imperialistischer Agent" hingerichteten kommunistischen Innenministers sowie kurzzeitigen Außenministers László Rajk, am 18. Juni 1956 in einer Versammlung des Petöfi-Kreises im Budapester Offiziersclub ihre Erfahrungen aus fünf Jahren Haft und verlangte die Rehabilitierung ihres Mannes. Wie elektrisiert sprangen die Anwesenden auf und applaudierten. Júlia Rajks Auftritt sorgte für einen gewaltigen Zustrom von Besuchern zur nächsten Diskussion am 27. Juni, die wegen Überfüllung mit Lautsprechern nach draußen übertragen werden mußte. Als Géza Losonczy, Parteimitglied und brillanter Publizist, der jahrelang im Gefängnis saß für Verbrechen, die er nicht begangen hatte, den Namen des aus allen Ämtern entfernten Imre Nagy erwähnte, standen alle Anwesenden …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

14.10.2006

Rezensent Andreas Oplatka ist beeindruckt von diesem "groß angelegten zeitgeschichtlichen Essay" über den Ungarnaufstand 1956, den György Dalos vorgelegt hat. Vor allem die sprachliche Gestaltung des Essays hat es ihm angetan. Als "kunstvoll, geistreich und oft witzig" würdigt er den Text. Darüber vergisst er nicht, dem Autor fundierte Kenntnisse der Materie zu bescheinigen, die er bei Beschreibung der damaligen Ereignisse gelungen zur Geltung bringt. Mehr noch als die atmosphärischen Beschreibungen haben es ihm allerdings die sie begleitenden oft aphoristischen Reflexionen von Dalos angetan.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "György Dalos"

György Dalos, geb. 1943 in Budapest in einer jüdischen Familie, gehörte zur demokratischen Opposition Ungarns und lebte in den achtziger Jahren nach Aufenthalten in Berlin in Wien und Budapest. György Dalos wurde vielfach in Deutschland und Ungarn ausgezeichnet und war bis 1999 der Direktor des ungarischen Kulturinstituts in Berlin und im selben Jahr literarischer Leiter des Ungarn-Schwerpunkts während der Frankfurter Buchmesse. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1995 der "Adelbert-von-Chamisso-Preis", 2000 die "Goldene Plakette der Republik Ungarn" und 2010 der "Preis der Leipziger Buchmesse für Europäische Verständigung".
György Dalos lebt als Autor in Berlin.

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