Volk, entscheide! - Frankenberger, Sebastian

Sebastian Frankenberger 

Volk, entscheide!

Visionen eines christlichen Polit-Rebells. Mit e. Vorw. v. Heiner Geißler

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Was motiviert diesen jungen Politiker, der sich nach einem erfolgreichen Volksbegehren mit Morddrohungen konfrontiert sieht? Es sind eine christlich-religiös geprägte Grundhaltung und die Gewissheit, dass mehr Demokratie ein friedliches Miteinander gewährleistet. Damit erreicht und begeistert er die Menschen.


Produktinformation

  • Verlag: Kösel
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 175 S. m. Fotos. 215 mm
  • Seitenzahl: 175
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 205mm x 19mm
  • Gewicht: 265g
  • ISBN-13: 9783466370252
  • ISBN-10: 3466370256
  • Best.Nr.: 33333869
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2011

Der Nichtraucher
Sebastian Frankenberger
droht weitere Volksbegehren an
Die Ökologisch-Demokratische Partei hat es bei Wahlen zwar noch nie über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft, immerhin aber ist sie die einzige Bundespartei mit einem aktiven Ministranten als Vorsitzenden. Sebastian Frankenberger versah auch an Weihnachten 2010 seinen Dienst als Messdiener in der niederbayerischen Pfarrei St. Josef-Auerbach – ein Fest des „gemeinsamen Miteinanders“ und der „größten Besinnung“, wie er schreibt. Danach speiste er noch schnell Schweinswürstl mit Kraut bei seinen Eltern und machte sich spät abends auf nach Linz. Dort wollte er sich eine Woche in die Eremitenwohnung des Mariendoms zurückziehen, um aus dem Studium biblischer Gleichnisse Inspirationen für die Politik zu schöpfen.
Speziell unter den deutschen Rauchern dürfte es viele geben, die sich Frankenberger schon länger in eine Turmstube gewünscht hatten: 66 Meter über der Altstadt von Linz, ohne Dusche und lediglich mit einem Notfallhandy ausgestattet. Denn der 30-Jährige aus Passau mit dem gepflegten Langhaarschnitt zählt zu den Initiatoren des Volksentscheids für …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.10.2011

CSU-Rebell
Sebastian Frankenberger

Für eine politische Rampensau wie Sebastian Frankenberger, den aktuellen Guinness-Weltrekordhalter im Dauerdebattieren (44 Stunden), kann es wohl kein einschneidenderes Erlebnis geben, als eine ganze Woche in der Eremitenklause des Linzer Domturms zu verbringen. In dieser selbst verordneten Auszeit staute sich so viel Mitteilungsbedürfnis auf, dass er anschließend 175 Buchseiten brauchte, um es wieder loszuwerden. Über Frankenberger, den Hauptinitiator des erfolgreichen Volksbegehrens für einen strengen Raucherschutz in Bayern, ist viel geschrieben worden. Kein Medium hat sich die Geschichte des frommen CSU-Rebellen entgehen lassen, der seine angestammte Partei das Fürchten lehrte und darüber zum Bundesvorsitzenden der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) avancierte. Jetzt soll die Welt noch einmal von ihm selbst erfahren, wie er wirklich ist.

Das nimmt schon auf den ersten Seiten seines Eremiten-Tagebuchs peinliche Züge einer aufs dreißigste Lebensjahr vorgezogenen Autobiographie an. Bevor von den im Vorwort versprochenen "Visionen" die Rede ist, wird ausgiebig Nabelschau gehalten über momentane …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Besser als der Autor selbst kann diesen Mann keine Medienkampagne, kein Feind aus den eigenen Parteireihen je verunglimpfen, findet Stefan Dietrich angesichts eines nicht nur schlimm geschwätzigen, sondern auch sehr entlarvenden Buches, einer Art Autobiografie zu Unzeiten, wie er schreibt (schließlich ist Sebastian Frankenberger, Bundesvorsitzender der ÖDP kaum 30). Schlimmer noch als die Nabelschau und die Selbstbeweihräucherung, die ihm auf allen Seiten des Buches entgegenspringt, ist für Dietrich Frankenbergers spätpubertäre Ergriffenheit über die eigene Ergriffenheit über Gesellschaftsvisionen und den direkten Draht des Autors zum Heiligen Geist, der ihm, wer auch sonst, sein Glaubensbekenntnis zur Bürgergesellschaft und gegen die Wachstumsideologie (schließlich kein schlechter Gedanke) abnimmt.

© Perlentaucher Medien GmbH

«Der CDU-Pohtiker Heiner Geißler hat ein Vorwort geschrieben. In Frankenberger sieht er einen Menschen, der "für die in der Politik so seltenen Tugenden wie Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit" steht.»

Sebastian Frankenberger ist zum Vorbild geworden in einer politisch resignierenden Generation für die in der Politik so seltenen Tugenden wie Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit Unserer Demokratie hat in der Zukunft nur eine Chance, wenn die Arbeit unserer Parlamente durch aktive unmittelbare Bürgerbeteiligung und junge Menschen wie Sebastian Frankenberger den Mut haben, die Politik aktiv mitzugestalten. Dr. Heiner Geißler, aus dem Vorwort

Der Nichtraucher

Sebastian Frankenberger
droht weitere Volksbegehren an

Die Ökologisch-Demokratische Partei hat es bei Wahlen zwar noch nie über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft, immerhin aber ist sie die einzige Bundespartei mit einem aktiven Ministranten als Vorsitzenden. Sebastian Frankenberger versah auch an Weihnachten 2010 seinen Dienst als Messdiener in der niederbayerischen Pfarrei St. Josef-Auerbach – ein Fest des „gemeinsamen Miteinanders“ und der „größten Besinnung“, wie er schreibt. Danach speiste er noch schnell Schweinswürstl mit Kraut bei seinen Eltern und machte sich spät abends auf nach Linz. Dort wollte er sich eine Woche in die Eremitenwohnung des Mariendoms zurückziehen, um aus dem Studium biblischer Gleichnisse Inspirationen für die Politik zu schöpfen.

Speziell unter den deutschen Rauchern dürfte es viele geben, die sich Frankenberger schon länger in eine Turmstube gewünscht hatten: 66 Meter über der Altstadt von Linz, ohne Dusche und lediglich mit einem Notfallhandy ausgestattet. Denn der 30-Jährige aus Passau mit dem gepflegten Langhaarschnitt zählt zu den Initiatoren des Volksentscheids für Nichtraucherschutz in Bayern. 61 Prozent der Wahlbeteiligten sprachen sich im vergangenen Jahr für ein striktes Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden aus. Selbst in Bierzelten darf seitdem nicht mehr geraucht werden. Frankenberger stieg danach vom Passauer ÖDP-Stadtrat zum Bundesvorsitzenden seiner Partei auf. Dafür erhielt er Morddrohungen, und auch auf Volksfesten durfte er sich nur noch mit Begleitschutz blicken lassen: In Bayerischen Wald ging die Bedienung mit dem Besenstiel auf ihn los.

Darüber hat Frankenberger für den Kösel-Verlag nun ein Buch verfasst, das zugleich Einblick in seine Innenwelt gibt: „Volk, entscheide!“ lautet der etwas ungelenke Titel. Die Woche als Eremit in Linz dient ihm gewissermaßen als Rahmenhandlung für theologische und politische Betrachtungen.

Frankenberger versucht, von sich ein Bild als Prophet und Visionär zu zeichnen, als Politiker, der seine Mission direkt aus dem Neuen Testament ableitet, aber leider oft unverstanden bleibt. Beim Lesen entsteht jedenfalls der Eindruck, dass sich Frankenberger seit seinem siegreichen Anti-Nikotin-Feldzug für einen Berufenen hält: „Es gibt die, die mich als absolut genial empfinden, und die, die mich rundweg ablehnen“, schreibt er, wobei seine Selbsteinschätzung doch stark zur Genialität tendiert.

Dazu passt auch, dass er die Welt an seinem Eremitendasein teilhaben lässt. Zweimal steigt er während seiner Turm-woche herab ins Irdische, um Interviews zu geben. Einmal fliegt er für einen Fernsehauftritt zusammen mit Heiner Geißler über Nacht nach Berlin, wo er sich sogleich nach dem einfachen Leben mit Marillenkonfitüre sehnt. Spätestens hier wird die Geschwätzigkeit des Autos zum Ärgernis. Sogar der Haarpflege und dem Duschen widmet er zwei Seiten.

Nach der Lektüre kann man es durchaus als Drohung verstehen, wenn Frankenberger ankündigt, dass er weitere Volksbegehren plant. Zu welchem Thema, das verrät er allerdings nicht. Er will jetzt erst einmal ein Bibel-Musical schreiben und den Busführerschein machen.

SEBASTIAN BECK

SEBASTIAN FRANKENBERGER: Volk Entscheide! Visionen eines christlichen Polit-Rebells. Kösel-Verlag, München 2011. 176 Seiten, 14,99 Euro.

Schnell noch Schweinswürstl
bei den Eltern – und dann
ab in die Turmstube . . .

Die ÖDP kommt nicht in den
Bundestag, aber ihr
Vorsitzender ist aktiver Ministrant.

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Sebastian Frankenberger, geb. 1981, ist der Initiator des Volksbegehrens Nichtraucherschutz. Für die katholische Kirche arbeitet er als stellvertretender Dekanatsleiter und Notfallseelsorger. Er ist Bundesvorsitzender der Ökologisch-demokratische Partei ÖDP und im Wahlkampf aktiv. Er lebt in Passau.

Leseprobe zu "Volk, entscheide!" von Sebastian Frankenberger

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