Artikelseite zu "Hitler besiegen" Drucken
Hitler besiegen
Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss
Übersetzer: Bischoff, Ulrike
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Campus Verlag
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 280 S.
- Seitenzahl: 280
- Deutsch
- Abmessung: 222mm x 135mm x 27mm
- Gewicht: 510g
- ISBN-13: 9783593390567
- ISBN-10: 3593390566
- Best.Nr.: 26386117
Produktbeschreibung zu "Hitler besiegen"
Kurzbeschreibung
Zukunft statt Trauma
Beschreibung
" Dies ist ein wichtiges Buch, geschrieben von einem mutigen Mann." Tony Judt, Autor von "Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart"
" Ein faszinierendes Buch, das zum Nachdenken anregt. Jeder, der sich um Israels Zukunft sorgt, sollte es lesen." John J. Mearsheimer, Koautor von "Die Israel-Lobby"
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Vorwort zur deutschen Ausgabe
1 Meine Wurzeln
2 Der allgegenwärtige Holocaust
3 Die Shoah-Epidemie
4 Hitler besiegen
5 Erinnerung an die Weimarer Republik
6 Lehren aus dem Holocaust
7 Die Balance zwischen Heldentum und Shoah
8 Der Eichmann-Prozess
9 Wem gehört der Holocaust?
10 Ein neues Judentum
11 Gott schmunzeln lassen
12 Ich werde leben
Anmerkungen
Leseprobe zu "Hitler besiegen" von Avraham Burg
Als ich anfing, dieses Buch zu schreiben, gab ich ihm den Titel
Hitler hat gewonnen. Nach meinem damaligen Eindruck waren die
Wunden und Narben so tief, dass die moderne jüdische Nation keine
Chance auf Heilung hatte. Das Trauma der Shoah erschien mir als
unheilbare Krankheit. Ich war wütend, dass wir weiter die Chance
auf ein normales Leben nicht nutzten und das Leben hier in Israel
so hart war, was auch für kommende Generationen unser Schicksal zu
sein schien. Eben wegen der Verzweiflung, die mich erfasste,
kämpfte ich gegen die Woge der Abgestumpftheit an. Und dann geschah
ein Wunder: Während des Schreibens nahmen diese Fragen eine neue
Dimension an. Aus der Asche und dem Rauch erwuchs vorsichtiger
Optimismus. Und nach der jüdischen Sitte, einem Kranken einen neuen
Namen zu geben, um seine Heilung zu erleichtern, änderte ich den
hebräischen Buchtitel in Hitler besiegen. Es ist immer noch
möglich; es besteht nach wie vor eine Chance. Wir müssen gewinnen,
uns bleibt gar nichts anderes übrig, wenn wir nicht aufhören wollen
zu leben. Ich habe allein einen weiten Weg zurückgelegt, aber schon
jetzt bin ich optimistisch. Wir werden es schaffen.
Meine Mutter starb …
Leseprobe zu "Hitler besiegen" von Avraham Burg
Kapitel 9 Wem gehört der Holocaust? (S.
172-173)
»Wer erinnert sich heute noch an das armenische Blutbad?«, soll
Hitler gefragt haben. Man kann nicht umhin, beeindruckt zu sein von
Hitlers Intuition und Fähigkeit, Politik und Vorgehen seines Landes
den menschlichen Schwächen seiner Gegner entsprechend zu
manipulieren. Offenbar hatte er ein Gespür für Angst und Schwäche.
So taub und blind er für seine eigenen Schwächen war, so wach war
er für die anderer. Tatsächlich erinnerten sich in den 1930er
Jahren in Deutschland und im Rest der Welt nur wenige an das
türkische Massaker an den Armeniern. Hunderttausende (manche sagen
bis zu 1,5 Millionen) Armenier wurden 1915 und 1916 von türkischen
Truppen und Agenten abgeschlachtet.
Über ein Jahrzehnt später unternahm der in Prag geborene jüdische
Dichter Franz Werfel eine Exkursion in den Osten. Im Frühjahr 1929
traf er in Damaskus ein und begegnete zum ersten Mal armenischen
Flüchtlingen, Invaliden, Waisen und anderen Opfern, die in der
Stadt Zuflucht gesucht hatten. In den folgenden vier Jahren
arbeitete er an seinem epischen Roman Die vierzig Tage des Musa
Dagh. Er schildert die …
12.04.2010
Eine Generalabrechnung
Avraham Burgs Kritik am Verhältnis Israels zum
Holocaust
Wenn der ehedem jüngste Knesset-Sprecher mit seinem Staat ins
Gericht und es um das Verhältnis zum Holocaust geht, wenn er in
diesem Zusammenhang von der "Überwindung eines Traumas"
spricht und das Israel der Gegenwart mit dem Deutschland der
Weimarer Zeit vergleicht, dann kann er damit rechnen, gehört zu
werden - in Israel und überall, wo der Schatten des Massenmords an
den europäischen Juden gegenwärtig ist. Avraham Burg vermag umso
mehr zu provozieren, weil er selbst zu den politisch Mächtigen
gehörte, die er nun kritisiert; in gewissen Kreisen hieße er
"Renegat". Er beklagt eine
"Holocaustblindheit", die zum Verlust von Moral und
Werten des Judentums geführt habe. Der Holocaust sei zu einer
Strategie worden, auf die im Kampf gegen militante Araber, beim
Siedlungsbau und wo auch immer ohne weitere Argumente verwiesen
werde. Dem will Burg eine "neue Vision" entgegensetzen -
für sein Land. Denn das 2007 erschienene Buch richtet sich an die
dortige Gesellschaft, will sie zum Andersdenken auffordern. Die
deutsche Ausgabe sollte man als Ausdruck einer …
10.10.2009
Mit seinem Buch "Hitler besiegen", in dem er Israel
auffordert, von der Fixierung auf den Holocaust zu lassen, hat sich
Avraham Burg in seiner Heimat außerordentlich unbeliebt gemacht.
Unbequem mag sein, was er da ausspricht, meint Rezensent Micha
Brumlik, aber gerade darum sei das, auch wenn es ihm selbst
durchaus auch auf die Nerven geht, ein wichtiges Buch. Die
Empörung, die Burg auslöst, hat viel mit seiner Lebensgeschichte zu
tun. Er ist der Sohn eines ehemaligen israelischen Innenministers,
war selbst lange Abgeordneter der Knesset und Vorsitzender der
Jewish Agency, der wichtigsten zionistischen Organisation, erzählt
Brumlik. Als "Renegat" wird er beschimpft, weil er am
Zionismus als seligmachender Staatsdoktrin heute zweifelt. Er
verwahrt sich inzwischen gegen jene "Lebenslüge", in der
sich Israel zur "ungleichzeitigen Alternative zur Shoah"
stilisiere - und damit nicht zuletzt auch historische Wahrheiten
verfälsche, so der Rezensent. Insbesondere den prophetischen Gestus
des Autors findet Brumlik problematisch, höchst aufschlussreich
aber scheint ihm das Buch doch.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
10.05.2010, Das Parlament Heilige Dogmen "Ein herausragendes Buch."
Autorenporträt zu "Avraham Burg"
Avraham Burg gehört zur politischen Elite Israels. Er wurde 1955 als Sohn eines deutschen Holocaust- Überlebenden in Jerusalem geboren. Sein Vater Josef Burg lebte in Dresden und Berlin, wo er die Ausreise deutscher Juden organisierte, bis er selbst 1939 in letzter Sekunde floh. In Israel war er über Jahrzehnte einer der prominentesten Minister, etwa unter Menachem Begin. Nach dem Militärdienst wurde Avraham Burg aktiv in der Friedensbewegung Peace Now. Er war Berater von Schimon Peres, Vorsitzender der Jewish Agency und viele Jahre Sprecher der Knesset. In letzter Zeit hat er die Kernthesen des Zionismus öffentlich infrage gestellt, die Politik Israels scharf kritisiert und sich so den Ruf eines politischen Enfant terribles erworben. In "Hitler besiegen" unterstreicht Burg anhand seiner eigenen, sehr bewegenden Familiengeschichte seine außergewöhnliche und leidenschaftliche Vision eines universelleren und menschlicheren Judentums.













































Sitemap: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20