Warum der Umweg das Ziel ist
Ein einziges großes Sicherheitsrisiko: So kommt uns unser Leben
vor. Mit Expertenhilfe versuchen wir, jede Unwägbarkeit
auszuschalten. Wir bemühen uns, bloß nicht vom Weg abzukommen - und
verkümmern in der Öde unseres durchorganisierten, sinnfreien
Alltags. Ja, die Zukunft ist ungewiss - aber nicht bedrohlich.
Hören wir auf, uns zu fürchten, und lernen wir das Leben von seiner
spannendsten Seite kennen - der unvorhersehbaren.
Wir leben in einer Welt der Unsicherheit und
Orientierungslosigkeit, doch unsere persönlichen Erwartungen und
Wünsche sind maßlos. Unvorhergesehenes wehren wir ab, es stört nur
bei der Erreichung gesteckter Ziele. Wir versuchen so reibungslos
zu funktionieren wie elektronische Geräte und steigern unsere
Effizienz mit Hilfe von Coaches und Consultants. Doch zwischen
Perfektionismus und Lösungsorientiertheit sind uns Sinn und
Lebensfreude abhandengekommen.
Rebekka Reinhard analysiert die Ursachen und Symptome unseres
Sicherheitsdenkens aus philosophischer Sicht. Und präsentiert uns
den irrenden Helden Odysseus als Gegenentwurf. Wir müssen wieder
lernen, mutig und neugierig zu sein wie Odysseus: Sich auf
Nicht-Alltägliches und Fremdes einlassen, Grenzsituationen ins Auge
sehen, die eigene Unvollkommenheit akzeptieren - das ist die
philosophische Kunst des Irrens. Dann werden wir das Leben nicht
mehr als ein Bündel von Risikofaktoren empfinden, sondern als
spannendes Abenteuer.
Mit spannenden philosophischen Gedankenexperimenten.
Dr. Rebekka Reinhard studierte Philosophie, Amerikanistik und Italianistik und promovierte über amerikanische und französische Gegenwartsphilosophie. Heute ist sie als philosophische Beraterin in eigener Praxis tätig. Auch arbeitet sie im klinischen Bereich sowie als Referentin, unter anderem in der ärztlichen Fortbildung und mit Führungskräften von Unternehmen.
Leseprobe zu "Odysseus oder Die Kunst des Irrens" von Rebekka Reinhard