Befehl Von Ganz Unten - Deichkind

Deichkind 

Befehl Von Ganz Unten

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Befehl Von Ganz Unten

Mit "Arbeit nervt!" lieferten Deichkind 2008 den perfekten Soundtrack zur Elektro-Rave-Revolution ab. Doch der unerwartete Tod ihres Produzenten und musikalischen Taktgebers Sebastian Hackert überschattete den Erfolg. Aber mit den zwölf höchst unterhaltsamen Songs auf "Befehl von ganz unten" zeigt die Formation aus Hamburg, dass sie den Verlust überwunden hat. Auf dem ersten Album nach dem Tod von Sebastian Hackert setzen Deichkind in erster Linie auf musikalische Kontinuität und erlauben sich nur kleine Abweichungen vom bekannten und bewährten Konzept. Ihrem Elektro-Rave-Sound bleiben Deichkind also weitgehend treu, aber auf der Stelle treten sie damit noch lange noch nicht. Bereits der Opener, "Illegale Fans", zeigt, dass Deichkind auch 2012 meilenweit davon entfernt sind, sich womöglich selbst zu parodieren - es ist ein vielschichtiger Kommentar zu Realitäten des digitalen Zeitalters, die sich ständig verändern. Schon mit diesem ersten Track erweist es sich, dass "Befehl von ganz unten" als Gesamtkunstwerk perfekt funktioniert. Das liegt nicht zuletzt an erstklassigen Songs wie "Partnerlook", der mit einem lässigen Elektro-Funk-Groove unterlegt ist, oder der melancholischen Pophymne "Der Mond ist tot", die einer der besten Titel ist, die Deichkind in ihrer Karriere bisher eingespielt haben. Aber auch die Kraft tiefergelegter Dubstep-Bässe passt in Nummern wie "99 Bierkanister" problemlos zum Soundkonzept. Und wenn sich Deichkind dann beim Schlusstitel "Die rote Kiste" mit den Punk-Helden von Slime zusammentun, um gemeinsam ein Manifest gegen den grassierenden Stumpfsinn zu verfassen, bleibt niemand ungerührt. Norbert Schiegl
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 10.02.2012
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.02.2012

Aufforderung zum Burn-out
Deutschpop II: Deichkind und der Neoliberalismus

Von Alexander Müller

Vor vier Jahren nervte noch die Arbeit im Allgemeinen, jetzt heißt es: "Bück dich hoch." Wer Profit und Bruttosozialprodukt nicht steigert, sich nicht verbiegt, sich nicht beim Chef anbiedert und im Meeting nicht noch eine Schippe draufpackt, so schlussfolgert dieser zielstrebige Song, wird ausgesiebt. Schöne neue Arbeitswelt oder: Tanz den Neoliberalismus! Die sarkastische Anleitung zu karrieristischer Charakterlosigkeit und Aufforderung zum Burn-out, die wie eine bierselige Mitgröl-Hymne daherkommt, stammt von der Hamburger Elektro- und Hip-Hop-Formation Deichkind, die erstmals nach dem plötzlichen Tod ihres Produzenten Sebastian "Sebi" Hackert im Jahr 2009 ein neues Album aufgenommen hat. Es trägt den Titel "Befehl von ganz unten" und kehrt, wie zu erwarten war, das Unterste zuoberst. Ob es um digitale Musikpiraterie geht ("Illegale Fans") oder um die so selbstironische wie entlarvende Bedienung niederster Instinkte ("Leider geil") - hier wird der Welt stets von hinten ins Gesicht geschaut, werden Phrasen aus Werbung, Talkshows und …

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Trackliste zu "Befehl Von Ganz Unten" von Deichkind


CD
1 Tetrahedon
2 99 Bierkanister
3 Befehl von ganz unten
4 Leider geil (Leider geil)
5 Der Mond
6 Illegale Fans
7 Partnerlook
8 Bück dich hoch
9 Egolution
10 Pferd aus Glas
11 Der Strahl
12 Die rote Kiste
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