Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen - Bober, Robert

Robert Bober 

Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

Roman

Übersetzung: Scheffel, Tobias
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Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen

Paris, Anfang der 60er Jahre: Der junge Bernard Appelbaum bekommt eine Statistenrolle in »Jules und Jim« - durch Truffauts Assistenten, einen gewissen Robert Bober, der nach dem Krieg sein Betreuer in einem Ferienlager für jüdische Kinder war. Auch wenn die Caféhausszene mit Bernard später gestrichen wird: der Film greift tief in sein Leben ein. Denn nach der Kinopremiere erzählt ihm seine Mutter die Geschichte einer anderen Liebe zu dritt, die sie mit seinem Vater Yankel, der nicht aus Auschwitz zurückkam, und Leizer, dem früh verstorbenen Stiefvater, verband. Bernard macht sich auf die Suche: nach seinen eigenen Ursprüngen, aber auch nach den Spuren einer verdrängten Geschichte, eines von Krieg und Kollaboration gezeichneten Paris. In einer schlichten Sprache von unerhörter Eindringlichkeit hat Robert Bober ein Buch der Erinnerung geschrieben, in dem die große Geschichte und persönlichste Erinnerungen sich kreuzen und auf vielfältigste Weise ineinander laufen: lebendig und nostalgisch, traurig und lustig zugleich, wie die Bilder von Robert Doisneau.


Produktinformation

  • Verlag: Kunstmann
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 254 S.
  • Seitenzahl: 254
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 131mm x 30mm
  • Gewicht: 360g
  • ISBN-13: 9783888977251
  • ISBN-10: 3888977258
  • Best.Nr.: 33330176
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2011

Aus dem
Klein-
gedruck-
ten des
Lebens
Robert Bobers neuer
Roman ist ein literarischer
Spaziergang durch das
Gassengewirr von Paris,
der um das schwarze
Loch der Geschichte,
den Holocaust, kreist
Von Alex Rühle
Dieser Roman beginnt mit dem Bekenntnis eines Pariser Flaneurs: „Wenn mir der Bus – wo ich mich immer für einen Platz auf der Plattform entscheide – auch sehr viel lieber ist als die Metro, so gehe ich doch am liebsten zu Fuß. Ständig von allem, was sich meinem Blick darbietet, in Versuchung geführt, ignoriere ich auf meinem Nachhauseweg mit Vergnügen jede Abkürzung.“
Fast ist das eine Warnung an den Leser, ein emphatisches Bekenntnis zum mäandernden Erzählen, bei dem man auf jeden auktorialen Stadtplan, auf jede sinnstiftende Vogelperspektive verzichtet und sich so neugierig wie mutig in den unbekannten Nebengassen des Lebens und Erinnerns verliert, um danach aber so viel mehr von diesem Leben gesehen zu haben, als wenn man mit dem Touristenbus an den Sehenswürdigkeiten einer Biographie vorbeigebraust wäre.
Der junge Flaneur, der da redet, heißt Bernard Appelbaum. Der trifft …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Etwas zu nostalgisch und erinnerungssüchtig geht es offenbar Thomas Laux in Robert Bobers jetzt auf Deutsch erschienenen Roman zu. Bober, der unter anderem Dokumentarfilmregisseur und Assistent bei Francois Truffauts war, lässt seinen Protagonisten Bernhard, den er als Statisten bei Truffauts "Jule und Jim" unterbringt, auf eine doppelte Vatersuche gehen, erfahren wir. Die Mutter Bernhards erzählt ihm von ihrer eigenen "Dreiecksgeschichte", aus der sein Bruder Alex hervorging, und nun macht sich der Protagonist auf Spurensuche nach seinem in Auschwitz ermordeten Vater und dem 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Stiefvater, fasst der Rezensent zusammen. Was Brocan offenbar fehlt ist eine subtilere und hintergründige Erkundung der Vergangenheit. Außerdem findet er, dass hier zu viele zeitliche Bezüge geknüpft werden und sich der Autor damit etwas verzettelt.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Jules und Jim auf Jiddisch!" Le Magazine littéraire "Bober unternimmt eine wahre Schatzsuche in der Vergangenheit. Folgen Sie ihm!" (Elle)

"Alles in diesem Roman ist wahr, ist real, lebendig." (Libération)
Robert Bober, geb. 1931 in Berlin, arbeitete zunächst als Schneider, Töpfer und Erzieher, bevor er sich als Regisseur und Dokumentarfilmer großes Ansehen erwarb. 1933 Emigration mit seinen Eltern nach Paris, wo er seitdem lebt. Er war Assistent bei Truffaut und hat zahlreiche Dokumentarfilme gedreht. 'Was gibt's Neues vom Krieg', sein erster Roman, wurde 1993 mit dem begehrten Rundfunkpreis 'Prix Livre Inter' ausgezeichnet.

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