Erinnerungen an Friedrich Nietzsche - Overbeck, Franz

Franz Overbeck 

Erinnerungen an Friedrich Nietzsche

Mit Briefen an Heinrich Köselitz und mit einem Essay von Heinrich Detering

Essay v. Heinrich Detering
Buch mit Leinen-Einband
 
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Erinnerungen an Friedrich Nietzsche

Franz Overbeck war Nietzsches bester Freund. Er blieb es über dessen geistigen Zusammenbruch im Januar 1889 hinaus, weil er nie zum Apostel des Philosophen wurde. Den Freund betrachtet er in diesen Erinnerungen nicht als Genie, sondern als einen sensiblen, vielfach gebrochenen Menschen. Nietzsche erscheint hier nicht als Ausnahmemensch, sondern als Zeitgenosse, weniger seiner Zeit voraus als vielmehr ganz und gar ein Teil von ihr. Neben den Erinnerungen stehen auch die Briefe, die Overbeck zur Zeit von Nietzsches Zusammenbruch an dessen ergebenen Jünger Heinrich Köselitz (Peter Gast) schrieb. Sie erscheinen hier, ebenso wie die Erinnerungen, zum ersten Mal als Buch.


Produktinformation

  • Verlag: Berenberg
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 156 S.
  • Seitenzahl: 156
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 167mm x 14mm
  • Gewicht: 386g
  • ISBN-13: 9783937834443
  • ISBN-10: 3937834443
  • Best.Nr.: 32606203
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2011

Zarathustras nüchterner Gefährte

Strenge Prüfung einer Freundschaft und Kampf gegen Heroenkult: Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" in einer neuen Ausgabe.

Bei Franz Overbecks "Erinnerungen an Nietzsche" handelt es sich um eine Neuedition mehr als hundert Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung. Overbecks Schüler Carl Albrecht Bernoulli hatte sie 1906 in der "Neuen Rundschau" publiziert. Als sie erschienen, war der Basler Theologe gerade gestorben. Er hatte Bernoulli damit beauftragt, aus seinem Nachlass Erinnerungen an Nietzsche auszuwählen. Das Ergebnis war von ihm im Voraus autorisiert worden. Damit wollte Overbeck sicherstellen, dass sein aus lebenslanger Freundschaft gewachsenes Bild des Freundes in der Öffentlichkeit wirksam werden konnte. Denn nach Nietzsches Zusammenbruch hatte ein Kampf um Nietzsche begonnen, in den das von seiner Schwester geleitete Archiv unheilvoll eingriff.

Dass Franz Overbeck seinem Lieblingsschüler den Auftrag erteilte, seine umfangreichen Notizen in eine lesbare Form zu bringen, war nicht nur der Sorge um Nietzsches Nachleben geschuldet. Seine Aufzeichnungen selbst zu ordnen und in lesbare …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Für den Rezensenten Ludger Lütkehaus ist dieser Band, der Franz Overbecks Gedanken und Auseinandersetzungen mit seinem lebenslangen Freund Friedrich Nietzsche und Briefe an Heinrich Köselitz in einer gekürzten Auswahl versammelt, philologisch höchst problematisch. Der Rezensent bedauert die Entscheidung, dass für die Ausgabe lediglich die von Carl Albrecht Bernoulli zusammengestellten und 1906 in der "Neuen Rundschau" publizierten Erinnerungstexte herangezogen wurden, statt sich an die Werkausgabe mit ungekürzten Overbeck-Texten zu halten. Damit geht der fragmentarische, subjektive Charakter, der Overbeck so am Herzen gelegen hat, zugunsten des Eindrucks in sich geschlossener "Erinnerungen" verloren, beklagt der Rezensent. Trotzdem von Wert ist ihm das Buch allein wegen des Essays von Heinrich Detering, der darin klug und komplex vor allem die "Ambivalenz" herausstreicht, die die gleichwohl unerschütterliche Freundschaft zwischen Overbeck und Nietzsche prägte, so Lütkehaus.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.06.2011

Das todwunde, edle Tier
hat sich zurückgezogen
Neue Bücher über Friedrich Nietzsche führen es vor:
Bei keinem sind Denken und Leben schwerer zu trennen
Erst im Wahnsinn wurde der Philosoph Friedrich Nietzsche richtig berühmt. Nicht der Wahnsinn als solcher, der ihn zum Jahreswechsel 1888/1889 in Turin ergriff, hatte diese Wirkung; denn an irre Gewordenen und Seelenkranken gab es zur Zeit von „Europas Edelfäule“ (Gottfried Benn) ja keinen Mangel. Aber erst der Umstand, einen großen Kopf und einsamen Wanderer in rätselhafter Umnachtung zu wissen, verlieh für das zeitgenössische Publikum der denkerischen Freiheit und Ungeheuerlichkeit in Nietzsches Schriften ihren besonderen Reiz.
Zwar hatte die Mischung aus harter Unnahbarkeit und gesteigerter Feinfühligkeit, aus Hammer und Spiel, welche zumal in den Texten der letzten Jahre zu finden war, Nietzsches Bekanntheit schon vor seinem Zusammenbruch langsam zu weiten begonnen; so hatte ihn noch im Jahr des euphorischen Ausstoßes überspannter letzter Werke, im Jahr 1888, Georg Brandes in Kopenhagen zum großen europäischen Intellektuellen ausgerufen. Doch größeren Absatz fanden …

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Franz Overbeck (1837 - 1905) war Professor für Neues Testament und Kirchengeschichte an der Universität Basel. Mit Nüchternheit und Präzision beschreibt er die Problematik des Christentums in der Moderne.

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