Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Mit großem Vergnügen hat Rezensent Ulrich Baron diesen Roman von Richard Russo gelesen. "Diese alte Sehnsucht" ist für ihn ein Buch über den "langen Abschied von den Eltern". Im Mittelpunkt steht Jack Griffin, Professor und ehemaliger Drehbuchautor, der auf dem Weg zu zwei Hochzeiten erkennt, dass seine Unzufriedenheit eine Wiederholung der seiner Eltern, ebenso snobistischen wie chronisch unzufriedenen Dozenten aus dem akademischen Mittelbau, darstellt. Baron lobt den Roman insbesondere für seine feine Komik und die amüsante Darstellung alltäglicher Absurditäten. Bisweilen allerdings kippt die Handlung seines Erachtens ins "Komödiantische", hier, befindet er, wäre weniger mehr gewesen.
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 | Besprechung von 12.10.2010 |
Eine Familiensaga, zum Puzzle zerlegtVon der Absicht, nie so zu werden wie die eigenen Eltern - und der Erkenntnis, dass das meist nicht klappt: Richard Russos Roman "Diese alte Sehnsucht" liest sich wie das Buch zu einem Film, den man schon oft gesehen hat.
Zwei Hochzeiten, zwei Todesfälle: zwei Anlässe, die Griffin, die Hauptfigur dieser Geschichte, im Abstand eines Jahres zweimal nach Cape Cod und damit an besondere Erinnerungsorte an der Küste von Neuengland führen. Beim ersten Mal, als er zum Hochzeitsfest der besten Freundin seiner Tochter fährt, führt er im Kofferraum die Asche seines Vaters im Gepäck, beim zweiten Mal, als dann die Tochter selbst heiratet, die Asche seiner Mutter. Beide Male sucht er nach der passenden Gelegenheit, die letzten Überreste seiner Eltern an einem würdevollen Ort in Wind und Wellen zu zerstreuen - um so zugleich die Lasten der Erinnerung an sie, die ihn seit langem niederdrücken, endlich loszuwerden. Doch beide Male kommt andauernd irgendwas dazwischen, so dass der Weg in die Befreiung von der Bürde des Vergangenen, den er verzweifelt sucht, nur immer mehr in stärkere Verstrickung mit dessen …
 | Besprechung von 07.01.2011 |
Handy im Nacken,
Tod im Kopf
Eltern-Austreibung: Richard Russos
Roman „Diese alte Sehnsucht“
Mit seinem Romanhelden Jack Griffin hat der 1949 im US-Bundesstaat
New York geborene Richard Russo einen Vertreter seiner eigenen
Altersklasse porträtiert. Die sitzt nicht nur
literaturgeschichtlich zwischen Baum und Borke, zwischen der
Generation also eines John Updike (1932-2009) und der eines
Jonathan Franzen (Jahrgang 1959). Auch soziologisch betrachtet
gehört Russos Held einer Sandwich-Generation an, kann also von der
Freiheit, die Franzens jüngster Romantitel so plakativ wie ironisch
heraufbeschwört, nur träumen.
Und nicht einmal solche Träume gehören ihm ganz selbst, sondern
zählen zum elterlichen Erbe, vor dem es kein Entkommen zu geben
scheint. Jack Griffin hat den größten Teil seines Lebens als Sohn
verbracht. Noch als Mittfünfziger und Vater einer inzwischen
erwachsenen Tochter hat er den Eindruck, die Fehler seiner
geschiedenen Eltern zu wiederholen. Zwei Hochzeiten und ein
Todesfall bieten ihm nun Gelegenheit, sich diesem Problem zu widmen
und um ein Haar auch die eigene Ehe zu ruinieren.
Beide Feiern führen ihn nach Cape Cod …
"Brillant, charmant und voller Wärme (...) Ein kluges Buch über unkluge Rollenbilder." -- MADAME
"Russo gelingt fast immer eine wunderbar schwebende Balance zwischen der melancholischen Grundstimmung der Hauptfigur und den skurrilen Szenen, in denen sie sich wiederfindet und die sie mit diskreter Komik durchsteht. [...] Auch Dirk van Gunsterens subtile Übersetzungskunst wird hier besonders schön gefordert." -- FAZ
"Ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher und nicht selten nostalgischer Roman." -- KULTURSPIEGEL
"Diese alte Sehnsucht ist ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher Roman darüber, wie schwer es fallen kann, sich von seiner familiären Prägung zu lösen." -- FRANKFURTER RUNDSCHAU
"Ein Familienroman mit Tempo, Witz und Tiefgang." -- DER KURIER
"Russos Prosa ist so selbstgewiss wie die Wellen am Strand." -- WELT KOMPAKT
"Seine lässig ironischen Kommentare, pointensicher und lebensklug, machen die Lektüre zum Vergnügen.(...) dramatische und komische Aspekte halten sich in der Schilderung Russos auf wundersame Weise die Waage." -- DEUTSCHLANDRADIO KULTUR
"Mühelos kann sich dieses wunderbare Buch mit den großen Romanen von Richard Yates oder John Updike messen." -- FRÄNKISCHE LANDESZEITUNG
"Brillant, charmant und voller Wärme (...) Ein kluges Buch über unkluge Rollenbilder." MADAME "Russo gelingt fast immer eine wunderbar schwebende Balance zwischen der melancholischen Grundstimmung der Hauptfigur und den skurrilen Szenen, in denen sie sich wiederfindet und die sie mit diskreter Komik durchsteht. [...] Auch Dirk van Gunsterens subtile Übersetzungskunst wird hier besonders schön gefordert." FAZ "Ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher und nicht selten nostalgischer Roman." KULTURSPIEGEL "Diese alte Sehnsucht ist ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher Roman darüber, wie schwer es fallen kann, sich von seiner familiären Prägung zu lösen." FRANKFURTER RUNDSCHAU "Ein Familienroman mit Tempo, Witz und Tiefgang." DER KURIER "Russos Prosa ist so selbstgewiss wie die Wellen am Strand" WELT KOMPAKT "Seine lässig ironischen Kommentare, pointensicher und lebensklug, machen die Lektüre zum Vergnügen.(...) dramatische und komische Aspekte halten sich in der Schilderung Russos auf wundersame Weise die Waage." DEUTSCHLANDRADIO KULTUR "Mühelos kann sich dieses wunderbare Buch mit den großen Romanen von Richard Yates oder John Updike messen." FRÄNKISCHE LANDESZEITUNG
"Ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher und nicht selten nostalgischer Roman." (KULTURSPIEGEL)"Diese alte Sehnsucht ist ein mal slapstickhaft komischer, mal nachdenklicher Roman darüber, wie schwer es fallen kann, sich von seiner familiären Prägung zu lösen." (FRANKFURTER RUNDSCHAU)"Ein Familienroman mit Tempo, Witz und Tiefgang." (DER KURIER)"Russos Prosa ist so selbstgewiss wie die Wellen am Strand" (WELT KOMPAKT)"Seine lässig ironischen Kommentare, pointensicher und lebensklug, machen die Lektüre zum Vergnügen.( ) dramatische und komische Aspekte halten sich in der Schilderung Russos auf wundersame Weise die Waage." (DEUTSCHLANDRADIO KULTUR)"Mühelos kann sich dieses wunderbare Buch mit den großen Romanen von Richard Yates oder John Updike messen." (FRÄNKISCHE LANDESZEITUNG)
Was ist der neue Roman von Richard Russo "Diese alte Sehnsucht" eigentlich genau?, fragt sich Rezensent Christoph Schröder und kommt zum Schluss: Slapstick, differenziertes Familiendrama, Hollywood-Komödie, alles in einem. Drehbuchautor Jack Griffin holt seine Vergangenheit ein. Einerseits will er sich von seinen Eltern emanzipieren, andererseits wird er vielleicht gerade zu dem, was sie einmal waren: Mittelmäßig wohlhabende, aber snobistische Professoren der Literatur, denen es nur um Status und das Sommerhaus auf Cape Cod ging. Schröder jedenfalls ist dieser Mischung aus Unterhaltung, Klamauk und Tiefgang durchaus zugeneigt. Denn, so Schröder, sie sei auf "sympathische Weise hemmungslos sentimental".
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„Brillant, charmant und voller Wärme (…) Ein kluges Buch über unkluge Rollenbilder.“
MADAME
Richard Russo, geboren 1949 in Johnstown, New York, studierte Philosophie und Creative Writing. Er lehrte an verschiedenen Universitäten und arbeitet als freier Schriftsteller.