Kind L 364 - Schmitz-Köster, Dorothee

Dorothee Schmitz-Köster 

Kind L 364

Eine Lebensborn-Familiengeschichte

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Kind L 364

Unehelich und unerwünscht, so kommt Heilwig 1938 auf die Welt - als "Kind L 364" in einem Lebensborn-Heim. Heinrich Himmler nimmt sich ihrer an. Vier Jahre später heiratet Heilwigs Mutter den SS-General und Himmler-Vertrauten Oswald Pohl. Der adoptiert das Mädchen, und Heilwig wächst in höchsten NS-Kreisen auf. Dann folgt das Kriegsende - und der jähe Absturz. Die Familie flieht vor der Roten Armee, der Adoptivvater wird in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1951 hingerichtet. Heilwig erlebt massive Ausgrenzung. Wegen des Adoptivvaters - und wegen ihrer Lebensborn-Geburt, von der sie erst jetzt erfährt. Als sie mit 18 ihren leiblichen Vater kennenlernt, findet sie Halt. Und als sie heiratet, ist die Welt in Ordnung. Bis die eigenen Kinder sie mit der Vergangenheit konfrontieren und alles wieder aufbricht - Dorothee Schmitz-Köster erzählt, basierend auf Interviews mit Heilwig Weger und ihrer Familie sowie Dokumenten aus Archiven und Privatbesitz, eine dramatische Biographie im Schatten des Lebensborn. Eine Geschichte von Ausgrenzung, Scham und Verschweigen - und ein Stück deutscher Zeitgeschichte.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 269 S. m. Fotos.
  • Seitenzahl: 272
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 151mm x 24mm
  • Gewicht: 470g
  • ISBN-13: 9783871345647
  • ISBN-10: 3871345644
  • Best.Nr.: 20944184

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rezensentin Ingrid Müller-Münch zeigt sich bewegt von diesem biografischen Bericht einer Frau, die in einem nationalsozialistischen Lebensborn-Heim zur Welt gekommen ist und später von einem hochrangigen Nazi, dem Chef des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts Oswald Pohl, adoptiert worden war. Diese Heilwig Pohl hat ihre Geschichte, auch um sie im Interesse ihrer eigenen Kinder aufzuarbeiten, der Bremer Autorin Dorothee Schmitz-Köster erzählt, die daraus eine "schlichte und einfache", aber an Themen reiche Biografie gemacht hat, wie die Rezensentin lobt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.12.2008

Stigmatisiert – ausgegrenzt
Die traumatischen Erfahrungen eines „Lebensborn”-Kindes
Diese Kindheit konnte nicht normal werden. Doch was war schon normal in einer Zeit, in der alles drunter und drüber ging? Außerdem handelte es sich um ein uneheliches Kind, damals eine sehr beschämende Angelegenheit für die betroffenen Frauen. Die kleine Heilwig war das Ergebnis einer Affäre ihrer Mutter. Diese wusste in ihrer Schwangerschaft nicht weiter und ging den Weg, den auch andere Mütter in der NS-Zeit wählten: Sie brachte ihre Tochter in einem „Lebensborn”-Heim zur Welt, und zwar in Steinhöring bei München.
Diese Kinder haben lange über ihr oft sehr schwieriges persönliches Schicksal geschwiegen. Heute suchen sie gemeinsam bewusst den Weg in die Öffentlichkeit. Seit einigen Jahren ist es üblich geworden, dass sie sich in regelmäßigen Abständen in Wernigerode in Sachsen-Anhalt treffen, um Erfahrungen auszutauschen. Das ist wichtig für sie, denn viele leiden unter einem doppelten Stigma: zum einen das ihrer Unehelichkeit und zum anderen ihrer Geburt in der Nazi-Einrichtung. Da kann öffentliche Aufarbeitung befreiend wirken.
Dabei sind bis …

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Dr. Dorothee Schmitz-Köster, geboren 1950, Studium der Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften in Bonn, arbeitet seit 17 Jahren als Buch-Autorin und Hörfunk-Journalistin.

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