Generation Wickeltasche - Heymann, Nana

Generation Wickeltasche

Die neue Lust am Muttersein -- Begegnungen mit jungen Frauen

Nana Heymann 

 
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Generation Wickeltasche

Die Autorin Nana Heymann hat Mütter getroffen und sich aus ihrem Leben erzählen lassen. Aus dem Leben vor dem Kind und aus dem Leben mit Kind. Sie hat dabei Geschichten voller Hoffnungen und Zuversicht gehört - aber auch voller Angst und Zweifel. Auch die neue Generation von Müttern muss sich mit Problemen auseinandersetzen. Sie geht nur anders als ihre Mütter mit der neuen Rolle um. Was passiert, wenn der Entwurf, den man sich für sein Leben einmal gemacht hat, komplett auf den Kopf gestellt wird? Wie wird man mit einer Trennung vom Kindsvater fertig? Was, wenn man keine Teilzeitstelle findet oder sich das Leben als Mutter doch nicht so gut anfühlt?

Es sind ehrliche, spannende Erzählungen, die zeigen, worauf es Müttern heute ankommt und was hinter ihrem selbstbewussten Auftreten steckt. Aufgeschrieben von einer Autorin, die genau weiß, worum es geht, und sich Gedanken über ihre eigene Wickeltasche macht.

Sie sind selbstbewusst und erfolgreich: Das Buch über eine neue Müttergeneration!


Produktinformation

  • Abmessung: 191mm x 127mm x 20mm
  • Gewicht: 238g
  • ISBN-13: 9783896029508
  • ISBN-10: 3896029509
  • Best.Nr.: 28108833
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.05.2010

Entspannt euch!

Am Muttertag das Beste ist: Der Buchhandel hat zu. Denn egal ob neue Promi-Papas oder Anti-Ratgeber - gegen den Druck perfekter Übermütter hilft nur die eigene Erfahrung.

VON JULIA SCHAAF

Vorstellungsrunde im Hechelkurs in einem Geburtshaus in Frankfurt am Main. Die Walfische und ihre Männer sollen nicht nur Alter und Entbindungstermin nennen, sondern auch über ihre Erwartungen reden. Mein bester Freund sagt: "Ich bin hier, um andere Frauen kennenzulernen."

Keiner lacht. Ehrlich.

Lange Zeit war das eine meiner Lieblingsgeschichten, um von den Merkwürdigkeiten zu berichten, die jeden mit der Geburt des ersten Kindes erwarten. Man betritt eine Welt, deren heilige Ernsthaftigkeit erschreckend ist, und versucht, dem Wandel im eigenen Leben mit Humor zu begegnen.

Michael Mittermeier hat eine ähnliche Anekdote aufgeschrieben. Eine chancenlose Bewerberin bei seinem Hebammen-Casting "MSDS" - "Michl sucht die Superhebamme" schlägt den Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses vor: "Da lernt ihr auch andere Frauen kennen." Darauf Mittermeier: "Gute Idee, aber wieso sollte ich dann die Schwangere da mitnehmen?" …

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Entspannt euch!

Am Muttertag das Beste ist: Der Buchhandel hat zu. Denn egal ob neue Promi-Papas oder Anti-Ratgeber - gegen den Druck perfekter Übermütter hilft nur die eigene Erfahrung.

VON JULIA SCHAAF

Vorstellungsrunde im Hechelkurs in einem Geburtshaus in Frankfurt am Main. Die Walfische und ihre Männer sollen nicht nur Alter und Entbindungstermin nennen, sondern auch über ihre Erwartungen reden. Mein bester Freund sagt: "Ich bin hier, um andere Frauen kennenzulernen."

Keiner lacht. Ehrlich.

Lange Zeit war das eine meiner Lieblingsgeschichten, um von den Merkwürdigkeiten zu berichten, die jeden mit der Geburt des ersten Kindes erwarten. Man betritt eine Welt, deren heilige Ernsthaftigkeit erschreckend ist, und versucht, dem Wandel im eigenen Leben mit Humor zu begegnen.

Michael Mittermeier hat eine ähnliche Anekdote aufgeschrieben. Eine chancenlose Bewerberin bei seinem Hebammen-Casting "MSDS" - "Michl sucht die Superhebamme" schlägt den Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses vor: "Da lernt ihr auch andere Frauen kennen." Darauf Mittermeier: "Gute Idee, aber wieso sollte ich dann die Schwangere da mitnehmen?" Ehrlich gesagt: Ich finde meine Pointe besser. Aber Michael Mittermeier ist Comedian, und das allein schon scheint derzeit eine Garantie, um Bestsellerautor zu werden. Hätte der Mann gewusst, dass er keine drei Monate brauchen würde, um 180000 Bücher zu verkaufen, er hätte seiner ungeborenen Tochter damals wohl doch diesen Traum von Babybadewanne im Neuschwanstein-Stil gekauft anstelle der schnöden Wäscheschüssel aus dem Baumarkt.

Aber vor allem ist Michael Mittermeier ein Mann. Deshalb darf der das: aufschreiben, was der Rest der Welt genau so oder so ähnlich auch erlebt. Hinschauen, Staunen, Lustigmachen; Selbstironie und Ehrlichkeit - das Prinzip ist so schlicht wie das Programm banal. Sechs Seiten Prolog sind dem Heißhunger der Schwangeren gewidmet. Danach geht es um die ersten Ultraschallfotos, die - sehr originell - aussehen wie Fernsehbilder von Nachtangriffen im Irak-Krieg, um die Wahl des richtigen Kinderwagens (sehr originell: ein Bugaboo) und den mit nichts zu vergleichenden Geruch eines Neugeborenen (sehr originell: "Lilly duftete nach leckeren Erdbeersahnebonbons"). Es geht um Schlafmangel, das Entwürdigende der Milchpumpe und die Sehnsucht, den Schnuller nachts am Baby festzutackern. Dass der Berufshumorist die Standarderfahrungen aller Neu-Eltern anhand des Personals aus Fernsehserien und Actionfilmen persifliert, macht sie nicht weniger alltäglich. Auch die Überschneidungen mit jedem Ratgeber sind groß: Mittermeier klärt über die Phasen einer Entbindung auf, über die Mittel der Wahl bei Zahnungsbeschwerden. Und natürlich verkauft ein Comedian auch Bücher, obwohl oder weil er schreibt: "Über Pupsen sollte man öffentlich mehr sprechen."

Wir Frauen würden uns das nicht trauen. Jeder Journalistenvater, der in den vergangenen Jahren ein bisschen Elternzeit genommen hat, beschreibt seine Erfahrungen wie ein Abenteuer, das kein Held vor ihm überstanden hätte. Und wir, die traditionellen Protagonistinnen dieser Baby-Saga, beschweren uns nicht einmal darüber. Es ist auch für uns gut, dass die Einführung des Elterngeldes dank der sogenannten Vätermonate allmählich anfängt, die Präsenz von Männern in der Brutpflege gesellschaftlich zu verankern. Auch sonst haben die Diskussionen über den demographischen Wandel, kinderlose Akademikerinnen und Ursula von der Leyen ein Klima geschaffen, das Kinderkriegen so schön macht wie lange nicht mehr. Wenn die Mieterin unter uns mit dem Jugendamt droht, weil mein Zweijähriger nach sieben Stunden Kinderkrippe mit dem Bobby-Car über den Altbauflur rast, bleibe ich gelassen. Es hilft, wenn man grundsätzlich spürt: Die Gesellschaft findet meine Lebensentscheidung gut.

Dafür haben wir andere Sorgen. Denn die Kehrseite der Medaille ist, dass die Anforderungen wachsen. Die deutsche Mutter des 21. Jahrhunderts, die nach dem Elterngeldbezug bitte schön in den Beruf zurückkehrt, vereinbart nämlich nicht nur Kind und Karriere. Sie ist eine gute Liebhaberin, sie sieht fantastisch aus, sie hat die richtigen Bücher auf dem Nachttisch liegen, weiß, welche neue Bar eröffnet hat, und sie stylt Kinder, Küche, Körper mit Geschmack. Der Leitstern dieser neuen Müttersorte heißt "Nido". Das Magazin, das nach einer Testphase neuerdings monatlich erscheint, richtet sich an "Eltern, die vielleicht nicht jede Nacht durchschlafen, aber noch Träume haben". In einer früheren Werbung war von Eltern die Rede, die lieber "Fisch mit Stäbchen als Fischstäbchen essen". Gute Eltern, schlechte Eltern. Wir und sie. Möglichst cool und bloß nicht spießig: Für eine Generation, die ihr kinderloses Dasein damit verbracht hat, sich qua Konsum und Lebensstil von den weniger hippen anderen abzugrenzen, bleibt auch Kinderhaben eine Frage des Lifestyles.

Aus einer Pressemeldung des Schwarzkopf& Schwarzkopf-Verlages: "Mutterwerden ist ,in'. Nicht nur in Hollywood ist es schick geworden, ein Baby zu bekommen und sich als stilsichere Mutter zu präsentieren. Auch hier in Deutschland gibt es eine neue Generation von Müttern. Sie leben in den angesagtesten Stadtteilen, haben nie fettige Haare, gehen zum Mutter-Kind-Yoga und machen die Wickeltasche zur heißbegehrten It-Bag."

Wenn Mütter solche Bücher schreiben, verschenke ich freiwillig die belanglosen Selbsterfahrungsabenteuer der Väter. Die Journalistin Nana Heymann macht sich in "Generation Wickeltasche" tatsächlich auf, für das Mütterklischee aus dem Hamburger Schanzenviertel oder Berlin-Prenzlauer Berg Beispiele zu sammeln. Die Kinder dieser Frauen heißen Ada-Joris-Emil-Elea-Lilly-Stella-Maja-Friedrich-Ida-Mathilda-Fritz-Louis-J anek-Bruno-Nick. Und die zirka Dreißigjährigen, die hier ganz authentisch zu Wort kommen sollen, kaufen ihren Töchtern tatsächlich Lammfellstiefel für 150 Euro, weil sie abends gelangweilt auf Glamourseiten im Internet herumsurfen, auf denen das Outfit einer Suri Cruise direkt mit dem Online-Shop verlinkt ist. Sie bedauern, wenn der Kinderarzt rät, nach der spanisch-deutschen Kita nachmittags nicht noch zum Frühenglisch zu rennen. Sie trainieren sich mit einer Pilates-DVD von Barbara Becker die Schwangerschaftspfunde wieder runter. Und sie geraten in eine Sinnkrise, wenn sie vor dem Spielplatzbesuch mit der Zeitschrift "Neon" für die Nie-Erwachsenen auf dem Sofa eingeschlafen sind und deshalb keine Zeit mehr haben, wenigstens ein bisschen Rouge aufzutragen.

Natürlich gibt es in dem Buch auch andere Beispiele. Aber die retten nicht das Gesamtbild, das dazu führt, dass eine der Befragten beschließt, aus ihrem Zweihundert-Quadratmeter-Dachgeschoss in Berlin-Mitte nach Oranienburg zu ziehen, wo die Mischung aus Druck und Selbstzweifeln hoffentlich weniger quält.

Warum tun wir uns das an?

Es gibt im Leben Statusveränderungen, die mit so viel Verunsicherung verbunden sind, dass traditionale Gesellschaften sie in Rituale einbetten. In der modernen westlichen Welt bleiben die Menschen sich selbst überlassen. Und wo es immer weniger Großfamilien und über Generationen vererbtes Wissen gibt, wo der rasche Wechsel der Erziehungsdogmen das Vertrauen in die Intuition erschüttert, scheinen Bücher bei der Moderation des Übergangs zu helfen. "Oh Gott", fragt Mittermeier, "werde ich dann einer von den anderen?" Nana Heymann beginnt ihr Buch mit den Worten: "Ich bin auch eine von denen." Immerzu geht es um den Abgleich zwischen einem "alten Leben" und dem Dasein mit Kind. Kein Wunder, dass sich mitten in der Krise des Printjournalismus ein Magazin etablieren kann, das suggeriert, es gebe in diesem Prozess keine Brüche.

Dann doch lieber die neuen Anti-Ratgeber. Auch das sind Selbsterfahrungsberichte von Journalisten, die sich am ganz normalen Wahnsinn ihrer Elternbiographie abarbeiten: Schwangerschaftsesoterik, Pekip, Krippenplatzsuche. Aber die Texte sind weniger eine Anleitung zur Perfektion als eine Einladung, sich mit dem Ärger, dem Leid und dem Versagen der Autoren zu identifizieren. Julia Heilmann berichtet in "Kinderkacke" zum Beispiel, wie die geplante Rückkehr in den Job zur Demütigung wird. In "Der alltägliche Erziehungswahnsinn" beschreibt Katrin Wilkens, wie man sich das Heil jedes Babykurses - nämlich auf andere schweißgebadete Überforderte zu stoßen - verderben kann: durch die Pest der ewigen Vergleiche. Wer hat sein Leben besser im Griff? Welches Blag dreht sich zuerst? Auf Ratgeber zu verzichten, wie Wilkens das fordert, ist allerdings billig. Nicht nur, weil sich auch bei ihr die Tipps so türmen, dass sich Übermutti-Hass einstellt.

Der Informationsbedarf ist tatsächlich groß. Man kann gar kein Kind bekommen, ohne alle paar Schritte über Fragen und Zweifel zu stolpern. Die neuerdings gepriesene Gelassenheit entsteht erst mit der Zeit - meistens nach dem Gefühl, in dieser Mutterrolle anzukommen, irgendwann. Und hinter jeder Herausforderung lauert die nächste: Trotzphase, Schulfrage, Pubertät. Wilkens schreibt: "Ich weiß noch, wie ich mit meinem ersten Kind am Abend, bevor mein Mann wieder zu arbeiten anfing, am Küchentisch saß, heulte und dachte: Wie soll ich das ab morgen hinkriegen?"

Danke. So ging's mir auch. Aber das wollte ich eigentlich nicht aufschreiben. Besser fand ich Gespräche mit anderen Müttern, die im selben Schlamassel steckten. Frauen, deren Babys genauso schlecht schliefen. Frauen, die auch darüber lachen mussten, dass sie plötzlich über die Sonderangebote bei Tchibo diskutierten und Tupperdosen mit Apfelschnitzen in die Handtasche packten. Natürlich gibt es diese Hochglanzmütter, denen angeblich alles gelingt. Aber schon an der Uni oder im Job traf man Leute, mit denen man nichts zu tun haben wollte. Und für Mütter gilt dasselbe wie für Kinder: Im Zweifelsfall ist es immer nur eine Phase. Das Mittermeier-Prinzip taugt auch privat. Hinschauen, Staunen, Drüberlachen. Selbstironie und Ehrlichkeit. Die eigenen Geschichten sind besser als jedes Buch.

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Nana Heymann wurde 1977 in Ost-Berlin geboren und lebte in den achtziger Jahren in Moskau. 1990 kehrte sie zurück und entdeckte bald darauf das Nachtleben des Nachwende-Berlins. Darüber schrieb sie für Musikmagazine.

Nach dem Abitur studierte sie und absolvierte ein Volontariat. Heute arbeitet sie beim Tagesspiegel und schreibt außerdem für das ZEITmagazin und die zitty. Mit ihrem Ehemann und der gemeinsamen zweijährigen Tochter lebt sie in Berlin-Prenzlauer Berg.

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