Dieses Buch über das städtische Leben im Mittelalter ist
Quellenwerk und Darstellung zugleich. Der Leser erfährt, wie der
Stadtbewohner lebte und sich versorgte und welche Bedeutung Kirche
und Frömmigkeit in seinem Alltag spielten. Das Bild der Stadt war
durch das Treiben der Kaufleute geprägt, auf deren weitgespannten
Handel man nicht mehr verzichten konnte. Das Buch erzählt von ihrem
Lebensstil, der durch Reichtum und Vermögen geprägt war, von ihren
Familien und dem Haushalt, von Geburten und Hochzeiten, von
Testament und Tod. Als zweite Säule der städtischen Wirtschaft
entwickelte sich das Handwerk - und auch die Handwerkerin stand
ihren Mann. Noch heute weisen »Schustergasse«, »Töpfergasse« oder
»Fleischerstraße« auf das große Sozialprestige des Handwerkers hin.
Wie aber lebten die unteren Schichten? Wie gestaltete sich der
Alltag der Armen, Bettler, Kranken und Aussätzigen?
Das Buch lässt schriftliche, bildliche und gegenständliche Quellen
zu den verschiedenen Aspekten des städtischen Lebens im Mittelalter
zu Wort kommen. In Einleitungen und Kommentaren wird dem Leser eine
Interpretationshilfe zum Verständnis dieser Zeugnisse an die Hand
gegeben. Aus ihnen sprechen Zeitgeist, Lebensumstände, Gefühlswelt,
Mentalität, Bewältigungsstrategien für die alltäglichen
Schwierigkeiten und Sorgen ebenso wie Freuden und Leiden der in der
deutschen Stadt des Mittelalters lebenden Menschen.
Ausstattung/Bilder: 2006. VIII, 465 S. m. 130 Abb.
Deutsch
Abmessung: 249mm x 190mm x 43mm
Gewicht: 1325g
ISBN-13: 9783412202057
ISBN-10: 3412202053
Best.Nr.: 20755471
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Prinzipiell begrüßt Christian Jostmann diesen Quellenband zum städtischen Leben im Mittelalter, das sich dadurch auszeichnete, dass festgefügte Mauern Freiheit bedeuteten. Er lobt ihn als "materialreich und sachkundig kommentiert", hat aber auch einiges auszusetzen. So beklagt er die schlechte Qualität der Abbildungen und das Fehlen eines Sachregisters, was bei ihm den Eindruck der "verlegerischen Halbherzigkeit" hinterließ.