Familienbande - Degen, Michael

Michael Degen 

Familienbande

Roman

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Familienbande

Er wütete und tobte, trank und frönte dem Exzess - doch vom übermächtigen Vater vermochte sich Michael Mann, genannt Bibi, sein Leben lang nicht zu befreien. Meisterhaft erzählt Michael Degen das Leben des ebenso exzentrischen wie hochbegabten jüngsten Sohnes von Thomas Mann: seine Kindheit im lieblosen Elternhaus, im kalten Zauber des Großschriftstellers, seine internationale Karriere als Bratschist. Dann der plötzliche Bruch - Michael Mann wird Professor für Germanistik in Berkeley und widmet sich bald dem Werk seines Vaters, um dessen Zuneigung er stets vergeblich gebuhlt hatte. Mit nur achtundfünfzig Jahren stirbt er an einer fatalen Mischung von Alkohol und Schlafmitteln. Als die greise Mutter Katia von seinem mutmaßlichen Freitod erfährt, meint sie nur: "Er hat ja eigentlich nicht alt werden wollen." Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Michael Mann konnte nie aus dem Schatten seines Vaters treten. "Familienbande" erzählt Bibis Leben als Geschichte eines stillen Machtkampfes, eines Daseins, das im Bann allzu großer Talente und Einfl üsse zerstört wird. Ein starker, opulenter und anrührender Roman über die Familie Mann - von Bestsellerautor Michael Degen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 476 S.
  • Seitenzahl: 480
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 139mm x 39mm
  • Gewicht: 579g
  • ISBN-13: 9783871346330
  • ISBN-10: 3871346330
  • Best.Nr.: 32470564
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.08.2011

Roman eines Einsamen

Einst spielte er den Bendix Grünlich in einer Verfilmung der "Buddenbrooks". Nun gibt der Schauspieler Michael Degen dem ungeliebten Sohn Michael Mann eine Stimme im Roman.

Kinder haben keinen Anspruch darauf, von ihren Eltern geliebt zu werden. Die Natur hat es indes so eingerichtet, dass sich der Beschützerinstinkt in aller Regel von selbst einstellt. Was aber, wenn ein Vater wie Thomas Mann seinem Tagebuch anvertraut, nur "Fremdheit, Kälte, ja Abneigung" gegenüber einem seiner Kinder zu empfinden, und er, in nüchterner Selbstbeobachtung, für dieses "bei Weitem nicht die Zärtlichkeit aufbringt" wie für dessen Geschwister?

Es ist menschlich, dass elterliche Zuwendung nicht gleichbleibend stabil ist und bei mehreren Kindern auch unterschiedlich verteilt wird. Gleichwohl verfügen Kinder über ein ausgeprägtes Sensorium und einen entsprechenden Gerechtigkeitssinn, so dass empfundene Benachteiligung und erst recht Ablehnung sehr häufig zu Minderwertigkeitsgefühlen führen. Das Thomas-Mann-Zitat bezieht sich auf das jüngste der sechs Kinder, Michael, genannt Bibi, der seine Rolle als Nesthäkchen der …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die Wirklichkeit war schlimmer. Soviel weiß Friederike Reents über das Leben des ungeliebten Thomas-Mann-Sohnes Michael. Die Lektüre des Romans von Michael Degen verhilft ihr dennoch zu Einsichten, die allein die Lektüre der Tagebücher Thomas Manns nicht hergeben. Vielleicht gerade deswegen, weil sich der Autor um die Frage nach Dichtung und Wahrheit nicht schert, wie Reents feststellt, und sich häufig genug auf seine Vorstellungskraft verlässt. Nach anfänglichen stilistischen Unsicherheiten kommt das Buch zu einer tiefenpsychologischen Finesse, die die Rezensentin die Qualen eines lebenslänglich Annerkennungslosen unaufdringlich nachvollziehen lassen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein kluger, berührender Liebes-, Künstler- und Zeitroman." (Freie Presse)
Michael Degen, 1932 in Chemnitz geboren, Schauspieler und Schriftsteller, überlebte den Nationalsozialismus mit seiner Mutter im Berliner Untergrund. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung am Deutschen Theater in Berlin. Er trat an allen großen Bühnen auf und arbeitete mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Peter Zadek und George Tabori zusammen.

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