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Wer kennt sie nicht, die berühmten Innsbrucker Sagen um Frau Hitt, den Riesen Haymon oder Kaiser Maximilian? Doch wer erinnert sich noch an den "Klaubauf", den "Murbl" und den "Worglar"? Dass es für die Tiroler Landeshauptstadt bis heute keine Sagensammlung gibt, ist angesichts dieses besonders reichen Sagenschatzes kaum zu glauben. Die Sammlung der beiden Innsbrucker Sagenforscher Wolfgang Morscher und Berit Mrugalska vereinigt nun erstmals alle wichtigen Sagen Innsbrucks in einem modernen, unverstaubten Leseband. Die einzelnen, nach Themenkreisen gegliederten Kapitel bilden gleichzeitig…mehr

Produktbeschreibung
Wer kennt sie nicht, die berühmten Innsbrucker Sagen um Frau Hitt, den Riesen Haymon oder Kaiser Maximilian? Doch wer erinnert sich noch an den "Klaubauf", den "Murbl" und den "Worglar"? Dass es für die Tiroler Landeshauptstadt bis heute keine Sagensammlung gibt, ist angesichts dieses besonders reichen Sagenschatzes kaum zu glauben. Die Sammlung der beiden Innsbrucker Sagenforscher Wolfgang Morscher und Berit Mrugalska vereinigt nun erstmals alle wichtigen Sagen Innsbrucks in einem modernen, unverstaubten Leseband. Die einzelnen, nach Themenkreisen gegliederten Kapitel bilden gleichzeitig einen Spaziergang durch die Innsbrucker Stadtgeschichte, angefangen von den Gründungssagen bis hin zu modernen Sagen. Ergänzt werden die Sagen durch informative Abbildungen sowie kurze Kommentare und Kulturnotizen, die wissenswertes Hintergrundwissen zur Stadtgeschichte, zu Sehenswürdigkeiten oder Kuriositäten vermitteln. Nicht zuletzt dadurch werden sagenhafte Begegnungen mit der Stadt möglich gemacht. Die überlieferten Sagentexte selbst wurden mit viel Fingerspitzengefühl der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst, um sie wieder einem breiten Lesepublikum zugänglich zu machen.
Autorenporträt
BERIT MRUGALSKA, geboren 1972 in Hamburg, Kunsthistorikerin und Österreichische Fremdenführerin, lebt seit ihrem Studium in Innsbruck und ist seit 2003 in der Sagenforschung tätig. Neben der Redaktion von www.sagen.at schreibt sie Konzepte und Drehbücher für Sagen- und Märchenevents im In- und Ausland.WOLFGANG MORSCHER, geboren 1964 in Linz, lebt seit über zwanzig Jahren in Innsbruck. Magister der Europäischen Ethnologie, berufstätig als Informatik-Techniker an der Universität Innsbruck. Betreibt seit dem Jahr 2000 die Bildungsplattform www.sagen.at. Herausgeber mehrerer Sageneditionen und ethnologischer Reprints.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.05.2008

Die großen Freuden der kleinen Wichtln

Warum wurde die Riesin Frau Hütt versteinert und thront nun als imposanter Felsen für alle Ewigkeiten über Innsbruck? Wie müssen freche und undankbare Bauern, die zur Strafe in Kasermanndeln verwandelt wurden, ihre Sünden büßen? Worüber freuen sich Wichtln? Warum haben sich die singenden Saligen Frauen aus den Innsbrucker Bergen zurückgezogen? Was geschah, als sich Kaiser Maximilian in der Martinswand verirrte? Und mit welchen Hexen, Teuferln und Geistern kann man Kindern drohen, wenn sie nicht brav und artig sind? Dies und viel mehr erfährt man in den 189 Sagen, die Wolfgang Morscher und Berit Mrugalska auf 179 Seiten versammelt haben. Das bedeutet durchschnittlich eine Sage pro Seite. Die kürzeste, Nummer 170, lautet: "Die Kirchenlampen von Mariastein, Stams und Wilten bringen heilsames Öl hervor." Die meisten der Sagen wurden nach langer mündlicher Überlieferung erst im neunzehnten Jahrhundert oder sogar Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts niedergeschrieben. Die Texte hier stammen aus jenen Tagen, viele sind spröde, und etliche Begriffe muss man im Glossar nachschauen. Jedoch bekommt man einen Einblick in das damalige Leben in den Gebirgstälern und in die strenge, dazugehörende Moral. So geht etwa in der Sage "Eine Besessene kann sich verwandeln" die Kellnerin Matzler ahnungslos mit einem flotten Jägersmann spazieren. Bei der Hungersburg beginnt sie dieser schrecklich zu martern und zu peinigen. Als sie zurück in die Stadt kommt, ist sie vom Teufel besessen. Sie kann sich in allerhand Gestalten verwandeln. Einmal hat sie einen riesigen Kopf, dann verwandelt sie sich in ein kleines Vögelein und kann perfekt Lateinisch sprechen. Ein Priester und ein Doktor schaffen es aber mit vereinten Kräften, ihr den Teufel auszutreiben. Märchenhaft ausformulierte Geschichten in geschmeidigem Erzählstil findet man in dieser Sammlung nicht. Den Abschluss des Buchs bilden zehn moderne "Urban Legends", die staunen lassen, wie viel Spuk es bis zum heutigen Tag noch in Innsbruck gibt.

rozy

"Das Innsbrucker Sagenbuch" von Berit Mrugalska und Wolfgang Morscher. Tyrolia Verlag, Innsbruck 2007. 179 Seiten, 80 Abbildungen. Gebunden, 19,90 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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