Franz Fühmanns literarisches Werk bildet eine weitverzweigte,
sprachlich wie inhaltlich faszinierende Topographie. Seine
expliziten Versuche, Orte zu begreifen und in Sprache und
Schrift(-sprache) zu übersetzen, erweisen sich als unvollendbarer
Vorgang und als Vorgehen im Unabgeschlossenen, denn Verbruch und
Verdikt bleiben aus. Vier Schaffensbereiche bzw. Texte Fühmanns
dienen als Säulen der Untersuchung. Grundlegend neue Einsichten
eröffnen die Einzeichnung des Bergwerks und die Verortung der
Nachdichtung in enger Korrespondenz mit zentralen Texten wie ,22
Tage' und dem Mythos-Essay im Saigerriss von Fühmanns
Gesamtwerk. Die Betonung der reichen Verschiedenartigkeit und
Vielgestaltigkeit in Fühmanns Literatur wird um die Dimensionen
poetischer Relationen und sich fortsetzender Schreibstrategien
erweitert. Diese Beschreibung im Rahmen einer Topographie
ermöglicht es zudem, ein je nachhaltiges Bei- und Nebeneinander der
Orte zu denken und die Offenheit der Texte wesentlich
hervorzuheben.