Vatikanistan - Smoltczyk, Alexander

Alexander Smoltczyk 

Vatikanistan

Eine Entdeckungsreise durch den kleinsten Staat der Welt

Buch mit Leinen-Einband
 
1 Kundenbewertung
***** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
18 ebmiles sammeln
EUR 17,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Vatikanistan

Geheimwege, sinnlose Mülltrennung und die Telefonnummer des Heiligen Vaters:

Was Sie schon immer über das Reich des Papstes wissen wollten

Was sieht man durchs Schlüsselloch von Benedikts Appartement? Wieso gibt es im Vatikan ein Standesamt, und warum ist die Kriminalitätsrate dort höher als in São Paulo? Und wie komme ich an der Schweizergarde vorbei? Alexander Smoltczyk, Vatikan-Kolumnist bei "Spiegel online", verrät die kleinen und nicht immer ganz sauberen Geheimnisse aus dem Reich des Papstes. Von der Notfallnummer des Exorzisten bis zu einer kleinen Sittenlehre der Kurie. Genüsslich-ironisch und unterhaltsam-aufschlussreich!

Das Reich des Heiligen Vaters ist ein Ort voller Mysterien - und bei genauem Hinsehen auch wieder sehr banal. Ein Staat, kleiner als die US-Botschaft in Bagdad, aber gewiss einflussreicher. Was verbirgt sich hinter den Mauern? Mit "Vatikanistan" im Gepäck erfährt der junge Papstfan, der gläubige Katholik oder auch der ganz gewöhnliche Rom-Reisende endlich alles, was er schon immer über den kleinsten Staat der Welt wissen wollte: Welche Tricks und Codes an der St.-Anna-Pforte fruchten. Wie man mit dem Heiligen Vater Kontakt aufnimmt, an ein VIP-Ticket für die Audienz kommt und vom Leibfotografen Benedikts dann sein persönliches Foto erhält. Welche Aufgaben Frauen im Vatikan haben, wo die Kardinäle essen und warum zwischen den Gendarmen und der Schweizergarde erbitterte Feindschaft herrscht.

Alexander Smoltczyk, Rom-Korrespondent für den "Spiegel" und Vatikan-Kenner, verrät Überraschendes, Spannendes und Kurioses über Land und Leute, Essen und Wohnen, Gesetze und Finanzen, Frauen und Liebe im Vatikan. Dieser Reiseführer sollte auf keiner Rom-Reise fehlen!

Was sieht man durchs Schlüsselloch von Benedikts Appartement? Wieso gibt es im Vatikan ein Standesamt, und warum ist die Kriminalitätsrate dort höher als in Sao Paulo? Und wie komme ich an der Schweizergarde vorbei? Alexander Smoltczyk, Vatikan-Kolumnist bei "Spiegel online", verrät die kleinen und nicht immer ganz sauberen Geheimnisse aus dem Reich des Papstes. Von der Notfallnummer des Exorzisten bis zu einer kleinen Sittenlehre der Kurie. Genüsslich-ironisch und unterhaltsam-aufschlussreich!


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 351 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 352
  • Deutsch
  • Abmessung: 166mm x 123mm x 22mm
  • Gewicht: 324g
  • ISBN-13: 9783453154346
  • ISBN-10: 3453154347
  • Best.Nr.: 23816549
"Amüsante Einführung in die weihrauchgeschängerte Welt der Päpste, der Schweizergarde und der schwulen Priester." Geo special Rom

"Brevier mit Verstand und Esprit."
Alexander Smoltczyk, Jahrgang 1958, hat für die "taz", "Geo", "mare" und andere Magazine geschrieben. Für seine Reportagen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den "Egon-Erwin-Kisch-Preis" und zuletzt 2007 den "Henri-Nannen-Preis" für eine Reportage über die Regensburger Vorlesung von Benedikt XVI. Er ist Rom-Korrespondent für den "Spiegel" und lebt mit seiner Familie in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vatikan. Seit April 2007 erscheint von Smoltczyk wöchentlich Deutschlands erstes Vatikan-Blog "Uups" - et orbi" auf "Spiegel online".

Leseprobe zu "Vatikanistan" von Alexander Smoltczyk

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Vatikanistan" von Alexander Smoltczyk

Ein Pilgerbrevier über den Vatikanstaat zu schreiben, ist ein ketzerischen Unterfangen. Schließlich geht einen der Kirchenstaat nichts an. Wir müssen leider draußen bleiben, wir Nichtgeistlichen. Auch fremdenverkehrstechnisch ist solch ein Brevier eine heikle Unternehmung. Wer würde sich ernsthaft für ein Land interessieren, in dem die Kriminalitätsrate pro Kopf höher ist als in Säo Paulo, wo mehr Singles wohnen als in Manhattan und gleichzeitig ständig über Familienwerte geredet wird? Es gibt kein Kino, kein Restaurant und nur ein Fernsehprogramm. Auch die Kleidermode wechselt nur alle zwei-, dreihundert Jahre. Sämtliche Kater sind kastriert, und ihre menschlichen Geschlechtsgenossen haben Keuschheit gelobt. Der Fun-Faktor liegt unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze. Eigentlich funktioniert nur die Post besser als in den Nachbarstaaten.

Das Nationalstä(d)tchen Vatikan ist kleiner als die US-Botschaft in Bagdad, aber immerhin größer als das Berliner Kanzleramt. Und es ist mit Sicherheit der wichtigste Tuffsteinhügel der Welt. Auf rätselhafte Weise wird von hier aus auf eine gute Milliarde Menschen Einfluss genommen, in allen Winkeln des Planeten.

Der Vatikan ist auch der einzige Staat, der komplett als Weltkulturerbe eingetragen ist. Der einzige, dessen CO2-Bilanz ausgeglichen ist, und das, obwohl der Papst das Kyoto-Protokoll nie unterschrieben hat. Ein erstaunlicher Staat, und auf jeden Fall gehört er zu jenen "Mirabilia Romae", jenen Wundern Roms, zu denen sich schon Martin Luther einst zu Fuß aufgemacht hat. Wie lang man sich auch mit ihm beschäftigt, er wird immer fremd bleiben, staunenswert, abstrus und doch einer inneren, undurchschaubaren Logik gehorchend. Mehr Vatikanistan eben als Vatikan.

Das Land ist leicht zu finden, und nicht nur mit der Seele. Es liegt hinter der einzigen Mauer Roms, auf die kein Graffiti gesprüht ist. Da findet sich kein "Juve Merda", kein Liebesschwur, Hakenkreuz oder Fußballergebnis angepinselt. Keine Plakate, keine Werbung, keine Verbotsschilder, noch nicht mal kirchenkritische Einwände wie "Gott ist tot!" o.Ä. sind zu entdecken. Nichts. Und das, obwohl hier keine Wachen stehen. Wenig in Rom wird respektiert, diese Mauer schon. Als sei sie den Römern unheimlich. Als könne man nicht wissen, ob nicht doch eine unsichtbare Kraft aufpasst. Immerhin ist "allwissend, allsehend, allmächtig" ein ziemlich starker Eintrag im Curriculum Vitae.

Doch was passiert hinter dieser Mauer? Und wer entscheidet, was der Papst morgens anzieht? Wieso gibt es dort ein Standesamt, und was machen all die Leute, die frühmorgens mit dem Henkelmann zur Schicht antreten, an der Porta Sant'Anna? Das waren die Fragen eines staunenden Neurömers, der gerade mit Frau und Kind in Sichtweite des Papstpalastes Quartier bezogen hatte. Ich komme, das sei vorweg eingestanden, aus jenem Teil Deutschlands, der "Rosenkranz" für einen Begriff aus der Gartenzeitschrift hält. Es sei gebeichtet: Hier schreibt ein Protestant und frommer Zweifler.

Kaum hatten wir die Umzugskisten ausgepackt, wurde der alte Papst sterbenskrank. Vielleicht gab es da einen Zusammenhang. Von nun an jedenfalls waren wir Papst. Nachrufe waren zu schreiben, Konklave zu beäugen, diskrete Bande über die Mauer zu spannen. Als am 19. April dann ein weißes Wölkchen über jenem Dach in unserer Nachbarschaft aufstieg und irgendjemand vom Portikus des Petersdoms herunter verkündete: "Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum Josephum ..." - dachte ich nur: "Mein Gott ...!" - und erbleichte bei der Vorstellung, die nächsten Jahre als Korrespondent mit J.R. zu tun haben zu dürfen. Von Joseph Ratzinger wusste ich nicht viel mehr, als dass er die Befreiungstheologen zum Teufel gejagt hatte und mit begnadeter Urteilssicherheit immer genau jene gesellschaftspolitische Position vertrat, die wir Aufgeklärten nicht vertraten und im Übrigen für völlig indiskutabel hielten.

Vier Jahre später schwächelt meine Glaubensstärke unverändert, aber es mischt sich ein leichtes Bedauern darunter. Auch eine wachsende Bewunderung für einen Achtzigjährigen, der in der europäischen Geistesgeschichte zu Hause ist wie andere in der Bundesliga, und der den Mut hat, sich seines Verstandes zu bedienen, auch wenn es keinen Beifall einbringt. Nach dem polnischen Mystiker führt nun ein abgeklärter Gelehrter die katholische Kirche ins neue Jahrtausend. Dem kann man nur mit Sympathie beiwohnen. Es geht wohl allen Preußen so in Rom: "Für die Schwachen, die nichts bekennen, als was sie vor Augen sehen, ist die Erbärmlichkeit und Zerfallenheit unseres Protestantismus hinlänglich, sie irrezumachen, wenn sie späterhin religiöse Bedürfnisse fühlen", schrieb im Juli 1818 der preußische Gesandte am Heiligen Stuhl, Christian Carl Bunsen. Und sein Vorgänger Barthold Niebuhr notierte gar: "Von jeher sind Protestanten, welche Italien besucht haben, den Nachstellungen der katholischen Priester ausgesetzt gewesen, die durch Überredung und betörende Controversen, zuweilen auch durch dargebotene Vorteile und allerley Anlockungen ihre Zwecke zu erreichen gesucht haben."

Die Anlockungen waren rasch zu spüren, die Neugierde noch mehr. Allerdings endeten alle Annäherungsversuche stets am Fuße der hoch aufragenden Festungsmauer bzw. an den Schweizergarden, die einem den Zutritt verwehrten. Aber es musste doch einen Weg hinein geben. So beginnt auch dieses Brevier genau hier, am Fuße der vatikanischen Mauer, und tastet den Staat an der Außenhaut ab, bevor hineingeschaut wird: Ist hier jemand? Es folgt ein virtueller Rundgang, ein Blick in den Palast hinein, ehe die elementaren Fragen in den Blick genommen werden: Wo gibt es was zu essen? Wie kleidet man sich, und warum braucht der Kirchenstaat um Himmels willen einen Teufelsaustreiber?

Die meisten Vatikan- und Papstbücher leben davon, viel Geheimnis um ihre Gewährsleute zu machen und so zu tun, als hätten sie wirklich Ahnung davon, was im Kirchenstaat passiert. Das vorliegende Brevier macht da keine Ausnahme. Etwaigen Irrtümern und Fehleinschätzungen, die allem Irdischen eigen sind, bitte ich mit pastoraler Nachsicht und einem "Te absolvo" zu begegnen. Doch jede Recherche im Lande hinter den Mauern ist schon allein durch den Umstand erschwert, dass nach Artikel 76 der Kuriensatzung eine Verletzung des Dienstgeheimnisses mit Entlassung bestraft wird. Wer redet da schon gern frei heraus? So wird jedes Schreiben über das Innenleben des Systems Vatikan oft zu einem großen Mutmaßen. Manchmal hilft nur der Glaube an die Wahrhaftigkeit weiter und der Trost, dass auch langjährige Kuriale oft nicht den geringsten Schimmer haben von dem, was um sie herum vorgeht.

Natürlich wird man dieses Land nicht verstehen, wenn man es nur als Kuriosum sieht. Der Vatikan ist ein Provisorium im Dienste eines Höheren. Wer hier lebt und arbeitet, der glaubt. Bei allen Abstrusitäten und irdischen Unzulänglichkeiten: Es geht letztlich um Gottesdienst und nicht um Macht.

Kundenbewertungen zu "Vatikanistan" von "Alexander Smoltczyk"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Vatikanistan" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von guida49 aus Fürstenfeldbruck am 22.06.2010 ***** ausgezeichnet
Eine tolle Gelegenheit einen Blick hinter die leonischen Mauern von "Vatikanistan zu werfen. Absolut lesenswert, auch für mich als Reiseleiter und Stadtführer in Rom!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Vatikanistan" von Alexander Smoltczyk ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

3 Marktplatz-Angebote für "Vatikanistan" ab EUR 8,45

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
8,45 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,4% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 8,79 1,95 Banküberweisung ITM Hölscher&Marks GmbH&Co. KG 98,9% ansehen
Mit leichten äußeren Lagerspuren, daher 8,95 3,00 offene Rechnung Bücher Thöne 99,6% ansehen
Mehr von