Afrika und die deutsche Sprache

Afrika und die deutsche Sprache

Ein kritisches Nachschlagewerk

Hrsg. v. Susan Arndt, Antje Hornscheidt u. a.
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Produktbeschreibung zu Afrika und die deutsche Sprache

Das Buch soll Menschen zum Nachdenken anregen, die meinen, längst reflektiert zu sprechen.
Zentrales Anliegen dieses Buches ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Rassismus und Sprache eng miteinander verknüpft sind. Viele heute gebräuchliche Begriffe haben eine kolonialistisch geprägte, rassistisch wirkende Bedeutungsgeschichte, die auch heute noch zum Ausdruck kommt. Anliegen des Buches ist es aufzuzeigen, wie Begriffe zu Afrika im weitesten Sinne rassistisch gebraucht und welche Konzepte mit ihrer Benutzung transportiert werden. Das Buch soll Menschen zum Nachdenken anregen, die meinen, längst reflektiert zu sprechen. Vielen ist nicht bewusst, dass Begriffe wie "Mischling", "Schwarzer Kontinent", "primitiv" oder "Häuptling" einen diskriminierenden Gehalt haben..
Im Hauptteil des Buches können über 30 kolonial und rassistisch geprägte Begriffe nachgeschlagen werden, mit denen Afrika und Schwarze bezeichnet werden. In ergänzenden Beiträgen wird die Wechselwirkung von Rassismus und Sprache diskutiert sowie mit einer exemplarischen Analyse eines Zeitungsartikels vorgeführt, wie sich auch unabhängig von rassistischen Begriffen der rassistische Diskurs sprachlich manifestiert.
Das Buch ist geeignet für die politische Bildung und Wissenschaft und möchte nicht nur Personen in multiplikatorischen Positionen wie etwa Lehrer/innen, Schulbuchautor/innen, Verlage, Wissenschaftler/innen und öffentliche Institutionen erreichen.


Produktinformation


  • Verlag: Unrast
  • 2009
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 266 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 266
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 144mm x 21mm
  • Gewicht: 375g
  • ISBN-13: 9783897714243
  • ISBN-10: 3897714248
  • Best.Nr.: 12098968

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Eine Debatte unter amerikanischen Historikern im vergangenen November darüber, warum in Deutschland die Verwendung des Wortes "Sklavenmarkt" im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt für Junghistoriker nicht als provokativ empfunden werde, ist für Rezensent Jürgen Zimmer ein "Paradebeispiel für die mangelnde Sensibilität im Umgang mit der Sprache". Als "lange überfällig" begrüßt er daher die Sammlung auf Afrika bezogener Begriffe von Susan Arndt und Antje Hornscheidt, die das Deutsche auf seine kolonialen Restbestände untersucht. Schließlich, so Zimmer, gebe es Ausdrücke wie "slave market" auch im Deutschen "als Überbleibsel einer Zeit, in der sich die Europäer die Welt unterwarfen". Er verteidigt die Untersuchung auch gegen den Vorwurf, "zu pingelig" zu sein. Denn Kolonialismus, so Zimmer, entstehe im Kopf. Ausdrücke wie "Ich bin doch nicht dein Neger" versteckten die koloniale Ordnung in sich und diskriminierten den Kolonisierten auch noch Jahrzehnte nach dem Ende der Kolonialherrschaft. Zur Bekräftigung zitiert der Rezensent Victor Klemperer, der Worte mit Arsendosen verglich: "Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.01.2005

Neues vom Sklavenmarkt
Übertrieben politisch korrekt? Ein Buch zu kolonialen Überbleibseln in der Sprache
Im vergangenen November berichtete der amerikanische Mediävist Patrick Geary in der historischen Online-Zeitschrift „H-Soz-u-Kult” über den 45. Deutschen Historikertag in Kiel. Beiläufig erwähnte er als besonders positiv, dass es dort, im Gegensatz zu US-amerikanischen Gepflogenheiten auf den jährlichen Treffen der American Historical Association , keinen „slave market” gegeben habe, auf dem jüngere Historiker auf der Suche nach einer Stelle gehandelt worden wären.
Wenige Tage später antwortete die Historikerin Michelle Moyd in dem Internetforum „H-German” und verwahrte sich gegen die Verwendung des Begriffes „Sklavenmarkt”, da die - zumindest im nordamerikanischen Kontext - mit diesem Ausdruck verbundenen Assoziationen von „Gewalt und Enthumanisierung . . . mit dem Verlust von Familienangehörigen, sozialen Kontakten” und allem anderen, was einer versklavten Person lieb und teuer sei, verbunden sei. Sie fragte, Warum die Bezeichnung „Sklavenmarkt” im deutschen Kontext offenbar nicht als provokativ empfunden worden sei, …

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Dr. Susan Arndt, geboren 1967 in Magdeburg, studierte Anglistik, Germanistik und Afrikawissenschaften in Berlin. Nach zahlreichen Publikationen zum afrikanischen Feminismus arbeitet sie zur Zeit an einer Habilitationsschrift zum Thema Konstruktionen von Weiß-Sein in der Literatur aus und über Afrika.

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