Payback - Zahltag
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Payback - Zahltag

Regie: Brian Helgeland Darsteller: Mel Gibson; Maria Bello; Gregg Henry; David Paymer; Deborah Kara Unger; William Devane; Bill Duke; Lucy Liu; Kris Kristofferson; Jack Conley Produktion: Bruce Davey
DVD
 
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Payback - Zahltag

Nach monatelangem fast vergebens scheinendem Warten ist jetzt endlich die erste Regiearbeit des Drehbuchautors Brian Helgeland ("L.A. Condiential") im Kino. Hauptdarsteller Mel Gibson, mit seiner Firma Icon auch Produzent des Films, war mit dem vor "Lethal Weapon 4" gedrehten und fertiggestellten Noir-Thriller mit Burlesk-Touch nicht zufrieden. Dem Vernehmen nach war ihm die Figur, die er spielte, zu finster, und er befürchtete den Verlust von Publikumssympathien. Ein nicht genannter Regisseur drehte Szenen nach, so daß der Film erst jetzt, Monate nach dem ursprünglichen Starttermin im Frühsommer 1998, veröffentlicht wurde - und das mit Erfolg: Mit Gibson als Zugpferd spielte "Payback" am ersten Wochenende in den USA bereits 21,4 Mio. Dollar ein. Was letztlich auf der Leinwand zu sehen ist, ist immer noch ein ungewöhnlich konsequent düsterer Thriller, vornehmlich in den ersten zwei Dritteln, bei dem Gewalt ein unabdingbares Stilmittel ist zur Charakterisierung der klassischen Anithelden des Gangsterfilms, für die es keinen Platz in einem friedlich geordneten Leben gibt. Im letzten Drittel bekommt der geradlinige Film einen anderen Drive, scheint momentweise seine pechschwarze Identität aus den Augen zu verlieren zugunsten so mancher augenzwinkernder Lustigkeit. So läßt "Payback" oft eher an die "Lethal Weapon"-Filme denken als an John Boormans "Point Blank" aus dem Jahr 1967, der denselben Roman, "The Hunter" (deutsch: "Jetzt sind wir quitt") von Donald Westlake, erschienen unter dem Pseudonym Richard Stark, zur Vorlage hatte. Erklärtermaßen wollte Brian Helgeland einen Bad Guy als Helden und ihn für seine drastische Handlungsweise auch nicht entschuldigen. Mel Gibson spielt diesen Porter, der bei einem gelungenen Coup von seinem Kumpel (Gregg Henry) und seiner Frau (Deborah Kara Unger) betrogen und fast erschossen wird. In der alptraumhaften Anfangsszene des Films läßt Porter sich von einem Whiskey saufenden Quacksalber die Kugeln aus dem Rücken schneiden und beginnt einen einsamen Rachefeldzug wie ein traditioneller Westernheld, wobei es ihm erstaunlicherweise nur um die Gerechtigkeit seines Anteils von 70.000 Dollar, nicht gerade eine Riesensumme, geht. Für sie riskiert er sein Leben und gerät in die finstersten Machenschaften von Syndikatsbossen schwersten Kalibers. Kris Kristofferson und - in den Credits nicht genannt - James Coburn haben atemberaubend klassische Cameoszenen, in denen Helgelands Regie der Magie eines Sam Fuller gleichkommt. Immer wieder aber wird die beklemmende Noir-Intensität durch Action-Brachialgewalt aufgebrochen und Gibson augenzwinkernd der rote Starvehikel-Teppich ausgerollt: Die Stärke des ehemaligen Mad Max liegt zweifellos in der spielerisch gebrochenen Gewalt des Nicht-lange-fackelns. So wird die Brutalität, Porter rammt frontal ein Geldtransportauto, erledigt Gangster lakonisch per Kopfschuß, wird selbst fast kastriert und heftig gefoltert - nie genüßlich ausgekostet, sondern vielmehr lapidar rigoros gezeigt. Harter Tobak, der empfindliche Gemüter ziemlich fordern dürfte. Obwohl er ganz offensichtlich keine freie Hand in der Verwirklichung des Filmes hatte, ist "Payback" ein überzeugender Beweis für das Regietalent des 37jährigen Helgeland, dem Gibson ruhig hätte trauen sollen. Vielleicht hätte er sogar die Chance zu einer neuen Image-Farbe jenseits von Martin Riggs und Mad Max gehabt. Was bleibt, ist ein spannender Actionthriller, glänzend fotografiert von Ericson Core in dunkel farbigen Schwarz-, Grau- und Blauschattierungen, der nicht sein künstlerisches, wohl aber sein kommerzielles Potential ausschöpft. fh.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Die deutsche DVD-Version enthält sowohl die deutsche und eine spanische Synchronfassung, die amerikanische Originalversion sowie 19 verschiedensprachige Untertitel! Außerdem enthält sie sehr interessante Interviews unter anderem mit Mel Gibson, James Coburn und Lucy Liu und kann -- bei der entsprechenden Tonanlage -- in Dolby Digital 5.1 genossen werden.


Produktinformation

  • Hersteller: Warner Home Video
  • EAN: 5051890064615
  • Best.Nr.: 34268534
  • Artikeltyp: Film
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 02.12.2011
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Untertitel: Deutsch, Kroatisch, Kroatisch, Türkisch, Hebräisch, Ungarisch, Tschechisch, Polnisch, Griechisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Isländisch, Schwedisch, Norwegisch, Englisch
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Gesamtlaufzeit: 98 Min.
Mit "Payback", basierend auf Donald Westlakes Kriminalroman "Jetzt sind wir quitt", den John Boorman 1967 schon einmal unter dem Titel "Point Blank" verfilmte, gibt Drehbuch-Autor Brian Helgeland ("L.A.Confidential") sein langerwartetes Regiedebüt. Das Ergebnis ist ein überaus überzeugender, lakonischer Action-Thriller, üppig an Brutalität und sparsam an Moral, der - vor allem im letzten Drittel - durch schwarzen Humor aufgelockert wird. Besonders spannend, daß Mel Gibson hier einmal den bösen Buben spielt, was einen jedoch nicht davon abhält, mit seiner Figur zu sympathisieren. "Mad Mel" garantiert einen Podestplatz!
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.03.1999

Diebstahl neuen Lebens
Vom Sieg des Namenlosen: Brian Helgelands Film "Payback"

Wo der Wille herrscht, stört der Name. Im Reich der Kraft und des ewigen Kampfes muß auf Identität verzichtet werden. Das von göttlicher oder schrecklicher Gewalt Geformte kann in Worten nicht bezeichnet werden, Beschwörung ersetzt die Benennung, damit das Wunder gelingt: der Sieg über die Realität innerhalb der Realität. Antike Mythen und ihre modernen Varianten, der Western, Science-fiction-Phantasien, der film noir, brauchen in ihrer Mitte einen Niemand, dessen Auflehnung das Schicksal in Gang setzt.

Als Val Resnick (Gregg Henry) nach dem Vornamen des Mannes gefragt wird, den er getötet zu haben glaubt, ist seine Verblüffung echt. Fünf Sekunden lang legt der brutale Prolet sein Goldkettchenlächeln ab: Für ihn sei er immer nur Parker gewesen. Mit diesem stummen Namen zieht der gerade vom Operationstisch eines alkoholkranken Arztes Auferstandene durch die Großstadt. Die ersten Einstellungen nach dem Vorspann des Films "Payback" zeigen den Diebstahl eines neuen Lebens. Der torkelnde Untote greift in einen Bettlerhut, um sich ein Frühstück, nach einer …

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Richard Stark (Jahrgang 1933) ist eines von mehreren Pseudonymen des mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Schriftstellers Donald E. Westlake, dem Grandseigneur des amerikanischen Noir-Krimis.§Donald E. Westlake ist am 31.12.2008 im Alter von 75 Jahren verstorben.


Kundenbewertungen zu "Payback - Zahltag"

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Bewertung von Dirk Liedtke aus Vreden am 05.08.2008   ausgezeichnet
Der Film ist einfach nur genial. "Payback" bietet einen spannenden und unterhaltsamen Filmabend mit der Familie oder den Freunden. Die Sprüche von Mel Gibson sind einfach nur lässig, cool, lustig und unvergesslich. Die Story nimmt nach einer Stunde eine total überraschende und spannende Wendung und die Schauspieler liefern grandiose Leistungen ab wie zum Beispiel Gregg Henry als Gibsons Rivale Val Resnick ( den Namen vergisst man nach dem Film auch nicht mehr ), Maria Bello, James Coburn oder der grandiose Kris Kristofferson. "Payback" ist wirklich zu empfehlen.

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