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FIFA 12 (Wii)
  • Wii

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Das neue "FIFA" kommt mit jeder Menge Neuerungen daher: Angefangen bei einer frischen Physik-Engine für mehr Realismus, über verbesserte KI, Dribblings und Defensivfähigkeiten bis zu neuem Karrieremodus, verbesserter Grafik und neuem Menüsystem spielt die Fußballsimulation wieder um die Meisterschaft.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag Worauf kommt es bei einem Sportspiel an? Eine große Auswahl an Spielmodi? Sicher wichtig. In diesem Bereich hat "FIFA 12" einiges zu bieten. Neben den umfangreichen Onlinemodi hat das Entwicklerteam in Vancouver vor allem an der Karriere
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Produktbeschreibung
Das neue "FIFA" kommt mit jeder Menge Neuerungen daher: Angefangen bei einer frischen Physik-Engine für mehr Realismus, über verbesserte KI, Dribblings und Defensivfähigkeiten bis zu neuem Karrieremodus, verbesserter Grafik und neuem Menüsystem spielt die Fußballsimulation wieder um die Meisterschaft.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag Worauf kommt es bei einem Sportspiel an? Eine große Auswahl an Spielmodi? Sicher wichtig. In diesem Bereich hat "FIFA 12" einiges zu bieten. Neben den umfangreichen Onlinemodi hat das Entwicklerteam in Vancouver vor allem an der Karriere geschraubt. Was ist mit speziellen Onlinefeatures? Hier trumpft der neue "EA Sports Football Club" groß auf. Legt man die Disc das erste Mal ins Laufwerk, gibt man auch seinen Lieblingsclub an. Für alles, was man fortan mit "FIFA 12" anstellt, bekommt der Verein Punkte gutgeschrieben. Dazu tragen alle Spieler weltweit bei. Am Ende der Woche sieht man, wie sich der eigene Club geschlagen hat. Doch all das, das ganze Drumherum, ist im Prinzip bedeutungslos, wenn der eigentliche Kern eines Sportspiels nicht stimmt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
  • Produktdetails
  • Artikeltyp: Software
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: Nintendo Wii
  • USK: ohne Alterseinschränkung gemäß §14 JuSchG
  • Erscheinungstermin: 29. September 2011
  • Hersteller: Electronic Arts
  • EAN: 5030932104168
  • Best.Nr.: 33577336
Systemvoraussetzungen
  • Wii
Rezensionen
Okay, es ist wieder ein Jahr vorbei und ich sitze im Herbst vor dem großen Bildschirm und verfolge mit meinen Augen kleine Männchen, die einem Ball hinterherjagen. Und angeblich bin ich derjenige, der das steuert. Beim neuesten Update der EA-Fußballserie habe ich aber eher einen umgekehrten Eindruck: Das Spiel steuert mich, es gibt einen Suchtfaktor und eine Form der Faszination, die ich schon lange nicht mehr erlebt habe. Obi Wan spräche wohl von einer Erschütterung der Macht, aber zum einen ist der Mann entweder noch gar nicht geboren oder längst tot, zum anderen hatte der auch überhaupt keine Ahnung vom Fußball. Jedenfalls kann FIFA 12 - auch wenn es noch nicht perfekt ist - in diesem Jahr wirklich auf breiter Front überzeugen.

Gibt's denn mal was richtig Neues?

FIFA, das ist Fußball. So, mal sehen, Hauptmenü. Was haben wir denn da? Be-A-Pro-Modus, aha. Karriere-Modus, aha. Ultimate-League, so so. Online-Ligen, ah. Das gab es doch alles auch schon beim Vorgänger? Wo ist der Unterschied? Nirgendwo, FIFA 12 erfindet das Rad der Modus-Auswahl nicht neu, was angesichts der bisherigen Vielfalt auch gar nicht verwunderlich ist. Einzig ein fundiertes Tutorial, das alle, wirklich alle Funktionen der Steuerung ausreichend erklärt und einführt, fehlt. Bei PES 2012 ist das besser gelöst. FIFA hat zwar den Trainingsmodus, aber das 'Interaktive Tutorial' bietet nur den Einblick in die neuen Gameplay-Elemente, die sich vor allem auf die Defensive beziehen. Aber niemand sollte zu schnell urteilen, und schließlich zeigt der Blick in die einzelnen Modi, dass hier und da noch ein wenig geschraubt wurde.

Für Solisten interessant: Die Karriere-Modi, in denen wir entweder als Manager, als Spieler oder gar als Spieler-Trainer an den Start gehen, haben ein paar neue Features bekommen. Gerade im Manager-Bereich lockt das Spiel nun mit einem Scouting-System, das Nachwuchstalente für die eigene Jugendmannschaft sucht. Auf diese Weise kann jetzt, auch ohne große Ausgaben zu machen, das Team verbessert oder einfach verjüngt werden. Insgesamt wirken die Karriere-Modi jetzt deutlich ausgereifter und frischer, einfach abwechslungsreicher - allerdings ist die Spieler-Karriere im Vergleich zum Manager-Dasein immer noch recht dröge, da fehlt es an einer Rahmenhandlung oder zufälligen Ereignissen.

Mit 'Support Your Club' hat eine Funktion aus dem WM-Spiel mehr Gewicht bekommen: Alle Erfahrungspunkte, die wir im Spiel sammeln, geben wir unserem Lieblingsverein, der dadurch in den weltweiten Ranglisten auf- oder absteigen kann. Die Erfahrungspunkte bestimmen dann auch unseren FIFA-Level, den wir mit anderen Spielern vergleichen können.

In den Spiel-Einstellungen lassen sich neben Schusskraft und Sprintfähigkeit noch ein paar weitere Regler bedienen, sodass jetzt zum Beispiel die Verletzungshäufigkeit nach oben gesetzt werden kann. Die war mir bislang tatsächlich immer zu gering, denn in einem Profi-Kader ist im Grunde genommen immer ein Spieler verletzt, mindestens einer sogar langfristig.

Online gab es mitunter ganz kleine Lags, aber insgesamt lief das Spiel flüssig und das Liga-System sorgt für langfristige Motivation, auch gegen menschliche Gegner anzutreten und sein Team nach oben zu führen. Ein langer Weg, aber er macht Spaß - weil das Spiel Spaß macht.

Wir basteln uns ein Team - im Internet

Das, was wirklich, wirklich neu ist, ist das Creation Centre, mit dem wir uns Spieler, Vereine und Turniere basteln können. (Es ist natürlich immer noch möglich, Fußballer im Spiel selbst zu erstellen und die Vereine zu bearbeiten.) Und das nicht im Spiel, mit dem Controller, sondern am PC im Internet. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann so seinen eigenen Klub ins Spiel bringen und damit an den Start gehen. Mit einem eigenen Logo sieht das alles dann gleich auch viel besser aus, dazu noch die Spieler kreieren und anpassen, und dann steht der Provinz-Verein plötzlich auf einer Bühne mit dem FC Bayern und Real Madrid. Allerdings sind die Slots begrenzt: 50 Spieler können wir erstellen, 24 Teams und ein Turnier. Dazu sind auch die Möglichkeiten bei der Erstellung von Kickern im Internet limitiert. Warum? Weil wir und im 'FIFA 12 Store' Erweiterungspakete kaufen müssen. Lizenzen, mehr Teams, mehr was weiß ich - es kostet Geld. Das ist ein Weg, der wohl kaum noch aufzuhalten ist, denn schon zum Release ist der 'Online-Laden' prall gefüllt.

Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen

Genug geredet, genug geschrieben, Fußball wird auf dem Rasen entschieden und der ist auch bei FIFA 12 grün. Ich starte also einfach mal ein Freundschaftsspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV, was ja nicht unbedingt freundschaftlich ablaufen muss. Die langgezogenen "Sankt Pauuulii"-Rufe jagen mir gleich eine Gänsehaut über den Rücken, atmosphärisch geht es im Stadion schon mal gut zur Sache. Und dann geht es los: Anstoß, der Ball läuft flüssig durch die Reihen, die Handschrift von Ex-Trainer Holger Stanislawski ist noch immer zu erkennen. Da ich ohne Hilfe der KI spiele, muss ich beim Kurzpass-Spiel und bei den Flanken sehr genau sein, aber die Kugel läuft gut, ich arbeite mich gegen den Stadtrivalen mit kurzen Pässen nach vorn. Dann verlagere ich das Spiel auf die andere Seite, Boll passt scharf auf Ebbers und der nimmt das Leder volley, aber irgendwie kriegt Drobny noch sein Bein dazwischen und lenkt den Ball an die Latte. Verdammt.

Klartext: Der Spielaufbau bei FIFA 12 wirkt zwar mitunter etwas umständlich und konstruiert, aber es kann bei genügend Platz auch schon mal schnell gehen. Das neue Zweikampf-System, das etwas Eingewöhnung braucht, ist eine Wucht und macht das Spiel unglaublich spannend und realistisch. Gerade in der Defensive bieten sich jetzt viel mehr Möglichkeiten, die aber auch von der KI entsprechend genutzt werden, sodass auch die eigenen Angriffe häufiger hängen bleiben. Dazu gesellt sich ein stark verbessertes Torwartverhalten, unsinnige Patzer sind selten und eher menschlich. Überhaupt präsentiert sich die KI deutlich ausgereifter, wenn auch nicht immer trittsicher, weil mitunter Spieler auch einfach stehen bleiben, statt auf den Ball zuzulaufen, aber das geschieht nur noch selten. Das Flugverhalten des Balles ist auch deutlich realistischer, was sich gerade auf nassem Rasen bemerkbar macht, wenn die Kugel aufsetzt und an Fahrt gewinnt oder beim Rollen früher liegenbleibt.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so intensiv mitgefiebert habe, wenn ich bei einem Sportspiel vor dem Bildschirm saß: Während die gegnerischen Fans feiern, werfe ich noch mal alles nach vorn, der Distanzschuss von Kruse kracht an den Pfosten, der Nachschuss des eingewechselten Saglik geht knapp drüber. Die Schüsse sind deutlich prägnanter geworden, auch die Kurzpässe laufen gut, einzig Flanken, Ecken und Freistöße gilt es noch zu optimieren. Was das Gameplay anbelangt, liegt FIFA in diesem Jahr ganz, ganz weit vorn und ist dabei sogar leichter zugänglich und besser ausbalanciert als in den Jahren zuvor.

Entschuldigung, aber da hakt doch was?

Nicht nur in Sachen Gameplay wurde das Spiel optimiert, sondern auch in der Grafik. Es gibt ein paar neue Animationen, die sich vor allen Dingen in den Zweikämpfen bemerkbar machen, die dadurch deutlich an Realismus hinzugewonnen haben. Was dann in Sachen Grätschen, Torwartaktionen und Artistik dazu kommt, sieht ebenfalls einfach gut aus. Aber beim Jubel haben die Jungs von EA geschlampt, denn da gibt es manchmal kuriose Szenen, in denen ein Spieler einfach nur die Luft umarmt oder sich Kicker laufend umkreisen und die Szene scheinbar gar nicht mehr enden will. Schlimm ist das nicht, nur etwas peinlich und ein kleiner Minuspunkt auf meiner Liste. Drastische Kollisions-Aussetzer bei Zweikämpfen, wie sie in Fan-Videos zu sehen waren, sind mir nicht aufgefallen.

Dafür sehen die Stadien auf den ersten Blick etwas schicker aus, die Fans heben sich deutlicher vom Rest der Zuschauer ab, es gibt auch unterschiedliche Farben in den Kurven, sodass Heim- und Gäste-Fans nicht im selben Block sitzen müssen. Allerdings ist auch hier nicht alles gold: Oft gibt es in der Nahansicht hässliche Pixelauflösungen, die Werbebanner sehen schon im Überblick meistens billig aus. Und was die Gesichter der einzelnen Spieler anbelangt, kann FIFA den Kollegen von PES nicht das Wasser reichen, denn gerade beim durchschnittlichen Bundesliga-Profi geht der Erkennungswert gegen Null. Gut, da hat FIFA auch mehr Arbeit durch die umfangreichen Lizenzen zu leisten, aber es ist eine Aufgabe, an der sie sich messen lassen müssen.

Akustisch ist das Ganze wieder eine Pracht: Angefangen von den Fan-Gesängen über das Mitfiebern der Zuschauer im Stadion, die Aktionen mit einem Raunen oder auch gellenden Pfiffen begleiten bis hin zu den Schreien der Spieler auf dem Platz, ist das einfach granatenstark umgesetzt. Aber auch hier gibt es etwas, das einfach nervt: Die Kommentatoren Buschmann und Breuckmann sind schlicht eine Katastrophe. Nicht nur, dass Besitzer des Vorgängers 90 Prozent der Sätze schon kennen, nein, es sind auch grobe Aussetzer dazwischen. Beispiel gefällig? Da wird beim HSV in der Einleitung noch von der "HSH Nordbank-Arena" gesprochen, im Spiel selbst gibt dann die korrekte Bezeichnung "Imtech-Arena". Das ist nicht nur schlampig, das ist schlecht und ein generelles Überarbeiten der Kommentatoren sollte für FIFA 13 ganz oben stehen. Außerdem noch auf der Mängelliste: Im Spiel werden die zurückgelegten Meter eines Kickers angezeigt, warum gibt es nicht ausführlichere Statistiken? Und vielleicht noch ein paar mehr Stadien aus der Bundesliga sowie Trikots und Hosen, die nicht starr am Körper kleben?

Fazit: Ja! Viel mehr muss ich zu FIFA 12 nicht sagen. Das hat zwei Gründe: Erstens gibt es nur wenig zu meckern und zweitens will ich auch schnell wieder an die Konsole, um weiter zu spielen.

Für die Besitzer des Vorgängers gilt diesmal: Vergesst FIFA 11, es lohnt sich, das neue Spiel zu kaufen, ihr werdet es in jeder Sekunde auf dem Platz spüren. Wer ganz neu einsteigt, für den gibt es momentan nichts Besseres als FIFA 12. Denn so leid es mir für meine heimliche Liebe PES auch tut, so hat EA in diesem Jahr einfach ein wirklich rundum gelungenes Paket abgeliefert. Die wenigen Kritikpunkte fallen auch deswegen so deutlich auf, weil der Rest wirklich gelungen ist.

Wertung: 91 von 100 Punkten (Armin Sengbusch/GameCaptain.de)
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Quelle/Copyright: Captain-Fantastic-Besprechung