Jiri Starek, der diese Einspielung der beiden Klavierkonzerte
Schostakowitschs - Opus 35 mit Trompete als zweitem Soloinstrument
- und des Concertinos für 2 Klaviere mit dem SWR Rundfunkorchester
dirigiert, lernte den Komponisten Anfang der 60er Jahre persönlich
kennen: "Eine Begegnung, die mich tief beeindruckt hat.
Schostakowitsch war ein großer Musiker mit einer charismatischen
Ausstrahlung, wirkte aber zugleich zutiefst enttäuscht. Die
Freiheit, sich künstlerisch so zu äußern, wie er das gerne gewollt
hätte, hat er nicht gehabt." Schostakowitsch - Aushängeschild
und zugleich Zielscheibe schärfster Kritik und Demütigung der
damaligen Machthaber der Sowjetunion. Im ersten Klavierkonzert des
damals 26-jährigen Schostakowitsch spiegelt sich eine Orientierung
an den Zeitgeist Westeuropas, Formen und Klänge des Jazz und der
Unterhaltungsmusik in eine neoklassizistische Schreibweise zu
integrieren. Hier schon entwickelt sich seine Neigung zu Parodie
und sarkastischem Humor. Beethoven, Haydn, Ravel, Rachmaninov
werden persifliert und populäre Schlager und nicht zuletzt jüdische
Foklore mischen sich ein. Das Concertino entstand für seinen Sohn
Maxim. Ein einsätziges Werk, das hier erstmals in einer Version für
Klavier und Kammerorchester von Ilya Dimov erklingt.
Auch das 2. Klavierkonzert entstand für seinen Sohn, ein
"klavierspielendes Wunderkind" - der es an seinem 19.
Geburtstag bei seiner Abschlussprüfung an der Zentralen Musikschule
uraufführte. Eine klassische, ausgereifte Komposition, die formal
leicht verständlich ist, aber rhythmisch und gestalterisch höchste
Anforderungen stellt, - und mit einem langsamen Satz von bewegender
wehmütiger Schönheit.