Gealtert und durch Krankheit gezähmt, verfolgt Abd al-Gawwad, der
einst so stolze Herrscher der Familie, auf dem Balkon seines
Palastes das Straßentreiben. Für ihn ist die gute alte Zeit dahin,
und seine Kinder sind längst groß geworden: Die resolute Chadiga
lebt glücklich verheiratet in der Zuckerstraße; Aisha, strahlend
schön in ihrer Jugend, hat durch Typhus Mann und Söhne verloren;
Yasin fühlt sich nach einem ausschweifenden Leben bei der
ehemaligen Mätresse seines Vaters geborgen, während der von
Selbstzweifeln geplagte Kamal sein Leiden in den Armen einer
Prostituierten zu stillen sucht. Europa drängt sich nicht nur in
Form von Rundfunkempfängern und elektrischem Licht auf. Der Zweite
Weltkrieg erreicht Ägypten: Luftangriffe auf Kairo! Bringen die
italienischen und deutschen Faschisten die Unabhängigkeit von
Großbritannien, oder bedeuten sie eine noch größere Gefahr für
Ägyptens Souveränität? Der Riss, der durchs Land geht, bricht auch
in Abd al-Gawwads Familie auf. Chadigas Söhne entscheiden sich
radikal: Abd al-Munim wird Mitglied der traditionalistischen
Muslimbruderschaft, Achmed schließt sich den Kommunisten an. Radwan
setzt auf eine vielversprechende Karriere. Doch die homosexuelle
Beziehung zu einem prominenten Politiker bedroht nicht nur seinen
Erfolg, sondern auch die Zukunft der Familie.
Nagib Machfus, geb. am 11.12.1911 als Sohn einer Kleinbürgerfamilie in Kairo, entschied sich schon bald nach dem Studium für das Schreiben. Er hat alle Elemente der volkstümlichen Erzählkunst in seine Werke aufgenommen und ist der eigentliche 'Vater des ägyptischen Romans'. Sein Lebenswerk, das an die vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen umfasst, gehört längst zur Weltliteratur. 1988 wurde ihm als einem der bedeutendsten arabischen Autoren der Gegenwart der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006.
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