Informationen über die historischen Hintergründe zu
"Baudolino" finden Sie im Special des Carl Hanser Verlags
...
Konstantinopel brennt! Die prachtvolle Hauptstadt des
Byzantinischen Reiches – erobert, geplündert und in Brand gesetzt
von den Rittern des Vierten Kreuzzuges. Einer von ihnen ist ein
gewisser Baudolino aus dem Piemont. Den Kopf voller Flausen,
Phantasien und Lügen, führt er uns durch ein historisches Panorama
von überwältigender Breite.
Er erzählt, wie er als 13jähriger Bauernsohn den im Nebel
herumirrenden Kaiser Barbarossa aufgabelt, der Gefallen an dem
naseweisen Jungen findet und ihn daraufhin adoptiert; wie er den
Kaiser auf seinen Italienzügen gegen die aufmüpfigen
oberitalienischen Städte begleitet und auf den großen Kreuzzug ins
Heilige Land, immer auf der Suche nach dem mythischen Reich des
Priesterkönigs Johannes im fernen Orient. Und natürlich wie er,
Baudolino, mit seinen aberwitzigen Ideen ganz nebenbei den Lauf der
Weltgeschichte lenkt, ob nun bei der Heiligsprechung Karls des
Großen 1165 oder bei der Erfindung der Legende der Heiligen Drei
Könige, um dem Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, einen
überwältigenden Einzug in seine Domkirche zu sichern.
Alles hat Baudolino miterlebt, doch ein Geheimnis kennt nur er ganz
allein: Barbarossa, der angeblich im Fluß ertrank, ist
mysteriöserweise bereits in der Nacht zuvor ums Leben gekommen.
Unfall? Herzversagen? Nein, Mord! Baudolino ahnt, wer der Mörder
sein könnte …
"Hier wird höchst unterhaltsam fabuliert." Brigitte 06.06.2007
»Eine hinreißende Romanfiktion [...], ein Werk der unterhaltsamsten Gelehrsamkeit [...], ein rasant phantastischer Hypertext, der zahllose gelöste und ungelöste Rätsel des Mittelalters miteinander verlinkt.« Manfred Schneider, Literaturen
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden. 2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet.