Baudolino - Eco, Umberto

Umberto Eco 

Baudolino

Roman

Aus d. Italien. v. Burkhart Kroeber
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Baudolino

Wir befinden uns im 12. Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Baudolino, ein gewitzter Bauernsohn aus dem Piemont, wird Adoptivsohn des Kaisers Friedrich I. Barbarossa. Den Kopf voller Flausen, Phantasien und Lügen, lenken seine irrwitzigen Ideen von nun an den Lauf der Weltgeschichte. Von den Liebesbriefen an die Kaiserin, den undurchsichtigen Machenschaften bei der Belagerung Alessandrias und dem rätselhaften Tod Barbarossas gar nicht zu reden ...


Produktinformation

  • Verlag: DTV
  • 2003
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 635 S.
  • Seitenzahl: 640
  • dtv Taschenbücher Bd.13138
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 121mm x 34mm
  • Gewicht: 515g
  • ISBN-13: 9783423131384
  • ISBN-10: 3423131381
  • Best.Nr.: 11998920
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.12.2000

Ein Eco aus uralter Zeit
Irgend jemand muß es ja machen: Umberto Eco treibt's zurück

VENEDIG, im Dezember

"Irgend jemand muß das ja machen", antwortete Umberto Eco schlagfertig, als er im Herbst in Mailand der englischen Königin vorgestellt wurde und sie ihn zerstreut fragte: "Ah, Sie sind ein Schriftsteller?" Und tatsächlich wurde ihm dieses Gewerbe zum späten Hauptberuf, obwohl ihn der Semiotikprofessor gar nicht gelernt hat. Nun macht der Literaturwissenschaftler zum viertenmal den Handwerkern des Schreibens Konkurrenz: Seit Ende November liegt "Baudolino" in großen Stapeln in den italienischen Buchhandlungen und wird im Lande nicht nur diskutiert, sondern, wie es scheint, sogar gelesen. Immerhin verkaufte Eco von den 300 000 Exemplaren der Startauflage in den ersten Tagen ein gutes Drittel - angesichts von über dreißig Millionen Büchern seit "Der Name der Rose" eine geradezu vorsichtige Kalkulation des Mailänder Verlagshauses Bompiani.

Natürlich ist das Buch bereits in sechsunddreißig Länder verkauft, und vielleicht wird auch Hollywood wie vom "Foucaultschen Pendel" wieder die Filmrechte erwerben. Da tut es auch …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Baudolino, ein pfiffiger Bauernsohn aus Piemont, erzählt Anekdotisches, Historisches und Phantastisches aus dem Hochmittelalter. Als Adoptivsohn des Kaisers Friedrich Barbarossa erlebt er wundersame Abenteuer. Zudem ist er Hüter eines Geheimnisses, kennt er doch den Mörder des - wie man zu Unrecht behauptet - im Fluss ertrunkenen Kaisers. Umberto Eco, der berühmteste Professor der Welt, erreicht mit seinem vierten Roman beinah wieder die Klasse seines Bestsellers "Der Name der Rose" - und der Leser wäre hingerissen von diesem sagenhaften Schelmenstreich, veranlasste ihn der dröge Bildungsballast, dem der Autor leider nach wie vor zuspricht, nicht zu gelegentlichem Gähnen. In den besten Momenten mutet dies Opus an wie eine geistvolle Historienmär. Was ein Geniestreich hätte werden können, ist aber nur die - zweifellos gelungene - literarische Spielerei eines Gelehrten, der mit Herzblut Akademiker und nicht Romancier ist. (tp)

Die ganze Welt des Mittelalters in einem Roman
Das, so könnte man nach dem Umfang des 600 Seiten-Epos schließen, war die Intention, die Umberto Eco mit seinem vierten Roman, dem Baudolino, verfolgte. Knapp 20 Jahre nach seinem Roman-Erstling und Weltbestseller Der Name der Rose hat Umberto Eco im Baudolino historische Fakten mit autobiographischen Anspielungen verknüpft, wobei er - und darum geht es hauptsächlich - aus dem riesigen Erzählfundus der mittelalterlichen Literatur schöpfte.
Baudolino, ein listenreicher Parvenü am Kaiserhof
Baudolino, der wie Umberto Eco aus kleinen Verhältnissen in Oberitalien stammt, stößt eines Tages auf den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Friedrich Barbarossa. Der ist von dem gewitzten und sprachbegabten Jungen so angetan, dass er ihn an seinem Hof aufnimmt und ihm unter Otto von Freising die beste Erziehung angedeihen lässt.
Otto trägt ihm auf, mit dem Presbyter Johannes, der den heiligen Gral besitzt, im fernen Indien Kontakt aufzunehmen. Nur so könne Barbarossas Macht gegenüber dem Papst, den oberitalienischen Städten und dem Byzantinischen Reich gefestigt werden. Nach Ottos Tod verbringt Baudolino einige Studienjahre in Paris, später versucht er in Friedrichs Auftrag immer wieder in politischen Konflikten in Italien zu vermitteln.
Die Gralsmission
1189 bricht Friedrich zu einem Kreuzzug auf. Unterwegs erfindet Baudolino seine größte und folgenreichste List. Ein treuloser Diener, so behauptet er, habe Johannes den Gral gestohlen. Nach der Eroberung Jerusalems sei er über einen Händler in seine Hände geraten. Friedrichs Aufgabe sei es, Johannes den Gral zurück zu bringen. Friedrich ist beeindruckt, doch er kann die Mission nicht antreten. Bereits 1090 stirbt er unter mysteriösen Umständen.
Nach seinem Tod wird die Gralsmission zum großen Thema. Baudolino und seine Freunde ziehen ins Land des Presbyters Johannes, doch kurz vor dem Ziel müssen sie unter dramatischen Umständen fliehen. Auf dem Weg zurück gelangt Baudolino nach Konstantinopel, das von den Kreuzfahrern des vierten Kreuzzugs verwüstet wird. Dort trifft er auf Kyrios Niketas, den Kanzler des Byzantinischen Reiches, dem er seine Geschichte erzählt. Sie bildet den Rahmen des Romans.
Ist Baudolino eine Figur aus dem Mittelalter?
Umberto Ecos Baudolino ist eine fiktive Romanfigur. Wie viele Helden der mittelalterlichen Epen bedient er sich der List - gemeint sind die vielen so genannten Lügen -, um ans Ziel zu kommen. Doch Baudolino ist kein typischer mittelalterlicher Held, er ist kein echter Ritter - Kampf und Krieg sind ihm zuwider. Andererseits durchleidet er die Qualen eines Höflings, der echte "minne" gegenüber seiner Herrin empfindet.
Auch inhaltlich hat Umberto Eco viel von seinen mittelalterlichen Dichter-Kollegen übernommen, einiges davon ist fast parodistisch verfremdet. Während die Reise zum Presbyter Johannes viele Motive aus dem Alexanderroman wiedergibt, ist das zentrale Thema der Artus-Epik, die Gralssuche, ins Gegenteil verkehrt. Im Baudolino soll der Gral dem Besitzer zurückgegeben werden. Dabei ist Baudolinos Gral wiederum nur ein listiger Schachzug bzw. eine Lüge - es ist der alte Trinkbecher seines Vaters!
Reiseroman, Abenteuerroman, Schelmenroman...
... Heiligenlegende, Parvenüroman oder Kriminalroman? Alles ist richtig! Dazu kommt, dass der Held des Romans, Baudolino, die Last einer langen und großen europäischen Literatur-Tradition trägt, vielleicht auch deshalb nur schwer fassbar ist. So gesehen, hat der Roman keine eigentliche Botschaft. Eco geht es um die Fabulierkunst, das Wechselspiel zwischen realen historischen Fakten und der Fiktion, zu der die zahlreichen Rückgriffe auf literarische Vorbilder gehören. Lesenswert sind vor allem die Geschichten aus der Welt des Mittelalters, Baudolinos Studentenzeit, die Schachzüge der Diplomatie, der Handel mit Reliquien und die Reise in den fernen Osten. Am Ende wird sogar noch Friedrichs Tod aufgeklärt - so bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
(Birgit Kuhn)

"Eco verknüpft historische Fakten des 12. Jahrhunderts, Fabelwesen, saftige Liebesromanzen, aktuelle Politik und Glaubensfragen zu einem sprühenden Feuerwerk."
(Welt am Sonntag)


»Eine hinreißende Romanfiktion [...], ein Werk der unterhaltsamsten Gelehrsamkeit [...], ein rasant phantastischer Hypertext, der zahllose gelöste und ungelöste Rätsel des Mittelalters miteinander verlinkt.« Manfred Schneider, Literaturen

"Hier wird höchst unterhaltsam fabuliert."
Brigitte 06.06.2007
Umberto Eco, geboren 1932 in Alessandria, lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den "Premio Strega" (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.
Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane "Der Name der Rose" und "Das Foucaultsche Pendel" sind Welterfolge geworden.
2011 wurde Umberto Eco mit dem "Premio Pavese" ausgezeichnet.

Leseprobe zu "Baudolino" von Umberto Eco

BAUDOLINO BEGEGNET NIKETAS CHONIATES

"Was ist das?" fragte Niketas, nachdem er das Pergament in den Händen herumgedreht und einige Zeilen zu lesen versucht hatte.

"Das war meine erste Schreibübung", antwortete Baudolino. "Seit ich das geschrieben habe - ich war vielleicht vierzehn und noch kaum mehr als ein Waldbauernbub -, trage ich es überall mit mir herum wie ein Amulett. Danach habe ich noch viele andere Pergamente beschrieben, in manchen Zeiten Tag für Tag. Es kam mir so vor, als ob ich überhaupt nur existierte, um abends aufzuschreiben, was mir tagsüber widerfahren war. Später genügten mir knappe monatliche Notizen, wenige Zeilen, um mich an die wichtigsten Geschehnisse zu erinnern. Und ich sagte mir, wenn ich einmal in fortgeschrittenem Alter sein würde - wie man es jetzt sagen könnte -, würde ich anhand dieser Aufzeichnungen die 'Gesta Baudolini' verfassen. So trug ich auf meinen Reisen die Geschichte meines Lebens mit mir herum. Doch bei der Flucht aus dem Reich des Priesters Johannes ..."

"Priester Johannes? Nie gehört ...""Ich werde noch von ihm sprechen, vielleicht sogar zuviel. Was ich sagen wollte, bei jener Flucht habe ich meine Aufzeichnungen verloren. Es war, als hätte ich mein Leben selbst verloren."

"Erzähl mir, woran du dich erinnerst. Ich sammle Bruchstücke von Geschehnissen, Splitter von Begebenheiten und gewinne daraus eine Geschichte, die sich anhört, als sei sie durchwirkt von einem Plan der Vorsehung. Du hast mich gerettet und mir dadurch das bißchen Zukunft gegeben, das mir noch verbleibt. Zum Dank will ich dir die Vergangenheit wiedergeben, die du verloren hast."

"Aber vielleicht ist meine Geschichte ja sinnlos ...""Keine Geschichte ist sinnlos. Und ich bin einer von denen, die den Sinn auch dort zu finden wissen, wo die anderen ihn übersehen. Danach wird die Geschichte zu einem Buch der Lebenden, wie eine helltönende Posaune, deren Klang die Toten aus den Gräbern auferstehen läßt ... Ich brauche nur etwas Zeit, ich muß die Geschehnisse bedenken, sie miteinander verbinden, die Zusammenhänge entdecken, auch die weniger sichtbaren. Aber wir haben ja nichts anderes zu tun, deine Genueser sagen, es wird noch ein paar Tage dauern, bis sich die Wut dieser Hunde gelegt hat."

Niketas Choniates, vormals Redner am Hofe, oberster Richter des Reiches, Richter des Velums und Logothet der Sekreta oder - wie man bei den Lateinern sagen würde - Kanzler des Kaisers von Byzanz, zugleich Geschichtsschreiber vieler Komnenen sowie der Angeloi, betrachtete neugierig den Mann, der da vor ihm stand. Baudolino hatte ihm gesagt, sie seien sich schon einmal in Kalliupolis am Hellespont begegnet, zur Zeit Kaiser Friedrichs, aber wenn Baudolino damals dabeigewesen war, dann mußte er unauffällig zwischen den Ministerialen gestanden haben, wahrend Niketas, der im Namen des Basileus verhandelt hatte, viel schwerer zu übersehen war. Log dieser Lateiner? Jedenfalls hatte er ihn vor der Wut der Invasoren gerettet, hatte ihn an einen sicheren Ort gebracht, ihn wieder mit seiner Familie vereinigt und versprochen, ihn heil aus Konstantinopel hinauszubringen.

Niketas betrachtete seinen Retter. Der Mann sah weniger wie ein Christ denn wie ein Sarazene aus. Ein sonnenverbranntes Gesicht, eine bleiche Narbe quer über die ganze Wange, ein Kranz noch rotblonder Haare, der seinem Kopf etwas Löwenhaftes verlieh. Niketas wäre wohl recht erstaunt gewesen, wenn er erfahren hätte, daß dieser Mann bereits über sechzig Jahre alt war. Er hatte sehr große Hände, und wenn er sie verschränkt im Schoße hielt, sah man sofort die knotigen Knöchel. Bauernhände, mehr für die Hacke als für das Schwert gemacht.

Gleichwohl sprach er ein flüssiges Griechisch, ohne bei jedem Wort feine Tröpfchen zu spucken, wie es die Fremden gewöhnlich taten, und Niketas hatte ihn erst vor kurzem mit den Invasoren in ihrer rauhen Sprache reden hören, die er schnell und trocken sprach, wie einer, der sie auch zum Schimpfen und Beleidigen zu gebrauchen weiß. Im übrigen hatte ihm Baudolino am Abend zuvor gesagt, daß er eine Gabe besitze: Es genüge ihm, zwei Leute in irgendeiner Sprache miteinander reden zu hören, und nach kurzer Zeit sei er in der Lage, mit ihnen zu sprechen. Eine einzigartige Gabe, von der Niketas gedacht hätte, sie sei nur den Aposteln gewährt.

Das Leben am Hofe, zumal an diesem, hatte Niketas gelehrt, die Menschen mit stillem Mißtrauen zu taxieren. Was ihm an Baudolino auffiel, war, daß dieser Lateiner bei allem, was er sagte, sein Gegenüber mit einer verhaltenen Ironie ansah, als wolle er ihm bedeuten, seine Worte nicht allzu ernst zu nehmen. Eine schlechte Angewohnheit, die man jedem beliebigen zubilligen mochte, nur nicht einem, von dem man eine wahrheitsgemäße Aussage erwartete, um sie dann in Geschichtsschreibung zu übersetzen. Andererseits war Niketas von Natur aus neugierig. Er liebte es, andere erzählen zu hören, und nicht nur von Dingen, die ihm noch unbekannt waren. Auch was er bereits mit eigenen Augen gesehen hatte, kam ihm, wenn er einen anderen darüber reden horte, ganz neu vor, so als sehe er es aus einem neuen Blickwinkel, als befände er sich auf dem Gipfel eines jener Berge, die auf den Ikonen gemalt sind, und sähe die Steine so, wie sie die Apostel auf dem Gipfel sahen, und nicht wie die Gläubigen unten. Außerdem machte es ihm Vergnügen, die Lateiner zu befragen, die in allem so anders als die Griechen waren, angefangen bei ihren ganz neuen, untereinander so verschiedenen Sprachen.

Niketas und Baudolino saßen einander gegenüber in einem Turmzimmer, das doppelte Spitzbogenfenster nach drei Seiten hatte. Durch eines sah man auf das Goldene Horn und das gegenüberliegende Ufer von Pera mit dem Turm von Galata, der sich aus seiner Umgebung von eng zusammengedrängten Häusern und Hütten erhob; durch das andere sah man den Hafenkanal in den Sankt-Georgs-Arm einmünden; das dritte ging nach Westen, und dort hätte man ganz Konstantinopel sehen müssen. Doch an jenem Morgen war die zarte Farbe des Himmels verdunkelt vom dichten Rauch aus den Palästen und Kirchen, die vom Feuer verzehrt wurden.

Es war die dritte Feuersbrunst, von der die Stadt in den letzten neun Monaten heimgesucht wurde. Die erste hatte die Lager- und Vorratshäuser des Hofes zerstört, vom Blachernenpalast im Nordosten bis hinunter zur Konstantinsmauer, die zweite hatte sämtliche Warenhäuser der Venezianer, Amalfitaner, Pisaner und Juden vernichtet, von Perama bis fast an die Küste, ausgenommen allein jenes Viertel der Genueser unterhalb der Akropolis, in dem sie sich befanden, und die dritte wütete jetzt in der ganzen Stadt.

Unten tobte ein wahres Flammenmeer, die Arkaden brachen zusammen, die Paläste stürzten ein, die Säulen knickten um, die Feuerkugeln, die aus dem Zentrum des Brandes hervorstoben, verzehrten die weiter entfernten Häuser, wonach die Flammen, getrieben von launischen Winden, die das Inferno genußvoll nährten, zurückkehrten, um zu verschlingen, was sie zuvor noch ausgespart hatten. Darüber ballten sich dichte Wolken, an der Unterseite noch rötlich vom Widerschein des Feuers, aber sonst von einer anderen Farbe, bei der man nicht zu sagen vermochte, ob sie auf einer Täuschung durch die Strahlen der aufgehenden Sonne beruhte oder auf der Natur der Spezereien, der Hölzer und anderen Materialien, die dort verbrannten. Überdies kamen je nach der Windrichtung aus verschiedenen Teilen der Stadt Gerüche von Muskatnuß, Zimt, Pfeffer und Safran, Senf oder Ingwer - so daß die schönste Stadt der Welt zwar brannte, aber wie eine Räucherpfanne voller Duftstoffe.

Baudolino stand mit dem Rücken zum dritten Fenster und sah aus wie ein dunkler Schatten, umgeben vom zwiefachen Schein des anbrechenden Tages und der Feuersbrunst. Niketas hörte ihm teils zu, teils vergegenwärtigte er sich noch einmal die Geschehnisse der vergangenen Tage ...

Kundenbewertungen zu "Baudolino" von "Umberto Eco"

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Bewertung von Peter aus Bamberg am 08.07.2007 ***** ausgezeichnet
Ein tolles Buch von Eco mit Komik, Fantasie und Tragik, das im Byzanz des frühen dreizehnten Jahrunderts seinen Ausgang nimmt. Baudolino, der Held der Geschichte, erzählt seine Lebensgeschichte, die aus Schelmereien und liebenswerten Lügen besteht und gesteht, dass er durch seine Lügen so manchen Verlauf der Geschichte beeinflusst hat. Zusammen mit seinen Gefährten, zu denen auch Friedrich II. Barbarossa zählt, macht er sich auf die Suche nach dem Reich des Priesters Johannes und erlebt zahlreiche Abenteuer, die nicht frei von Verrat und Intrigen sind.
Das Buch ist anfangs etwas langatmig und gewöhnungsbedürftig und man braucht etwas Durchhaltevermögen. Hat man es jedoch geschafft und schaut zurück, dann freut man sich, es gelesen zu haben. Also: lesen !

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