Metapher Internet - Bickenbach, Matthias; Maye, Harun

Matthias Bickenbach Harun Maye 

Metapher Internet

Literarische Bildung und Surfen

Hrsg. v. Matthias Bickenbach u. Harun Maye
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Produktbeschreibung zu Metapher Internet

Was haben Goethe und Herder mit Jack London und dem Surfen zu tun? Warum inspirierte Edgar Allan Poe die Medientheorie von Marshall McLuhan? Wie hängen Cyberpunk und Bildungsroman zusammen? Literatur und Internet haben mehr gemeinsam, als die starre Chronik der Mediengeschichte zunächst vermuten lässt. Es gibt einen inneren Zusammenhang beider Medien, der eine alte nautische Metaphorik für kreative Prozesse aufnimmt und die Medialität des Wissens ins Kalkül zieht. Der gemeinsame Bezug richtet sich auf die Möglichkeit von Innovationen und Bildungschancen, die in Bildern der Wasser- und Meeresmetaphorik gefasst sind. Die Begriffe »Vernetzung« und »Navigation«, aber auch die scheinbar modische Metapher »Surfen« beschreiben einen operativen Umgang mit Texten und Informationen, der als literarische Bildung bezeichnet werden kann. Im Vergleich der nautischen Bildfelder gibt dieses Buch Antworten, die um so überraschender sind, weil sie zeigen, dass ein schneller und flüssiger Umgang mit Information bereits seit Johann Gottfried Herder, Wilhelm von Humboldt und Johann Wolfgang Goethe in der literarischen Bildung angelegt ist.

Produktinformation


  • Verlag: Kulturverlag Kadmos
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 256 S.
  • Seitenzahl: 243
  • Kaleidogramme Bd.49
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 154mm x 18mm
  • Gewicht: 395g
  • ISBN-13: 9783865990891
  • ISBN-10: 3865990894
  • Best.Nr.: 25730567

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Oliver Jungen zeigt sich beeindruckt vom Unternehmen der beiden Autoren, Redeweisen über das Internet, wie "Surfen" oder "Datenflut", mit Hans Blumenberg auf ihre Funktion hin zu analysieren. Wenn Matthias Bickenbach und Harun Maye darüber hinaus das Surfen im Netz als Bildungschance verstehen und begreiflich zu machen trachten, ist Jungen ganz Ohr. Kittler'sche Medientheorie, Herder, Goethe und McLuhan hört er heraus, wenn die Autoren die Kulturtechnik Lesen historisch und literarisch als lustvolle, intelligente und höchst flexible Angelegenheit ausweisen. Für Jungen ist der Band der beste Beweis. Klug und kurzweilig findet er die Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.04.2010

Wellenreiten auf den Lehrplan!

Matthias Bickenbach und Harun Maye plädieren für "spielerisches Denken" als intelligenteste Umgangsform mit dem Internet - und finden Unterstützung bei den Klassikern.

Kann man Schiffbruch erleiden im Internet? Allerdings. Angesichts seines exponentialen Wachstums scheint dies sogar unvermeidlich. Allein seit Sie diesen Text lesen, sind knapp fünfzigtausend Websites hinzugekommen. Das "New Journal of Physics" konstatierte vor einem Jahr, dass sich auch die Kapazitätszunahme des Internet nach dem Mooreschen Gesetz vollziehe, sich also in festen Zeitabständen - von in diesem Fall knapp fünf Jahren - verdopple. Wer sich ins Internet begibt, muss also die Möglichkeit des Scheiterns nicht nur in Betracht ziehen. Sie ist gewissermaßen der Normalfall, Vollständigkeit einer Recherche bloße Illusion. Genau das aber teilt die digitale Sphäre mit den vernetzten Wissensspeichern der Vormoderne: Auch Bibliotheken wurden immer wieder als Labyrinthe wahrgenommen, die sich nur noch mit Hilfe intelligenter Techniken handhaben ließen.

Dass die Befürchtung einer geistigen Entmündigung des Einzelnen durch die globale …

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Matthias Bickenbach, geboren 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg 'Medien und kulturelle Kommunikation' der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Text-Bild-Verhältnisse fotografischer Porträts, Rhetorik und Poetologie der Literatur, Medientheorie.

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Metapher Internet

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Hrsg. v. Matthias Bickenbach u. Harun Maye

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Produktinformation
  • Verlag: Kulturverlag Kadmos
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 256 S.
  • Seitenzahl: 243
  • Kaleidogramme Bd.49
  • Deutsch
  • Abmessung: 231mm x 154mm x 18mm
  • Gewicht: 395g
  • ISBN-13: 9783865990891
  • ISBN-10: 3865990894
  • Best.Nr.: 25730567

Produktbeschreibung zu "Metapher Internet"

Beschreibung

Was haben Goethe und Herder mit Jack London und dem Surfen zu tun? Warum inspirierte Edgar Allan Poe die Medientheorie von Marshall McLuhan? Wie hängen Cyberpunk und Bildungsroman zusammen? Literatur und Internet haben mehr gemeinsam, als die starre Chronik der Mediengeschichte zunächst vermuten lässt. Es gibt einen inneren Zusammenhang beider Medien, der eine alte nautische Metaphorik für kreative Prozesse aufnimmt und die Medialität des Wissens ins Kalkül zieht. Der gemeinsame Bezug richtet sich auf die Möglichkeit von Innovationen und Bildungschancen, die in Bildern der Wasser- und Meeresmetaphorik gefasst sind. Die Begriffe »Vernetzung« und »Navigation«, aber auch die scheinbar modische Metapher »Surfen« beschreiben einen operativen Umgang mit Texten und Informationen, der als literarische Bildung bezeichnet werden kann. Im Vergleich der nautischen Bildfelder gibt dieses Buch Antworten, die um so überraschender sind, weil sie zeigen, dass ein schneller und flüssiger Umgang mit Information bereits seit Johann Gottfried Herder, Wilhelm von Humboldt und Johann Wolfgang Goethe in der literarischen Bildung angelegt ist.

14.04.2010

Wellenreiten auf den Lehrplan!

Matthias Bickenbach und Harun Maye plädieren für "spielerisches Denken" als intelligenteste Umgangsform mit dem Internet - und finden Unterstützung bei den Klassikern.

Kann man Schiffbruch erleiden im Internet? Allerdings. Angesichts seines exponentialen Wachstums scheint dies sogar unvermeidlich. Allein seit Sie diesen Text lesen, sind knapp fünfzigtausend Websites hinzugekommen. Das "New Journal of Physics" konstatierte vor einem Jahr, dass sich auch die Kapazitätszunahme des Internet nach dem Mooreschen Gesetz vollziehe, sich also in festen Zeitabständen - von in diesem Fall knapp fünf Jahren - verdopple. Wer sich ins Internet begibt, muss also die Möglichkeit des Scheiterns nicht nur in Betracht ziehen. Sie ist gewissermaßen der Normalfall, Vollständigkeit einer Recherche bloße Illusion. Genau das aber teilt die digitale Sphäre mit den vernetzten Wissensspeichern der Vormoderne: Auch Bibliotheken wurden immer wieder als Labyrinthe wahrgenommen, die sich nur noch mit Hilfe intelligenter Techniken handhaben ließen.

Dass die Befürchtung einer geistigen Entmündigung des Einzelnen durch die globale …

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Perlentaucher-Notiz zur FAZ-Rezension

14.04.2010

Oliver Jungen zeigt sich beeindruckt vom Unternehmen der beiden Autoren, Redeweisen über das Internet, wie "Surfen" oder "Datenflut", mit Hans Blumenberg auf ihre Funktion hin zu analysieren. Wenn Matthias Bickenbach und Harun Maye darüber hinaus das Surfen im Netz als Bildungschance verstehen und begreiflich zu machen trachten, ist Jungen ganz Ohr. Kittler'sche Medientheorie, Herder, Goethe und McLuhan hört er heraus, wenn die Autoren die Kulturtechnik Lesen historisch und literarisch als lustvolle, intelligente und höchst flexible Angelegenheit ausweisen. Für Jungen ist der Band der beste Beweis. Klug und kurzweilig findet er die Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "Matthias Bickenbach; Harun Maye"

Matthias Bickenbach, geboren 1963, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg 'Medien und kulturelle Kommunikation' der Universität zu Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Text-Bild-Verhältnisse fotografischer Porträts, Rhetorik und Poetologie der Literatur, Medientheorie.

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