Das mohnrote Meer - Ghosh, Amitav

Das mohnrote Meer

Roman

Amitav Ghosh 

Aus d. Engl. v. Barbara Heller u. Rudolf Hermstein
Broschiertes Buch
 
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Das mohnrote Meer

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'Was hätten Sie gern: einen historischen Roman, einen Abenteuerroman oder ein Gesellschaftsdrama? Dieses 1838 in Indien spielende Epos ist alles zugleich. Meisterlich." Welt am Sonntag

"Liebe und Krieg, Armut und Reichtum, Intrige und Macht - Amitav Ghoshs neuer Roman beinhaltet alles, was zu einem prächtigen, epischen Gemälde gehört. ... Ein 600 Seiten langer Leserausch!" Freundin

"Ein erstaunliches Panorama bewegender Schicksale." Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Meisterlich." Welt am Sonntag


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 649 S.
  • Seitenzahl: 656
  • Heyne Bücher Bd.40597
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 135mm x 46mm
  • Gewicht: 530g
  • ISBN-13: 9783453405974
  • ISBN-10: 3453405978
  • Best.Nr.: 26263947

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Als "historisches Epos über den Kolonialismus" und "Abenteuer- und Seeroman" hat Rezensentin Claudia Wenner Amitav Ghoshs neues Buch in vollen Zügen genossen, das, wie sie schreibt, der erste Teil einer Trilogie ist. Wie auch schon in früheren Büchern habe sich der Autor ausgiebig mit historischen Quellen befasst und seine Funde mit großer Könnerschaft in eine "handlungsreiche, spannende" und präzise erfundene Geschichte über die Bedeutung des Opiumshandels für das Britische Empire und Indien überführt, aus der die Rezensentin viel erfahren hat, ohne sich je belehrt zu fühlen: über Opiumanbau, Opiumsucht und die Opiumverarbeitung in der streng bewachten Fabrik, über die Rechtsprechung der Kolonialherren, Gefängnisse und koloniale Ideologie, das von Misogynie und Kastenwesen geprägte Leben in den Dörfern. Mit Genuss legt sie sich in die Kurve jedes Spannungsbogens und freut sich auch ausdrücklich am filmreifen Showdown des Romans. Ein Wermutstropfen ist die deutsche Übersetzung, die notgedrungen Ghoshs ambitionierte Rekonstruktion des Angloindischen und des "polyglotten Universums" der Jahre um 1838 (in denen der Roman spielt) weggelassen hat. Denn dadurch sei die Lektüre der deutschen Fassung etwas eindimensionaler als die des Originals.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.08.2008

Ein Sklavenschiff auf Kreuzfahrt

Bitterer Mohn: Amitav Ghoshs neuer Roman erzählt vom Schicksal indischer Wanderarbeiter, die wie Sklaven gehalten wurden, und vom skrupellosen Opiumgeschäft der britischen Kolonialherren.

Von Martin Kämpchen

Der neue Roman es indischen Schriftsteller Amitav Ghosh gibt ein breit angelegtes Gemälde der indischen Kolonialgeschichte um 1830. Der Kulminationspunkt des Buches ist eine Seereise auf der "Ibis", die die Klassen- und Kastenordnung, die Unterschiede zwischen britischen Kolonialherren und Indern auf den Kopf stellt. Sind diese harten Gegensätze erschüttert, fühlen sich die Menschen entweder befreit, oder sie werden um so grausamer und unbeugsamer. Dieses "Oben" und "Unten", das "Wir" und das "Die da" besteht in Indien in abgemildeter Form bis heute. Darum ist es psychologisch aufschlussreich zu beobachten, wie sich die Menschen verändern, wenn sie plötzlich mit ihrem Gegenpart am anderen Pol der gesellschaftlichen Werteskala auf engem Raum zusammenleben müssen. Die Reisenden auf der Ibis nannten sich trotzig "Schiffsbrüder" und "Schiffsschwestern".

Um 1830 stand die Konfrontation mit der …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.09.2008

KURZKRITIK
Wohlstandsquelle
Amitav Ghoshs Roman „Das mohnrote Meer”
Im Jahr 1838 fährt ein Segelschiff den Ganges hinunter. An Bord hat es Mühselige und Beladene, die nach Mauritius auswandern wollen. Manche treibt nicht nur die Armut fort. Diti flieht mit ihrer großen Liebe, dem starken Kalua, vor mörderischen Verwandten. Die junge französische Waise Paulette ist in einen Sari geschlüpft, um der Hochzeit mit einem ungeliebten, viel älteren Richter zu entkommen; außerdem hat sie sich in Zachary verguckt, den zweiten Steuermann der Ibis. Der flotte Amerikaner aber hütet vor den Vorgesetzten ein Geheimnis: Trotz seiner hellen Hautfarbe gilt er, da seine Mutter eine Sklavin war, als Schwarzer.
Amitav Ghosh kennt sich aus in dem, worüber er schreibt, und weiß es mitzuteilen: Wenn Diti auf der Suche nach ihrem erkrankten Mann eine Opiumfabrik aufsucht, passiert sie alle Etappen der Produktion, bevor sie ihr Ziel erreicht. Die Sophisterei, mit der die englischen Kolonialisten den massenhaften Opiumanbau in Indien und den Export der Droge nach China rechtfertigen, wird nicht gegeißelt, sondern kommentarlos wiedergegeben. …

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"Ein erstaunliches Panorama bewegender Schicksale.""Meisterlich."
Amitav Ghosh, wurde 1956 in Kalkutta geboren und studierte Geschichte und Sozialanthropologie in Neu-Delhi. Nach seiner Promotion in Oxford unterrichtete er an verschiedenen Universitäten Indiens und Amerikas. Ghosh lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in New York, verbringt jedoch jedes Jahr mehrere Monate in Indien.

Leseprobe zu "Das mohnrote Meer" von Amitav Ghosh

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Das Bild eines stolzen Schiffes unter vollen Segeln auf hoher See trat Diti an einem ganz gewöhnlichen Tag vor Augen, aber sie wusste sofort, dass die Vision ein Fingerzeig des Schicksals war, denn sie hatte ein solches Schiff noch nie zuvor gesehen, nicht einmal im Traum. Wie auch, da sie doch im nördlichen Bihar lebte, vierhundert Meilen von der Küste entfernt? Ihr Dorf lag so weit im Landesinneren, dass das Meer so fern schien wie die Unterwelt: Es war der Abgrund der Finsternis, wo der heilige Ganges im kalapan - verschwand, im "Schwarzen Wasser".

Es geschah am Ende des Winters, in einem Jahr, in dem die Mohnpflanzen merkwürdig lange zögerten, ihre Blütenblätter abzuwerfen: Meilenweit schien der Ganges, von Benares abwärts, zwischen zwei Gletschern dahinzufließen, denn seine Ufer waren mit dicken Teppichen weiß blühender Blumen bedeckt. Es war, als hätten sich die Schneemassen des Himalaja über die Ebenen gebreitet, um auf das Holi-Fest mit seinen üppigen Frühlingsfarben zu warten.

Das Dorf, in dem Diti lebte, lag unweit der Stadt Ghazipur, ungefähr fünfzig Meilen östlich von Benares. Wie alle ihre Nachbarn war Diti besorgt wegen der verspäteten Mohnernte. An dem bewussten Tag stand sie früh auf und erledigte mechanisch ihre täglichen Pflichten, legte für Hukam Singh, ihren Mann, frisch gewaschene Kleidung zurecht, einen Dhoti und eine kamz, und stellte das eingelegte Gemüse und die rotls bereit, die er zu Mittag essen würde. Als sie sein Essen eingepackt hatte, legte sie eine Pause ein, um rasch in ihren Schrein zu gehen. Später, wenn sie gebadet und sich umgezogen hatte, würde sie ihre Puja verrichten, mit Blumen und Opfergaben; jetzt aber, noch im Nachtsari, trat sie nur unter die Tür und legte kurz die Hände aneinander.

Schon bald kündigte ein quietschendes Rad den Ochsenkarren an, der Hukam Singh in die Fabrik im drei Meilen entfernten Ghazipur bringen würde. Kein weiter Weg, aber doch so weit, dass Hukam Singh ihn nicht zu Fuß zurücklegen konnte, denn er war als Sepoy in einem britischen Regiment am Bein verwundet worden. Die Behinderung war jedoch nicht so schwer, dass er Krücken gebraucht hätte - er konnte ohne Hilfe bis zu dem Karren gehen. Diti, die ihm mit einem Schritt Abstand folgte, trug ihm in einem Tuch sein Essen und sein Wasser nach und händigte ihm das Päckchen aus, als er auf den Karren gestiegen war.

Kalua, der Fahrer des Ochsenkarrens, war ein Hüne, machte aber keine Anstalten, seinem Fahrgast zu helfen, und achtete darauf, sein Gesicht vor ihm zu verbergen: Er war Chamar, und für Hukam Singh als Angehörigem der hohen Rajput-Kaste wäre der Anblick seines Gesichts ein böses Omen für den bevorstehenden Tag gewesen. Nachdem er auf den Karren geklettert war, saß der frühere Sepoy nun mit dem Rücken zu Kalua und hielt sein Bündel auf dem Schoß, damit es nicht mit irgendwelchen Gegenständen des Fahrers in Berührung kam. So saßen sie, Fahrer und Fahrgast, während der Karren über die Straße nach Ghazipur rumpelte - in freundschaftlichem Gespräch zwar, doch ohne sich auch nur einmal anzusehen.

Auch Diti verbarg sorgsam ihr Gesicht vor Kalua; erst als sie wieder ins Haus ging, um Kabutri, ihre sechsjährige Tochter, zu wecken, ließ sie es zu, dass der ghungat ihres Saris ihr vom Kopf rutschte. Kabutri lag zusammengerollt auf ihrer Matte, und Diti erkannte an ihrem rasch wechselnden Gesichtsausdruck - bald schmollte, bald lächelte sie -, dass sie tief in einem Traum befangen war. Sie wollte sie schon wecken, doch dann hielt sie inne und trat zurück. Im Gesicht ihrer schlafenden Tochter entdeckte sie die Konturen ihrer eigenen Züge - die gleichen vollen Lippen, die gleiche rundliche Nase, das gleiche vorspringende Kinn -, nur waren die Linien bei dem Kind noch klar und scharf, während sie bei ihr mit der Zeit undeutlich geworden waren, gleichsam verwischt. Nach sieben Jahren Ehe war Diti selbst noch kaum mehr als ein Kind, auch wenn sich in ihrem dichten schwarzen Haar schon ein paar weiße Fäden zeigten. Ihre Gesichtshaut, von der Sonne ausgedörrt und gedunkelt, wurde um Mundwinkel und Augen herum bereits schuppig und rissig. Doch bei allen Sorgenfalten und aller Unscheinbarkeit ihres Äußeren hob sie sich doch in einem vom Alltäglichen ab: Sie hatte hellgraue Augen, was in diesem Teil des Landes ungewöhnlich war. Die Farbe - oder die Farblosigkeit - ihrer Augen bewirkte, dass man sie zugleich für eine Blinde und eine Seherin halten konnte. Das verunsicherte die Kinder und verstärkte ihre Vorurteile und abergläubischen Ansichten so sehr, dass sie ihr manchmal Schimpfwörter nachriefen - churai, dainiya -, als wäre sie eine Hexe. Doch ein einziger Blick aus ihren Augen genügte, und sie stoben davon. Obwohl Diti durchaus ein wenig stolz darauf war, dass sie diese Macht besaß, war sie um ihrer Tochter willen froh, ihr diesen Aspekt ihres Aussehens nicht vererbt zu haben - sie erfreute sich an Kabutris dunklen Augen, die so schwarz waren wie ihr glänzendes Haar. Als sie so auf das träumende Gesicht ihrer Tochter hinabsah, lächelte Diti und beschloss, sie doch nicht zu wecken: In drei bis vier Jahren würde das Mädchen heiraten und fortgehen; sie würde noch genug arbeiten müssen, wenn sie erst im Haus ihres Mannes lebte; die wenigen Jahre, die sie noch daheim war, konnte sie sich genauso gut ausruhen.

Diti aß rasch einen Bissen rot- und trat dann auf den flachen Vorplatz aus gestampfter Erde hinaus, der ihre Lehmhütte von den Mohnfeldern trennte. Im Licht der Morgensonne sah sie mit großer Erleichterung, dass einige der Blüten endlich begonnen hatten, ihre Blätter abzuwerfen. Auf dem Nachbarfeld war Chandan Singh, der jüngere Bruder ihres Mannes, bereits bei der Arbeit. Mit seinem Opiummesser ritzte er einige der kahlen Kapseln an; trat über Nacht genügend Saft aus, würde er morgen mit seiner Familie das ganze Feld bearbeiten. Der Zeitpunkt musste genau stimmen, denn die kostbare Milch floss nur während einer kurzen Spanne im Lebenszyklus der Pflanze: ein, zwei Tage zu früh oder zu spät, und die Mohnkapseln waren so wertlos wie Unkrautblüten.


Kundenbewertungen zu "Das mohnrote Meer" von "Amitav Ghosh"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Reiselust aus Stadt Wehlen am 09.05.2011   sehr gut
Nach dem "Glaspalast", dessen Handlung in Myanmar spielt, nun ein Buch über einen ähnlichen Zeitraum in Indien. Die mühselige Arbeit auf den Mohnfeldern und das im bescheidenen Luxus stattfindende Leben der Rajs, das durch ein Fingerschnippen der Engländer so schnell vorbei sein kann...Die völlig unterschiedlichen Gestalten, sehr plastisch gezeichnet und somit genau vorstellbar, werden gekonnt auf einem Schiff zusammengeführt. Leider ist das Ende etwas unbefriedigend, als wenn der Autor zu einem "richtigen" Ende keine Lust mehr gehabt hätte. Auch die sehr ausführlichen Beschreibungen des Schiffes und der Seefahrt sind zum Teil für Laien etwas ermüdend. Das Buch ist aber, besonders, wenn man Indien kennt oder kennenlernen will, ein Muss!

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Bewertung von Huber Dominik aus München am 30.10.2008   sehr gut
Ein wunderbarer Roman über Indien, spannend, unterhaltsam und authentisch.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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