Hollywood heute - Elsaesser, Thomas

Hollywood heute

Geschichte, Gender und Nation im postklassischen Kino

Thomas Elsaesser 

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Hollywood heute

Das amerikanische Kino als globale Unterhaltungsindustrie hat sich seit den 70er Jahren immer wieder erneuert. Motor und Symbol der wiedererstarkten Macht Hollywoods ist der "Blockbuster", ein umfassend vermarktetes, multifunktionales Spektakel. Doch Filme wie CHINATOWN, PULP FICTION oder MEMENTO und viele andere stehen auch für Erfindungsreichtum und Experimentiergeist und bezeugen die kreative Glaubwürdigkeit ihrer Regisseure. Aber wissen wir eigentlich, was diese Filme bedeuten? Vielleicht kann uns das Hollywood-Kino Dinge über unsere zeitgenössische Welt mitteilen, die die anderen Künste aus dem Blick verloren haben. Dieses Buch bietet einen neuen Zugang zum populären amerikanischen Film der letzen 25 Jahre. Eine genaue Lektüre der Erzählformen, der stilistischen Muster und filmischen Referenzen, der Handlungen und Motive der Protagonisten liefert überraschende Ergebnisse.


Produktinformation

  • Verlag: Bertz + Fischer
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 272 S. m. 100 Fotos.
  • Seitenzahl: 272
  • Deep Focus Nr.1
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 169mm x 18mm
  • Gewicht: 625g
  • ISBN-13: 9783865053015
  • ISBN-10: 3865053017
  • Best.Nr.: 20856021
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.06.2009

Kunstwerke in Bewegung
Thomas Elsaesser untersucht die wichtigsten Tendenzen des neueren Hollywoods

Keine Monographie, sondern eine Schriftensammlung ist er, der lange erwartete erste Band der Reihe "Deep Focus". Studien mit betont wissenschaftlichem Interesse will der Verlag Bertz + Fischer hier veröffentlichen, ein Anspruch, den die bereits erschienenen Bücher zu Ritual und Verführung, Splatter Movies und filmischem Raum nicht nur pflichtbewusst einlösen, sondern oft auch mit überraschend unkonventionellen Erkenntnissen zur Geltung bringen. Mit Thomas Elsaesser eröffnet nun einer der prominentesten Filmwissenschaftler ad posteriorum die Reihe, und ihm gelingt in seiner Diskussion des kontemporären Hollywood-Kinos ein geradezu mustergültiger Kurzschluss von akademischer Prosa mit essayistischer Reflexion.

Elsaesser arbeitet nicht traditionell hermeneutisch, sondern verfolgt eine symptomatische Lektüre im Sinne des (von ihm allerdings nicht zitierten) algerisch-französischen Philosophen Louis Althusser, der in den sechziger Jahren das marxistische Denken durch strukturalistische Tätigkeit vom Humanismus befreien wollte. Wie Althusser …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.07.2009

Die Verzweiflung der Lässigen in einer Welt infantiler Grausamkeit
Warum man als Held die Brust entblößt: Thomas Elsaesser entdeckt im Kino imaginäre Lösungen sehr realer Probleme
Hollywood taugt nichts! Auf dieses Vorurteil können sich immer noch erstaunlich viele einigen: Bildungsbürger, die aus falsch verstandener Cinéphilie allein auf das europäische Kunstkino schwören, und Linke, die das Massenentertaiment im festen Griff von Kapital und Patriarchat wähnen. Der Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser, der nach seiner Emeritierung in Amsterdam inzwischen in Yale lehrt, ist anderer Ansicht: Er begreift das aktuelle amerikanische Kino weder als bloßen Kommerz noch als endlose Perpetuierung einer Verblendungsstrategie.
Damit schließt er an die Tradition der französischen Filmpublizistik an, die schon in den Fünfzigern Hitchcock, Howard Hawks und John Ford als große Künstler verehrte. Allerdings geht es Elsaesser nicht um „die persönliche Handschrift der Regisseure oder deren Selbstdarstellung”. Sein kulturwissenschaftlich geschulter Blick richtet sich vielmehr auf Filme als Symptome, als „Bilderrätsel einer neuen Weltordnung”.
In „Pulp …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Ist die Ablehnung des Hollywood-Kinos als kommerzielle Illusionsmaschine heute weit verbreitet, schlägt der Filmwissenschaftler Thomas Elsaesser ihm mit seinem Buch eine Bresche, konstatiert Christoph Haas. Der heute in Yale lehrende Autor sieht in Filmen wie "Pulp Fiktion" oder "Die Hard" Themen wie "Männlichkeit" oder "Trauerarbeit" in typisch "postklassischer" Weise verarbeitet, erklärt der Rezensent durchaus überzeugt. Etwas störend findet Haas die Redundanzen und Überschneidungen, die das aus verschiedenen Aufsätzen hervorgegangene Buch aufweist, und auch die Struktur der einzelnen Kapitel bietet in seinen Augen nicht immer die nötige Übersichtlichkeit. Auch hätte Elsaesser nicht jeden Fund seiner extensiven Lektüre zum Thema verarbeiten müssen, so der Rezensent leise tadelnd, der dafür betont, dass trotz des reichhaltigen theoretischen Hintergrunds der Ausführungen die Verständlichkeit nicht leidet. Alles in allem aber spricht Haas eine Empfehlung für den Band für diejenigen aus, die sich mit dem Hollywoodfilm von heute beschäftigen wollen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Thomas Elsaesser gelingt in seiner Diskussion des kontemporären Hollywood-Kinos ein geradezu mustergültiger Kurzschluss von akademischer Prosa mit essayistischer Reflexion." (FAZ) / "Mehrdeutig, aber nicht beliebig. Und wirklich sehr schlau." (epd Film) / "Im Anschluss an das Mythenverständnis von Lévi-Strauss definiert Elsaesser die Filme, die er untersucht, als "imaginäre Lösungen für reale Probleme". Wer aus dieser Perspektive etwas über das Kino der letzten zwanzig Jahre erfahren will, ist bei Hollywood heute gut aufgehoben." (Süddeutsche Zeitung) / "Auf sehr komplexe Weise erschließt Elsaesser das Personal, die Konflikte, die Dramaturgien, die Räume, die Bilder, die Zeitebenen und die damit verbundenen Wirkungen der genannten Filme. Seine Methode ist exemplarisch, er zieht andere Filme zum Vergleich heran, er geht in die Tiefe. Für seine Lesart findet er zitierbare Unterstützung, aber er grenzt sich auch immer wieder gegen zu kurz greifende Interpretationen der Filme ab. Im Endeffekt ist dies ein Lehrbuch über den intelligenten Umgang mit dem so oft verachteten Hollywood-Kino." (Hans Helmut Prinzler) / "Hollywood heute illustriert, dass das populäre Kino weit von einer kulturindustriellen Verblendungs- und Verblödungsmaschine entfernt ist, und macht die Filme stattdessen als höchst professionell konstruierte Texte, virtuos orchestrierte Erlebniswelten und vielschichtige Diskursformationen lesbar. Während es Elsaesser so gelingt, die "Liebe zum klassischen amerikanischen Handlungskino noch einmal [zu] bekräftigen", stellt die gewohnt sorgfältige Verlagsarbeit bei Bertz + Fischer ihrerseits einmal mehr die Liebe zum gut gemachten Filmbuch unter Beweis." (Testcard)
Thomas Elsaesser ist derzeit Professor für Filmwissenschaft am Institut für Kunst und Kultur der Universität Amsterdam; zuvor lehrte er in Großbritannien und den USA. Zahlreiche Bücher als Autor und Herausgeber, u.a.: Der Neue Deutsche Film, Das Weimarer Kino - aufgeklärt und doppelbödig.
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