Die kürzeste Geschichte allen Lebens, 5 Audio-CDs - Lesch, Harald; Zaun, Harald
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Je mehr die Wissenschaftler über den faszinierenden Bauplan der Natur wissen, je mehr sie die Grundlagen allen Lebens verstehen, desto eindringlicher stellt sich die Frage: Wie konnte das alles entstehen? Und was wissen wir wirklich darüber? Mit Blick auf die naturwissenschaftlichen Fakten erzähle Harald Lesch und Harald Zaun die großen Momente aus der 13,7 Milliarden Jahre alten fabelhaften Geschichte unseres Universums: den Urknall, die Entstehung von Galaxien, Sternen und Planeten, die Entfaltung von Leben und schließlich ganz am Ende die Ausbildung des Bewusstseins des Menschen…mehr

Produktbeschreibung

Je mehr die Wissenschaftler über den faszinierenden Bauplan der Natur wissen, je mehr sie die Grundlagen allen Lebens verstehen, desto eindringlicher stellt sich die Frage: Wie konnte das alles entstehen? Und was wissen wir wirklich darüber? Mit Blick auf die naturwissenschaftlichen Fakten erzählen Harald Lesch und Harald Zaun die großen Momente aus der 13,7 Milliarden Jahre alten fabelhaften Geschichte unseres Universums: den Urknall, die Entstehung von Galaxien, Sternen und Planeten, die Entfaltung von Leben und schließlich ganz am Ende die Ausbildung des Bewusstseins des Menschen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Lagato
  • ISBN-13: 9783938956571
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-10: 3938956577
  • Best.Nr.: 23876721

Autorenporträt

Harald Lesch, geboren 1960 in Gießen, ist Professor für Theoretische Astrophysik am Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität München, Fachgutachter für Astrophysik bei der DFG und Mitglied der Astronomischen Gesellschaft. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er durch die im Bayerischen Fernsehen laufende Sendereihe alpha-Centauri bekannt. Seit September 2008 moderiert er die ZDF-Reihe Abenteuer Forschung . Er hat mehrere erfolgreiche Bücher veröffentlicht.

Rezensionen

Besprechung von 25.11.2008
Nahezu unausweichlich
Neue Bücher über Gott und die Welt und das große Warum
Wer würde es nicht gerne wissen wollen: „Warum wir hier sind und das Universum wie für uns geschaffen ist”? Der Physiker Paul Davies, Wissenschaftler an der Arizona State University, Templeton-Preisträger und im Vorstand der Templeton-Foundation, will es uns verraten. Die Stiftung sucht seit geraumer Zeit nach Gottesbeweisen. Davies will nicht wie „die meisten Wissenschaftler ... die großen Fragen den Priestern und Philosophen überlassen.” Damit hat er Recht. Denn die neuen Erkenntnisse kommen in unserer Zeit von den Naturwissenschaftlern. Wer sie nicht mit bedenkt, hat als Philosoph und Theologe nichts Neues zu sagen. Davies kennt und versteht die Theorien der theoretischen Physiker unserer Zeit. Und er breitet sie in seinem neuen Buch „Der kosmische Volltreffer” gekonnt vor seinen Lesern aus.
Paul Davies ist also kein dummer Fundamentalist. Er beschreibt die aufregenden Beobachtungen der Kosmologen und Hochenergiephysiker sowie ihre Theorien. Dabei stützt er sich auf die Vorstellungen des amerikanischen Physikers John Archibald Wheeler, Lehrer des Nobelpreisträgers Richard Feynman. Wheeler hat die Wasserstoffbombe mit entwickelt, aber auch den Begriff „Schwarzes Loch” geprägt. Nach Davies deutete er die Existenz der Naturgesetze so: „Die Gesetze müssen zur Welt gekommen sein. Deshalb können sie nicht immer zu hundert Prozent exakt gewesen sein.”
In dieser Lücke ist noch vie Platz für Spekulationen. Davies bezieht sich auf eine Variante der Experimente, wonach je nach dem Verhalten des Beobachters ein Lichtstrahl als Folge von Lichtteilchen oder als Welle mit charakteristischen Merkmalen erscheint. Die Frage ist, wie die Photonen schon vor einer Messung „wissen” können, wie der Experimentator sich anschließend verhalten wird. Daraus entwickelt Davies eine Rechtfertigung der Teleologie, also der Zielgerichtetheit der Welt. Der Autor ist jedoch redlich genug, auch einen Physiker wie den Nobelpreisträger Murray Gell-Mann mit dem Satz zu zitieren: „Das Leben kann sehr wohl aus den physikalischen Gesetzen plus Zufällen entstehen, der Geist aus der Neurobiologie. Es ist nicht nötig, zusätzliche Mechanismen oder verborgene Ursachen anzunehmen.”
Den Begriff Geist verwendet Davies völlig unreflektiert. Aus der Tatsache der Existenz menschlichen Bewusstseins und Selbstverständnisses kommt er zu dem Schluss, „dass das Universum den kosmischen Plan versteht.” Von der Existenz eines solchen „Plans” geht er aus. Der Autor betont jedoch ausdrücklich, kein Kreationist zu sein. Doch er erfreut die christlichen Fundamentalisten mit der Aussage, dass es „so scheint, als wenn das Universum von einem Designer mit einem hohen Maß von Einfallsreichtum geschaffen wurde.” Paul Davies weigert sich, „den ganzen Berg von Problemen im Schoß einer zufälligen Gottheit verschwinden zu lassen ... und letztlich das Sein zum unlösbaren Rätsel zu erklären.” Alle Wissenschaft und jeglicher Glaube ist aus eben dem Bemühen zu erklären, Antworten auf die großen Warum-Fragen zu finden. Insofern ist das Bemühen von Paul Davies zu verstehen und gerechtfertigt. Eine Antwort auf die Frage, warum wir hier sind, kann freilich auch er nicht geben.
Mit einem etwas anderen Ansatz versucht auch der britische Paläobiologe und Experte für das Kambrium (Erdaltertum) an der Universität Cambridge, Simon Conway Morris, die Welt „Jenseits des Zufalls” zu erklären. Sein Ansatz ist die in der biologischen Evolution zu beobachtende „Konvergenz”, „also die hartnäckige Angewohnheit der biologischen Organisationsprozesse, für ein bestimmtes ,Bedürfnis’ immer wieder gleichartige ,Lösungen’ zu finden”. Morris sucht zu belegen, „dass und warum den Entwicklungslinien der Evolution erheblich mehr Gesetzmäßigkeit innewohnt, als gemeinhin angenommen wird.”
Da in der Evolution Zufall und Notwendigkeit eine entscheidende Rolle spielen, also eben auch der Zufall herrscht, ist die Entstehung des Menschen eine ziemlich unwahrscheinliche Angelegenheit. Das heißt, wenn die Weltgeschichte noch einmal ablaufen würde, wäre die Chance, dass sich wieder ein Homo sapiens entwickeln würde, nach Ansicht wohl der meisten Evolutionsforscher sehr gering. Morris versucht, „das genaue Gegenteil nachzuweisen”. Mit einer Fülle von Beispielen bemüht sich der Autor auf zum Teil höchst amüsante Art, dem Leser „Konvergenz” verständlich zu machen. So wie es eine beschränkte Anzahl von Möglichkeiten gibt, wie Augen funktionieren können, dürfte es nach Morris auch nur eine beschränkte Anzahl von Möglichkeiten geben, wie ein Gehirn arbeiten kann. Das Aufkommen von menschenartigen Geschöpfen sei wegen der Allgegenwärtigkeit von Konvergenz „nahezu unausweichlich” gewesen: „Auf der Erde hat es sich so ergeben, dass der biologische Typus ,vernunftbegabtes Wesen’ eben im Menschen verwirklicht ist, so wie der Autor dieses Buches eben Akademiker aus Cambridge ist. Na und?”
Damit gibt sich der Autor aber noch nicht zufrieden. Vielmehr versucht er sich auch an einer „Theologie der Evolution”. Morris ist sich sicher, „dass die Theologie durchaus vielschichtiger und durchdachter ist als der Blödsinn, den die sogenannten wissenschaftlichen Kreationisten verzapfen.” Er begründet es damit, dass die Evolution ein denkendes Wesen mit einem „Sinnempfinden” hervorgebracht habe. Also solle man, wie dies die Theologen tun, nach Sinn suchen und sich um eine Aussöhnung zwischen „naturwissenschaftlicher Weltsicht und dem religiösen Instinkt” bemühen.
„Die kürzeste Geschichte allen Lebens” präsentieren auf 224 Seiten der Astrophysiker und Fernsehmann Harald Lesch sowie der Wissenschaftsjournalist Harald Zaun. Sie geben damit einen Überblick über die kosmologische wie die biologische Evolution nach heutigem Stand naturwissenschaftlicher Erkenntnis. Während freilich Morris seinen britischen Witz gezielt einsetzt, produzieren die Beiden in dem Bestreben, flott zu schreiben, fleißig Stilblüten: „Endlich genießt das durch die andauernde Expansion längst in völlige Dunkelheit eingehüllte Universum das erste Sonnenbad.” Oder: „Die Rede ist von Schwarzen Löchern. Sie sind heutzutage in aller Munde.” Oder „auch die Sonne (ist) eine recht einfach gestrickte astrale Erscheinung.”
Ihre Beschreibungen sind dennoch gescheit und ihre Erklärungen komplizierter Vorgänge verständlich geschrieben. Auch diese Autoren stellen die Frage nach dem Warum. Lösch und Zaun zitieren Albert Einstein mit dem Satz: „Was mich eigentlich interessiert, ist, ob Gott die Welt hätte anders machen können; das heißt, ob die Forderung nach logischer Einfachheit überhaupt eine Freiheit in der Wahl der Anfangsbedingungen, Naturkonstanten, Kräfteverhältnisse lässt.” Ihre Antwort: „Selbst die Frage nach den Ursachen für die speziellen Parameterwerte, die für uns gelten, kann nur gestellt werden, weil die Größen eben gerade so sind, wie sie sind. Wäre es anders gekommen, gäbe es niemanden, der sich darüber wundern könnte.” MARTIN URBAN
PAUL DAVIES. Der kosmische Volltreffer. Warum wir hier sind und das Universum wie für uns geschaffen ist. Übersetzt von Carl Freytag. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2008. 370 S., 24,90 Euro.
SIMON CONWAY MORRIS: Jenseits des Zufalls. Wir Menschen im einsamen Universum. Aus dem Englischen von Stefan Schneckenburger. Berlin University Press, Berlin 2008. 367 S., 44,90 Euro.
HARALD LESCH, HARALD ZAUN: Die kürzeste Geschichte allen Lebens. Eine Reportage über 13,7 Milliarden Jahre Werden und Vergehen. Piper Verlag, München 2008. 224 Seiten, 16,90 Euro.
Hätte Gott die Welt nicht auch ganz anders machen können?
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Angetan zeigt sich Rezensent Christian Thomas von dieser Geschichte der kosmologischen und biologischen Evolution, die Harald Lesch und Harald Zaun vorgelegt haben. Die Materie, die die beiden Autoren behandeln - vom Urknall über die Urgeschichte des Universums und der Entwicklung von Flora und Fauna auf der Erde bis zum Auftauchen der ersten Menschen -, stellt für den Leser seines Erachtens immer wieder eine echte Herausforderung dar, etwa wenn es um die "Planck-Zeit", den Beginn der Zeit geht. Da gibt es in seinen Augen einiges, das man nicht verstehen, nur hinnehmen müsse. Zu seiner Freude schreiben die beiden Autoren überaus verständlich, anschaulich und lebendig. Zudem scheinen sie ihm immer wieder zu Scherzen aufgelegt, ohne jedoch unernst zu sein, wo es um ernste Fragen geht.

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