Griechische Götter- und Heldensagen - Tetzner, Reiner; Wittmeyer, Uwe

Griechische Götter- und Heldensagen

Reiner Tetzner Uwe Wittmeyer 

Nach d. Quellen neu erz. v. Reiner Tetzner u. Uwe Wittmeyer
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Griechische Götter- und Heldensagen

Die großen griechischen Sagenkreise: die 'Entstehung der Götter und Menschen', 'Oidipus' und die 'Sieben gegen Theben', die 'Taten des Herakles', 'Prometheus', 'Iason und die Argonauten', die 'Geschichte Athens', die 'Taten des Theseus', der 'Troianische Krieg', die 'Irrfahrten des Odysseus' und viele der kleineren, weniger bekannten Sagen werden hier nach den antiken Quellen in der anschaulichen, zuweilen drastischen Sprache des Originals und mit einer guten Dosis Humor erzählt.


Produktinformation

  • Verlag: Reclam, Ditzingen
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 594 S.
  • Seitenzahl: 594
  • Reclam Taschenbuch Nr.20174
  • Best.Nr. des Verlages: 20174
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 123mm x 28mm
  • Gewicht: 440g
  • ISBN-13: 9783150201749
  • ISBN-10: 3150201748
  • Best.Nr.: 23876715
Wenn, wie schon im Klappentext erwähnt wird, ein Altphilologe/Altorientalist und ein freier Autor (der schon durch seine Bearbeitung der germanischen Sagen Interesse erregt hat) gemeinsam die griechischen Sagen neu erzählen, geht der Leser sicher mit gehobenen Erwartungen an ein Buch heran. Um es kurz zu machen: Diese werden wohl in den allermeisten Fällen mehr als erfüllt werden. Der Stil, in dem die altbekannten Geschichten erzählt werden, ist außerordentlich ansprechend - ein Buch, das durchaus zum Schmökern geeignet ist. Das im Vorwort geschilderte Bemühen, 'etwas vom Archaischen, dem Glanz und dem Geheimnis des Mythischen zu bewahren' und doch gleichzeitig 'eine moderne Neuerzählung' zu schaffen, ist rundum als gelungen zu bezeichnen. ... Für Schulbibliotheken ist dieses neue Buch auf jeden Fall ein Muss, und auch für die Privatbibliothek des Altphilologen sei es hiermit dringend empfohlen.IANUS - Informationen zum altsprachlichen Unterricht
Dr. Reiner Tetzner, freier Autor, und Uwe Wittmeyer, Altphilologe, Altorientalist und Gymnasiallehrer, sind Begründer des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie in Leipzig.

Leseprobe zu "Griechische Götter- und Heldensagen"

Die Irrfahrten des Odysseus

Die Götter erbarmen sich

Außer Odysseus waren die letzten Helden der Achäer von Troia heimgekehrt. Ihm war prophezeit worden, seine Rückfahrt würde zehn Jahre dauern. Und so blieb er nach zahlreichen Abenteuern lange auf der Insel Ogygia in der prächtigen Grotte bei der Nymphe Kalypso; die liebte ihn, wollte ihn zum Gatten und versprach ihm dafür Unsterblichkeit. Sie soll ihm auch drei Kinder geboren haben. Als er sich aber im siebenten Jahr nicht länger festhalten ließ, erbarmten sich die Götter. Nur Poseidon verzieh ihm nicht, denn Odysseus hatte dessen Sohn, Polyphem, den stärksten Kyklopen, geblendet. Der Erderschütterer vermochte zwar nicht, dem Odysseus ans Leben zu gehen, jedoch seine Irrfahrt zu verlängern.

Als Poseidon sich in Aithiopien aufhielt, um ein großes Opfer zu empfangen, und die Götter wieder einmal beratschlagten, erinnerte Athena an ihren besonderen Schützling: "Denke ich an Odysseus' Heimweh auf der fernen Insel, krampft sich mir das Herz zusammen. Kalypso betörte ihn. Aber ehe er stirbt, möchte er vom heimischen Herd noch Rauch aufsteigen sehen. Ehrte Odysseus dich nicht mit großen Opfern? Zeus, warum zürnst du ihm noch?"

"Wie könnte ich je den Göttergleichen vergessen?" lenkte der Blitzeschleuderer ein. "Obwohl Poseidon ihn nach wie vor verfolgt, wird er sich nicht dem Willen der anderen Götter zu widersetzen wagen."

"O Vater!" rief Athena, "laß uns jetzt seine Heimkehr bestimmen und der Nymphe Kalypso den Ratschluß der Götter mitteilen. Ich eile unterdessen nach Ithaka und stehe dem Sohn gegen die Freier seiner Mutter Penelope bei."

Athena band sich die goldenen Sandalen um und stürmte ganz einem Gastfreund des Hausherrn gleichend, mit ihrer schweren Lanze vom Olymp hinab zu Odysseus' Palast. Dort saßen vor dem Tore die übermütigen Freier wie Schmeißfliegen auf Rinderhäuten beim Brettspiel und Wein, unter ihnen Telemachos, Odysseus' Sohn. Der sah - wieder in Gedanken an den Vater - den Fremden zuerst und geleitete ihn ins Haus, wo er dessen Lanze in den Speerhalter stellte und eine Dienerin Handwaschwasser in einer goldenen Kanne, allerlei Fleisch, Brot und Wein bringen ließ. Dann drängten die Freier herein, füllten lärmend den Saal, ließen sich bedienen und verlangten Reigentanz und Gesang.

"Die verprassen bei Saitenspiel das Gut unseres Herrn", wandte sich Telemachos leise an den Gastfreund, "seine Gebeine bleichen vielleicht längst irgendwo in der Sonne. Aber wer bist du?"

"Mentes, der Sohn des Anchialos bin ich, herrsche über die Taphier", verstellte Athena sich. "Mein Schiff legte hier an, ich handle mit Erz. Der alte Laërtes, Vater deines Vaters, kennt mich. Ich weiß, dein Vater ist noch am Leben, irgendwo auf einer Insel im weiten Meer. Und ich prophezeie dir, wie die Unsterblichen mir eingaben: bald wird der Erfindungsreiche heimkehren. Du gleichst dem Odysseus an Gestalt und Blick. Oder bist du gar sein Sohn?"

"Ich habe ihn zwar noch nie gesehen, aber meine Mutter behauptet das", erwiderte Telemachos.

"Die Männer schmausen derart maßlos, treiben es schändlich", verwunderte sich die verwandelte Göttin. "Feiert ihr etwa Hochzeit?"

"Wäre mein Vater in Troia als Held gefallen, hätten die Achäer ihn mit einem Grabhügel geehrt; jetzt vermodert er irgendwo ruhmlos, ließ uns nur Leid zurück. Freier aus dem ganzen Land belagern hier meine Mutter, fressen mit unseren Vorräten auch bald mich selbst."

"Wie sehr Odysseus hier fehlt!" erwiderte Athena. "Aber führe dich nicht mehr auf wie ein Kind - bist längst gereift und erwachsen! Jetzt bereite dich vor, die Freier aus dem Hause zu jagen. Berufe morgen auf dem Markt eine Versammlung ein. Begib dich mit einem Schiff auf Erkundung nach deinem Vater, zuerst nach Pylos, dann zu Menelaos nach Sparta. Und ersinne, wie du die Freier am besten umbringst."

Nach diesen Worten wollte die Göttin angeblich zu ihrem Schiff, flog aber wie ein Vogel durch die Dachluke. Der Sohn meinte, es müsse sich um einen Gott gehandelt haben, und spürte unermeßliche Kraft.

Ein Sänger trug dann auf dem Gelage der Freier schwermütige Stücke über das Unglück der Troia-Heimkehrer vor. Penelope kam die Stiege herab, stellte sich würdevoll in die Saaltür und verbat sich unter Tränen derart traurige Lieder.

"Nicht die Sänger sind schuld am Leid", rief mit einem Male Telemachos. "Auch ist Odysseus nicht der einzige, der fernblieb. Wie viele fielen vor Troias Mauern! Kümmere dich um Spindel und Webstuhl!" rügte er seine Mutter. "Hier im Hause bestimme ich."

Die Mutter staunte, wie erwachsen ihr Sohn plötzlich redete und wie er den lärmenden Freiern entgegentrat: "Sammelt euch morgen alle auf dem Markte, da fordere ich euch auf, mein Haus zu verlassen!"

Die Freier wunderten sich über Telemachos' Mut und bissen sich zornig auf die Lippen. Obwohl er die Göttin erahnt hatte, wahrte er das Geheimnis und mißtraute jeder Nachricht über die Heimkehr seines Vaters, vor allem der Gutgläubigkeit seiner Mutter, die jeden Schwindler oder Bettler bewirtete, der von Odysseus erzählte.

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