 | Besprechung von 19.08.1999 |
Die Nazis kochten schlechten KaffeeDoch auch alles andere in der Welt war für "Herrn Warum" eher unvollständig: Das Leben des Mathematikers Kurt Gödel barg manche ÜberraschungKurz nachdem Kurt Gödel 1931 seinen berühmten Unvollständigkeitssatz bewiesen hatte, schrieb sein Wiener Kollege Karl Menger: "Zum Beweis der Widerspruchsfreiheit eines Teiles der Mathematik braucht man im allgemeinen einen umfassenderen Bereich. Dieses Resultat ist so grundlegend, daß es mich nicht wundern würde, wenn demnächst philosophisch orientierte Nichtmathematiker aufträten, welche sagten, daß sie nie etwas anderes vermutet hätten." Und tatsächlich gehört Gödel, so wie sein Freund Albert Einstein, zum geläufigen Fundus gebildeter Konversation. Denn erstens ist bekanntlich alles relativ, und zweitens darf kein Kreter sagen, dass er lügt.
Auch mit Wittgenstein (für den er freilich wenig übrig hatte) lässt sich Gödel vergleichen. Beide Denker wurden schon in jungen Jahren mit einer kurzen Arbeit weltberühmt und produzierten nachher Berge an Manuskripten, die sie immer wieder umordneten und ergänzten, ohne zu einer definitiven Form zu gelangen; …
Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension
Gero von Randow hat in einer großen Sammelbesprechung acht neue Bücher zum Thema Mathematik vorgestellt. Wichtige Kriterien für seine Bewertung sind dabei einmal die Nachvollziehbarkeit für mathematisch wenig vorgebildete Leser und zum anderen die Berücksichtigung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die direkt oder indirekt Einfluss nehmen auf mathematische Theorien.
1) K. C. Cole: "Das Universum in der Teetasse" (Aufbau)
An diesem Buch lässt von Randow kein gutes Haar. Es erscheint ihm zu eklektisch, bietet wenig Neues, und er hat den Eindruck, dass die Autorin wie auch die Übersetzerin in der Thematik selbst nicht sattelfest sind. Auch der Plauderstil missfällt ihm. Kurzes Fazit des Rezensenten: "Eine triste Veranstaltung".
2) Clifford A. Pickover: "Die Mathematik und das Göttliche" (Spektrum Akademischer Verlag)
Pickovers Idee, mathematische Fragen innerhalb einer erzählenden Rahmenhandlung zu erläutern, gefällt von Randow. Allerdings ist er der Ansicht, dass Pickover das nötige Talent zur Prosa fehlt. Darüber hinaus bemühe sich der Autor zu wenig, mathematische Erörterungen auch für Laien verständlich darzustellen. In anderen …
"... Für den logisch vorgebildeten Leser ist diese Biographie ein Leckerbissen ..." (Physik in unserer Zeit) "... Die sorgfältig recherchierte und sehr gut lesbare Darstellung beschreibt Gödels wohl behütete Kindheit in Brünn, seine frühen Triumphe und psychischen Krisen in Wien, seine Flucht um den Erdball nach Princeton, die wachsende Anerkennung seines Werks und seinen allmählichen Rückzug von der Welt, der mit dem Hungertod endete ..." (Der Standard) "... Die Biographie zeichnet sensibel Gödels Suche nach und bietet so einen verlässlichen Ausgangspunkt für weitere Debatten über Grenzen logischer und menschlicher Systeme ..." (Süddeutsche Zeitung) "... Dawsons soeben im Springer Verlag erschienenes Buch //Kurt Gödel: Leben und Werk//, das den ideengeschichtlichen und biografischen Hintergrund wie kein anderes ausleuchtet, wird nicht nur für Gödel-Forscher und Gödel-Freaks von Interesse sein. Es beschreibt eine Entdeckungsfahrt, die in ihrer unerbittlichen Konsequenz den Vorstößen von Polarforschern in Packeis und Finsternis um nichts nachsteht." FAZ "Es ist ein schönes Buch. Dem Autor John W. Dawson gelang die schwierige Kombination der Beschreibung eines …
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