Früher oder später würde er zurückkehren, das wusste ich. Ich
konnte Zeit gewinnen, gut und ohne Angst leben, ihn fast vergessen.
Aber jetzt ist der Rückfall da. The Big One. Er zwingt mich, mir
die großen Fragen zu stellen, Rechenschaft abzulegen: Was bleibt
von meinem Kampf gegen die Krankheit, vom Antikrebs-Lebensstil,
wenn ich diesmal unterliege? Alles, so meine ich. Warum, erkläre
ich in diesem Buch. Zugleich möchte ich allen Lebewohl sagen, die
meine früheren Bücher gelesen und mich auf meinem Weg begleitet
haben. So oder so, ich glaube an ein Wiedersehen: Man sagt sich
mehr als einmal Lebewohl. 19 Jahre nach seiner ersten Diagnose,
nach Jahren intensivster Forschung und zwei Büchern, die Millionen
Lesern in aller Welt Alternativen im Umgang mit ihrer
Krebserkrankung aufzeigten, muss David Servan-Schreiber sich der
Erkenntnis stellen, dass die Zeit knapp wird. Rückhaltlos offen
schildert er seine Ängste aber auch den geglückten Versuch, keinen
Tag ohne Freude, ohne Hoffnung
zu leben. Er stellt seine Erkenntnisse auf den Prüfstand und
bekennt, wo er selbst von seinen Ratschlägen abgewichen ist. Und
schreibt, mit ungebrochenem Mut, ein sehr persönliches, bewegendes
Buch über die Frage, wie wir leben und uns auf den Tod vorbereiten
wollen; weise, ehrlich, inspirierend.
Nach dem Studium der Medizin und Psychiatrie hat David Servan-Schreiber mehr als zehn Jahre lang in Amerika Grundlagenforschung in neurokognitiven Wissenschaften betrieben, bevor er sich wieder der psychiatrischen Praxis zuwandte. An der Universität von Pittsburgh, wo er bei dem Nobelpreisträger Herbert Simon promovierte, hat er das renommierte Center for Complemenrary Medicine mitbegründet. Servan-Schreiber, in den USA Mitbegründer von "Ärzte ohne Grenzen" lebt und arbeitet teils in Paris, teils in den USA.
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