Zu den kulturellen Widersprüchen, die den Kapitalismus kennzeichnen
sollen, gehört der Gegensatz von romantischem Liebesideal und der
kalten Welt der Ökonomie. Das in den USA preisgekrönte und in
Deutschland hymnisch besprochene Buch zeigt dagegen auf, inwiefern
die beiden Sphären sich längst wechselseitig beeinflussen und
miteinander verschmelzen: Galt die romantische Liebe als letztes
Refugium in einer kommerzialisierten Welt, so zeigt Eva Illouz, wie
sich etwa die Paarbeziehung unter dem Einfluß des totalen Konsums
verändert hat. Die kollektive Utopie der Liebe, einst als
Transzendierung des Marktes idealisiert, ist im Prozeß ihrer
Verwirklichung zum bevorzugten Ort des kapitalistischen Konsums
geworden.
Eva Illouz, geboren 1961 in Fès, Marokko, ist eine israelische Soziologin. Als zehnjähriges Mädchen wanderte sie von der marokkanischen Stadt Fès nach Frankreich aus, ging in Sarcelles zur Schule und studierte später in Paris und an der University of Pennsylvania in den USA. Sie erforscht gesellschaftliche Einflüsse auf die Bildung von Emotionen und somit den Zusammenhang von Kapitalismus/der Konsumgesellschaft sowie Medienkultur im Hinblick auf die Produktion/Transformation emotionaler Muster. Seit 2006 lehrt sie als ordentliche Professorin für Soziologie und Anthropologie an der Hebräischen Universität Jerusalem. 2009 wurde sie von der Zeitung "Die Zeit" in eine Reihe von 12 Intellektuellen gewählt, die wahrscheinlich das Denken der Zukunft verändern werden.
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