Theorie der Nachkriegszeiten - Sloterdijk, Peter

Peter Sloterdijk 

Theorie der Nachkriegszeiten

Bemerkungen zu den deutsch-französischen Beziehungen seit 1945

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Theorie der Nachkriegszeiten

Wenn Deutsche und Europäer für die übrige Welt einen Rat hätten, besonders für die heiß voneinander faszinierten Duellanten auf den aktuellen Konfliktbühnen: Indien und Pakistan, Israel und seine Nachbarn, die Islamisten und die Okzidentalisten und virtuell auch schon die USA und China - er könnte nur lauten: Macht es wie wir, interessiert euch nicht zu sehr füreinander!


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 72 S.
  • Seitenzahl: 72
  • Edition Suhrkamp, Sonderdruck
  • Best.Nr. des Verlages: 06992
  • Deutsch
  • Abmessung: 201mm x 120mm x 6mm
  • Gewicht: 100g
  • ISBN-13: 9783518069929
  • ISBN-10: 3518069926
  • Best.Nr.: 23606781
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.10.2008

Jubiläum 2012? Kein Thema!

Wir leben in einem sich nur langsam abschwächenden Taumel des Erinnerns, Gedenkens, Zelebrierens. Jahrestage prägen unsere Aktualität. Da muss auch der Philosoph vorausschauen. 2012 steht an. 2012? Am 8. Juli wird sich "zum fünfzigsten Mal der Tag jähren, an dem Franzosen und Deutsche, vertreten durch ihre für diesmal mit vollem Recht so bezeichneten Staatsmänner Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, in der Krönungskathedrale von Reims dem Versöhnungsgottesdienst beiwohnten, der den wenig später unterzeichneten deutsch-französischen Freundschaftsvertrag vom Januar 1963, den sogenannten Elysée-Vertrag, vorwegnahm."

Dass in mehr als vier Jahren, "wenn wir die feierliche Handlung in zeitgenössischer Besetzung nachspielen werden", das Protokoll "für neue Gesten keinen Raum zulassen" und die Reden der Politiker nichtssagend ausfallen werden, weiß der Philosoph schon jetzt. Er muss schon selber in die Startlöcher. Peter Sloterdijk nimmt Anlauf: "Was ich im Folgenden andeute, lässt sich am besten als Vorübung für einen philosophischen Kommentar zu den kommenden Gedenktagen begreifen." Der Philosoph publiziert ihn als …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wenn es um die Befriedung der Welt geht, möchte sich Jürg Altwegg lieber nicht allein auf die Philosophen verlassen. Jedenfalls findet er Peter Sloterdijks vorausdeutendes (2012!) Gedenken an die deutsch-französischen Beziehungen ein bisschen zu abgeklärt. Dass Sloterdijk zu den wenigen deutschen Intellektuellen gehört, die sich für Frankreich interessieren und Frankreich durchaus für sie - das findet Altwegg in diesem auf eine Rede zurückgehenden Essay nicht gerade bestätigt. Altweggs Interesse wird ordentlich enttäuscht. Dass es aktuell zum Thema gar nichts zu sagen gäbe, diese Aussage nimmt Altwegg noch als Koketterie des Autors. Wenn Sloterdijk allerdings eine in der unterschiedlichen Geschichte beider Staaten wurzelnde Entfremdung konstatiert, erscheint das Altwegg als Banalisierung. Die deutschen Anleihen bei der französischen Polit-Kultur, die französische Rezeption deutscher Denker etc. - für Sloterdijk, staunt der Rezensent, hat es das alles nicht gegeben.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Wie entscheidend die unmittelbare Nachkriegszeit für die Selbstdefinition einer Nation ist, hat Peter Sloterdijk in seiner "Theorie der Nachkriegszeiten" analysiert. Auf faszinierende Art und Weise hat er dargelegt, "in welchem Maße die Interpretation der Kriegsresultate durch die kriegsführenden Einheiten für deren Selbstkonzepte ausschlaggebend sind"."
Luciano Ferrari Tages-Anzeiger

»Wie entscheidend die unmittelbare Nachkriegszeit für die Selbstdefinition einer Nation ist, hat Peter Sloterdijk in seiner ›Theorie der Nachkriegszeiten‹ analysiert. Auf faszinierende Art und Weise hat er dargelegt, ›in welchem Maße die Interpretation der Kriegsresultate durch die kriegsführenden Einheiten für deren Selbstkonzepte ausschlaggebend sind‹.«
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus - Das Philosophische Quartett". 2005 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis, 2001 den Christian-Kellerer-Preis für die Zukunft philosophischer Gedanken und 1993 den Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik. 2008 wurde Peter Sloterdijk mit dem Cicero Rednerpreis und dem Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet. 2013 erhielt er den Ludwig-Börne-Preis.

Inhaltsangabe

Europa, posthistorische Heiner Mühlmanns Maximal-Stress-Cooperation-Theorem Europa nach Napoleon Italien 1918; Kriegsergebnisfälschung als große Politik Frankreich 1945; Die doppelte Fälschung Deutschland 1945; Metanoia Frankreich 2007; Die imperiale Versuchung und die Implosion der Linken Deutschland 2007; Der Idiot der europäischen Familie in der Normalisierungsphyse; die Affaire Walser Glückliche Entfremdung; Polemologischer Ausblick mit René Girard

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