Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Durchwachsen findet Stefan Weidner diese Geschichte der Naturwissenschaften von John Freely. Im Unterschied zu Freelys Istanbul-Reiseführer liest sich das vorliegendes Werk seines Erachtens "recht trocken". Auch hält er den Titel für etwas irreführend, da die arabische und islamische Wissenschaftsgeschichte keineswegs einen Schwerpunkt des Werks bilden. Wer sich also für die Wissenschaften im arabischen Mittelalter interessiert, dürfte nach Ansicht Weidners hier enttäuscht werden. Überzeugender scheint ihm die umsichtige Darstellung der Überlieferungsgeschichte des Wissens aus der Antike.
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 | Besprechung von 30.04.2012 |
Als Aladins Lampe zu leuchten begannIn Bagdad explodierten einst keine Bomben, sondern das Wissen der Welt: John Freely zeigt in einem glänzenden Buch, wie die Gelehrsamkeit der Antike über den Orient nach Europa wanderte.
Der deutsche Titel "Platon in Bagdad" ist griffig gewählt, führt aber doch ein wenig in die Irre. Denn von Platon und der griechischen Philosophie ist zwar durchaus die Rede, viel mehr jedoch von der griechischen, ja antiken Wissenschaft, von Wissenskultur überhaupt, die über den "Orient" wieder zurück nach Europa fand. "Wie das Wissen der Antike nach Europa kam" ist denn auch der Untertitel dieses Werks, das im englischen Original poetischer "Aladdin's Lamp" hieß. Da mochte man vielleicht an orientalische Märchen denken; doch von solchen handelt das Buch ganz und gar nicht.
Der Autor John Freely, ein 1926 geborener Amerikaner, ist kein Unbekannter. Wer die Türkei oder angrenzende Regionen bereist, wird irgendwann einmal auf seinen Namen stoßen und eines seiner Bücher zur Hand nehmen. Dazu gehören nicht nur Reiseführer, sondern - im besten Sinne - populärwissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Geschichte der …
 | Besprechung von 20.07.2012 |
Krumme Wege
Europa und Islam: John Freelys Wissenschaftsgeschichte
Keine Reise nach Istanbul ohne den Reiseführer von Hilary
Summer-Boyd und John Freely! Man kann die 600 Seiten des Führers
zum schieren Vergnügen zu Haus auf der Couch lesen, so groß ist das
erzählerische Talent der Autoren, so wundersam die
Sehenswürdigkeiten dieser Stadt. Aber wie unausschöpflich das
Istanbul-Buch wirklich ist, das merkt man erst an Ort und Stelle:
Man braucht Wochen, um nur das Wichtigste abzulaufen.
Umso gespannter lesen wir jetzt ein neues Werk des 1926
geborenen John Freely, der an der Bosporus-Universität in Istanbul
Physik und Wissenschaftsgeschichte gelehrt hat. Eben dies ist auch
das Thema seines aktuellen Buchs, das sich über weite Strecken
ausnimmt wie das Manuskript einer Vorlesung, die einen Bogen spannt
von den antiken Anfängen der Naturforschung im kleinasiatischen
Milet an der heutigen türkischen Westküste über die zweite Blüte
der Wissenschaften im mittelalterlichen Islam bis zu ihrer
Vollendung im neuzeitlichen Europa.
Für die genannten Epochen empfiehlt sich das Werk nicht
zuletzt als Handbuch und Nachschlagewerk. …
"Einem Autor wie Freely gelingt es hingegen, fast spielerisch mit dem enorm komplexen Thema umzugehen und den Leser zudem stilistisch so zu fesseln, dass er auch manche Verständnisschwierigkeiten bei den wissenschaftlichen Theorien mutig angeht. Wissenschaftsgeschichte wird, mit all ihren Nebenzweigen, zu einer überaus spannenden Kulturgeschichte." Wolfgang Günter Lerch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2012 "Von John Freely kann man nicht nur viel über Wissenschaft lernen. Er macht einem auch klar, wie verstrickt und hybrid die Kulturen sind, und wie viel das Abendland der islamischen Welt verdankt, dass nicht mehr Wissen verloren gegangen ist." André Behr, Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2012 "John Freely zeigt uns mit Leidenschaft, dass Kulturen nur durch den kulturellen Austausch mit anderen aufblühen. Isolation bedeutet immer schon den sicheren Tod." Najem Wali, TAZ, 24.04.2012 "Freelys Buch schildert diese wundersame Wiederentdeckung alten Wissens und ihre Wiederbelebung und Weiterentwicklung so unterhaltsam und informativ, dass auch der Laie, der sich noch nie mit diesem Phänomen auseinandergesetzt hat, mit Spannung und Neugierde Freelys literarischen Reisen durch die Welt orientalischer Wissenschaften und ihrer Wiedergeburt im Okzident folgt." Margarete von Schwarzkopf, NDR, 26.06.2012 "Dem Leben zugewandte Historiographie." Eberhard Straub, Deutschlandradio Lesart, 16.9.2012 "John Freely hat eine Wissenschaftsgeschichte geschrieben, die einen Überblick gibt, der seinesgleichen sucht. Das Werk behandelt die Frage: Welche Rolle spielte die islamische Welt bei der Übermittlung der antiken Naturwissenschaften nach Europa? ... Das Buch wurde von einem Naturwissenschaftler geschrieben, der seinen Stoff zu erklären weiß. In wenigen Sätzen erläutert Freely präzise komplizierte astronomische Lehren, ohne den Laien zu überfordern." Emanuel Seitz, Antike Welt, Dezember 2012 "Freely ... macht einem klar, wie verstrickt und hybrid Kulturen sind, und insbesondere, wie sehr wir es der islamischen Welt verdanken, dass über die Jahrtausende nicht noch mehr antikes Wissen verlorenging." André Behr, Falter, 12.12.2012 "Seite für Seite spürt man dem Buch die Leidenschaft Freelys für sein Thema ab und darf sich als Leser durchaus daran freuen, dass Freely komplexe Zusammenhänge und Erkenntnisse der Wissenschaft in verständlicher Sprache mitzuteilen versteht." Michael Lehmann-Pape, rezensions-seite.de, 21.8.2012
»Einem Autor wie Freely gelingt es hingegen, fast spielerisch mit dem enorm komplexen Thema umzugehen und den Leser zudem stilistisch so zu fesseln, dass er auch manche Verständnisschwierigkeiten bei den wissenschaftlichen Theorien mutig angeht. Wissenschaftsgeschichte wird, mit all ihren Nebenzweigen, zu einer überaus spannenden Kulturgeschichte.« Wolfgang Günter Lerch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2012 »Von John Freely kann man nicht nur viel über Wissenschaft lernen. Er macht einem auch klar, wie verstrickt und hybrid die Kulturen sind, und wie viel das Abendland der islamischen Welt verdankt, dass nicht mehr Wissen verloren gegangen ist.« André Behr, Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2012 »John Freely zeigt uns mit Leidenschaft, dass Kulturen nur durch den kulturellen Austausch mit anderen aufblühen. Isolation bedeutet immer schon den sicheren Tod.« Najem Wali, TAZ, 24.04.2012 »Freelys Buch schildert diese wundersame Wiederentdeckung alten Wissens und ihre Wiederbelebung und Weiterentwicklung so unterhaltsam und informativ, dass auch der Laie, der sich noch nie mit diesem Phänomen auseinandergesetzt hat, mit Spannung und Neugierde Freelys literarischen Reisen durch die Welt orientalischer Wissenschaften und ihrer Wiedergeburt im Okzident folgt.« Margarete von Schwarzkopf, NDR, 26.06.2012 »Dem Leben zugewandte Historiographie.« Eberhard Straub, Deutschlandradio Lesart, 16.9.2012 »John Freely hat eine Wissenschaftsgeschichte geschrieben, die einen Überblick gibt, der seinesgleichen sucht. Das Werk behandelt die Frage: Welche Rolle spielte die islamische Welt bei der Übermittlung der antiken Naturwissenschaften nach Europa? ... Das Buch wurde von einem Naturwissenschaftler geschrieben, der seinen Stoff zu erklären weiß. In wenigen Sätzen erläutert Freely präzise komplizierte astronomische Lehren, ohne den Laien zu überfordern.« Emanuel Seitz, Antike Welt, Dezember 2012 »Freely ... macht einem klar, wie verstrickt und hybrid Kulturen sind, und insbesondere, wie sehr wir es der islamischen Welt verdanken, dass über die Jahrtausende nicht noch mehr antikes Wissen verlorenging.« André Behr, Falter, 12.12.2012 »Seite für Seite spürt man dem Buch die Leidenschaft Freelys für sein Thema ab und darf sich als Leser durchaus daran freuen, dass Freely komplexe Zusammenhänge und Erkenntnisse der Wissenschaft in verständlicher Sprache mitzuteilen versteht.« Michael Lehmann-Pape, rezensions-seite.de, 21.8.2012
John Freely, geboren 1926 in Brooklyn, lebt in Istanbul, wo er an der Bosphorus University Physik und Wissenschaftsgeschichte unterrichtet hat. Er hat zahlreiche Reisebücher und historische Sachbücher über Venedig, Athen, Griechenland, die Türkei und das Osmanische Reich veröffentlicht.