Postwar - Judt, Tony
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Europe in 1945 was prostrate. Much of the continent was devastated by war, mass slaughter, bombing and chaos. Large areas of Eastern Europe were falling under Soviet control, exchanging one despotism for another. Today, the Soviet Union is no more and the democracies of the European Union reach a far as the borders of Russia itself. Postwar tells the rich and complex story of how we got from there to here. Running right up to the Iraq war and the election of Benedict XVI, Postwar makes sense of Europe's recent history and identity, of what Europe is and has been. It is nothing less than …mehr

Produktbeschreibung

Europe in 1945 was prostrate. Much of the continent was devastated by war, mass slaughter, bombing and chaos. Large areas of Eastern Europe were falling under Soviet control, exchanging one despotism for another. Today, the Soviet Union is no more and the democracies of the European Union reach as far as the borders of Russia itself.

Postwar tells the rich and complex story of how we got from there to here. Running right up to the Iraq war and the election of Benedict XVI, Postwar makes sense of Europe's recent history and identity, of what Europe is and has been. It is nothing less than a masterpiece.

Shortlisted for the Pulitzer and Samuel Johnson Prizes.

Winner of the Arthur Ross Book Award.
  • Produktdetails
  • Vintage Books
  • Verlag: Random House Uk
  • Seitenzahl: 933
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 960 S. 24pp b/w photographs, 4 maps. 198 mm
  • Englisch
  • Abmessung: 198mm x 128mm x 50mm
  • Gewicht: 713g
  • ISBN-13: 9780099542032
  • ISBN-10: 009954203X
  • Best.Nr.: 27075917

Autorenporträt

Tony Judt, geboren 1948 in London, ist Historiker. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich der europäischen Geschichte seit Ende des 19. Jahrhunderts. Er ist seit 1995 Direktor des von ihm gegründeten Remarque-Instituts an der New York University.
Judt studierte an der Universität Cambridge. Er erwarb dort 1969 den Bachelor of Arts und 1972 den PhD in Geschichtswissenschaft. 1966 arbeitete er in einem Kibbutz in Machanaim und während des Sechstagekrieges 1967 als Fahrer und Übersetzer für die israelische Armee. Seine prozionistische Haltung wurde aber immer stärker erschüttert. Judt trat 2003 durch ein Plädoyer für eine Einstaatenlösung für Palästina hervor. Für seine Werke erhielt Tony Judt verschiedene Auszeichnungen, u. a. 2007 den "Hannah Arendt-Preis" für politisches Denken.

Inhaltsangabe

Preface & Acknowledgements
Introduction

Part One: Post-War: 1945-1953

I. The Legacy of War
II. Retribution
III. The Rehabilitation of Europe
IV. The Impossible Settlement
V. The Coming of the Cold War
VI. Into the Whirlwind
VII. Culture Wars
Coda. The End of Old Europe

Part Two: Prosperity and Its Discontents: 1953-1971

VIII. The Politics of Stability
IX. Lost Illusions
X. The Age of Affluence
XI. The Social Democratic Hour
XII. The Spectre of Revolution
XIII. The End of the Affair

Part Three: Recessional: 1971-1989

XIV. Diminished Expectations
XV. Politics in a New Key
XVI. A Time of Transition
XVII. The New Realism
XVIII. The Power of the Powerless
XIX. The End of the Old Order

Part Four: After the Fall: 1989-2005

XX. A Fissile Continent
XXI. The Reckoning
XXII. The Old Europe-:and the New
XXIII. The Varieties of Europe
XXIV. Europe as a Way of Life

Epilogue
From the House of the Dead: An Essay on Modern European Memory

Index

Rezensionen

"Most impressive... Postwar , Tony Judt's magnificent history of Europe after The Second World War, covers vast tracts of ground with extraordinary skill, weaving together the stories of West and East in a single, compelling narrative" Evening Standard, 'Books of the Year'
Besprechung von 19.01.2006
Die Augen von Caligula
Tony Judts Geschichte Europas seit dem Zweiten Weltkrieg
Die USA könnten nicht Mitglied der EU werden, die Briten wollen es nicht. Aber die Zahl von gewichtigen Europa-Büchern, die in englischer Sprache verfasst werden, stellt in den Schatten, was der Kontinent selbst zu bieten hat. 1996 hat Norman Davies seine Geschichte Europas publiziert. Darauf folgten Monografien von J. M. Roberts, Mark Mazower und Harold James über Europa im 20. Jahrhundert. Das neueste Werk stammt von Tony Judt, dem aus London gebürtigen Direktor des Remarque Institute der New York University.
Judts Buch ist mehr als 800 Seiten dick, und der Leser lernt sich sehr schnell darüber freuen, dass es erst 1945 beginnt, denn sonst wären es 1500 Seiten geworden. Judt ist umfassend. Er geht auf so gut wie alle Staaten und auf so gut wie alle wesentlichen Ereignisse in allen Staaten ein. Er versucht, den politischen Ereignissen ebenso wie den sozialen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Das Buch ist als Standardwerk angelegt.
Standardwerke sind oftmals größer als ihre Leser. Mitunter haben diese während der Lektüre sogar das Empfinden, einzugehen wie ein Wollpullover in der Waschmaschine. Dies Erlebnis wird auch dem Leser von „Postwar” zuteil. Das liegt nicht bloß am Stoff, sondern auch daran, dass der Autor auf den ersten paar hundert Seiten ex Kathedra schreibt: Er erwähnt weder zeitgenössische noch heutige Widerreden gegen seine Darstellung der Dinge. Und das bedeutet dass der Leser selbst herausfinden muss, aus welcher Perspektive Judt überhaupt schreibt. Eingangs erwähnt er, dass er sich von François Furet und Eric Hobsbawm habe beeinflussen lassen. Da diese beiden jedoch ganz unterschiedliche Standpunkte haben, ist mit diesem Hinweis nicht gedient: Furet gab den Kommunismus auf und schickte mit ihm dann auch die Aufklärung in den Orkus; Hobsbawm hingegen versucht bis heute, von Marx’ Denken zu retten, was sich zu retten lohnt.
Maggie und Marilyn
„Postwar” hat zwei Angelpunkte: Der eine ist der kalte Krieg. Anhand seiner Entwicklung wird die Geschichte seit 1945 erzählt. Der zweite Angelpunkt ist die Entstehung der Europäischen Union, auf die - seit dem Ende des kalten Krieges - alles zuläuft. Diese Fixierung hat dem Autor beim Abfassen seiner Geschichte Rahmen und Richtung gegeben. Solange er sich in Zeiten aufhält, die er nicht selbst erlebt hat, ist seine Darstellung im Großen und Ganzen zuverlässig und ein wenig hölzern. Dies ändert sich gegen Ende der sechziger Jahre: Von da an macht der Autor sich erkennbar und angreifbar, und von da an wird das Buch lesenswert.
So verachtet Judt zum Beispiel die Achtundsechziger, die er - mit Raymond Aron - für selbstgefällige Theaterrevoluzzer hält. Und er hat nichts übrig für Margaret Thatcher. So wenig er über Stalin, Tito oder Adenauer zu sagen hat, so viel fällt ihm ein zur Eisernen Lady, deren Spitzname übrigens aus der Sowjetunion stammen soll. „Wie alle guten Revolutionäre” habe sie es verstanden, die Schwächen ihrer Gegner auszunutzen. Sie habe den britischen Wohlfahrtstaat zerstört, ohne dass indes die öffentlichen Ausgaben nennenswert gesunken seien.
Auch François Mitterrand kommt bei Judt nicht gut weg. Der gelangte mit dem Versprechen an die Regierung, wesentliche Zweige der Wirtschaft zu verstaatlichen. Das habe er halbherzig betrieben und dann das meiste rückgängig gemacht. Seine letzten Jahre verbrachte er damit, „teure öffentliche Gebäude” errichten zu lassen, deren Nutzen und Schönheit Judt gleichermaßen zweifelhaft findet.
Immerhin hat Mitterrand Amüsantes über Maggie Thatcher gesagt. Sie habe „die Augen von Caligula”, soll er erklärt haben, „aber den Mund von Marilyn Monroe”. Judt erwähnt nicht, was in den neunziger Jahren in der britischen Presse zu lesen war: dass nämlich Mitterrand die Fesseln von Frau Thatcher pries. Dies im Sinn, würde man gern nachlesen, bei welcher Gelegenheit der französische Staatspräsident neben den Fesseln der Eisernen Lady auch noch ihren Mund bewunderte. Das ist aber nicht möglich, weil Tony Judt sein Buch ohne Anmerkungen publiziert hat. Zwar verweist er auf die Website des Remarque Institute, wo die Titel der zitierten Bücher aufgelistet sind. Aber selbst um Marilyn Monroes willen wird kein Mensch einige Dutzend Bücher lesen. Ein Standardwerk ohne Fußnoten ist wie Marilyn Monroe ohne Mund.
An seiner Darstellung der westeuropäischen Staaten seit den sechziger Jahren lässt Tony Judts politische Haltung sich ablesen: Er ist ein der Linken zuneigender Liberaler. Sofern sein Buch eine große These hat, liegt sie darin, dass er der amerikanisch-chauvinistischen „Selbstgerechtigkeit” Paroli bieten will: „Washington hat den Kommunismus nicht zur Strecke gebracht.” Auch Gorbatschow habe dazu beigetragen. Der eigentliche Sieg sei von den Völkern errungen worden, die sich aus den Klauen der Sowjetmacht und ihrer Vasallenregierungen befreiten.
Weil Judts Darstellung sich am kalten Krieg orientiert, schreibt er vergleichsweise ausführlich über die beiden deutschen Staaten. Manches, was ihm erzählt wurde, hat er aber offenbar missverstanden. Auch die schärfsten ehemaligen ostdeutschen Regimekritiker würden zum Beispiel nicht behaupten, wie Judt es tut, die DDR sei „der bei weitem am meisten militarisierte und militaristische aller sozialistischen Staaten” gewesen.
Die Ostpolitik beurteilt Judt so wie einige ehemalige Solidarnosc-Aktivisten es tun, die der SPD nicht verzeihen können, dass sie ihre Bewegung nicht unterstützte. Man hätte Stärke zeigen müssen und nicht so viele Kompromisse mit dem Osten eingehen dürfen, findet Judt. Der SPD wirft er vor, sich bei der SED angebiedert zu haben. Dass die Union unter Helmut Kohl die gleiche Politik verfolgte, scheint ihm nicht ganz klar zu sein. Franz-Josef Strauߒ Milliardenkredit kommt bei ihm nicht vor. Er schreibt, die ostdeutsche Opposition habe „keinerlei Unterstützung von der SPD bekommen”. Einerseits ist das falsch. Andererseits fragt man sich, welche Form ostentativer Unterstützung Judt im Sinn hat. Geld? Waffen? Öffentliche Ansprachen? Hätte eine öffentliche Verlautbarung mehr geholfen als das stille Wirken, mit dem viele Gefangene aus ostdeutschen Gefängnissen herausgeholt wurden? Judt verkennt das Besondere der deutsch-deutschen Lage.
Was die Jahre nach 1989 angeht, irrt er sich auch in mancher Hinsicht. Er schreibt, Bärbel Bohley sei „die führende Figur” im Neuen Forum gewesen. Frau Bohley war in der Tat sehr bekannt, der Kopf des Neuen Forums war aber Jens Reich. Judt schreibt, „die Regierenden der DDR” hätten 1989 „zögerlich den Beschluss gefasst, die Mauer zu öffnen”. (Damit meint er nicht zuletzt Egon Krenz, den er konsequent „Krenze” nennt.) Dieser Satz trifft indes nur dann zu, wenn man voraussetzt, dass ein Beschluss ohne Wissen der Mitwirkenden gefasst werden kann. Judt schreibt weiter, die Treuhand habe die Betriebe der DDR gekauft und dann weiterveräußert. Auch dies stimmt bekanntlich nicht: Die Treuhand hat das „Volksvermögen” der DDR umsonst übernommen. Mit Verweis auf die Zinsanhebungen der Bundesbank nach 1991 schreibt Judt: „Am Ende hat Helmut Kohl die Kosten für die Vereinigung seines Landes exportiert, Deutschlands europäische Partner mussten die Last mittragen.” Man kann Helmut Kohl vieles vorwerfen, aber diese Formulierung ist denn doch übertrieben.
Wenige Passagen in Tony Judts Buch sind so unpräzise. Viel besser ist er, wenn er über Wirtschaft, Politik und Kino anderer Staaten redet. Seinen an Aron und Furet geschulten Antikommunismus macht er deutlich. Freilich übergeht er den Einfluss, den die Vereinigten Staaten, mitunter vermittels der CIA, ausgeübt haben. Im Falle Italiens und der griechischen Diktatur ist diese Einäugigkeit eklatant. Italien wurde, anders als Judt zu denken scheint, nicht erst von den Roten Brigaden destabilisiert.
„Postwar” ist von einem international bekannten Historiker geschrieben. Schon deshalb ist sein Buch, das mit großem Fleiß verfasst worden ist, von Wichtigkeit. Es zeigt vieles von Europa. Aber es ist vermutlich vor allem im Hinblick auf das amerikanische Publikum geschrieben worden. Es ist ein interessantes Europa-Buch unter anderen, ein Standardwerk ist es nicht.
FRANZISKA AUGSTEIN
TONY JUDT: Postwar. A History of Europe Since 1945. Penguin Press, New York 2005. 878 S., 25 britische Pfund.
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...brilliantly detailed account of Europe's recovery from the wreckage of World War II presents a whole continent in panorama. ( The New York Times Book Review )

Remarkable... The writing is vivid; the coverage-of little countries as well as of great ones-is virtually superhuman. (Louis Menand, The New Yorker )

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