Die blassen Herren mit den Mokkatassen - Müller, Herta

Herta Müller 

Die blassen Herren mit den Mokkatassen

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Produktbeschreibung zu Die blassen Herren mit den Mokkatassen

Ein literarisches und ein optisches Vergnügen, Gedicht und Collage zugleich: Aus Zeitungsausschnitten und Bildern setzt Herta Müller ihre Texte zusammen, so dass jedes einzelne Gedicht zu einer ebenso verspielten wie künstlerisch konsequenten Collage wird. Ein wunderbares, unvergleichliches Buch, das zeigt, zu welchen spielerischen Formen die poetische Phantasie finden kann.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. o. Pag. Mit zahlr. Farbabb.
  • Seitenzahl: 112
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20677
  • Deutsch
  • Abmessung: 260mm x 190mm x 90mm
  • Gewicht: 331g
  • ISBN-13: 9783446206779
  • ISBN-10: 3446206779
  • Best.Nr.: 14150848
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.09.2005

Ich bin ein Wort, gebrauche mich!
Schnipsel-Poesie: Herta Müllers Text-Bild-Collagen

"Nehmt eine Zeitung. Nehmt Scheren. Wählt in dieser Zeitung einen Artikel von der Länge aus, die Ihr eurem Gedicht zu geben beabsichtigt. Schneidet den Artikel aus. Schneidet dann sorgfältig jedes Wort dieses Artikels aus und gebt sie in eine Tüte. Schüttelt leicht. Nehmt dann einen Schnipsel nach dem anderen heraus ..." - so entsteht nach Tristan Tzaras Empfehlung ein originelles dadaistisches Gedicht.

Auf den ersten Blick frappiert der Eindruck, Herta Müllers Schnipsel-Poesie könnte nach diesem provozierenden, bürgererschreckenden Rezept aus dem Jahr 1920 angefertigt worden sein. Aber bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, daß sie alles andere im Sinn hat als solche Provokationen. Ihre zusammengefügten bunten Wort-Schnitzel ergeben schon rein visuell ein reizvoll-gefälliges Bild, einem Patchwork nicht unähnlich, dessen Farben und Formen man gern anschaut. Daß ihre ersten Collagen dieser Art als Postkartenserie ("Der Wächter nimmt seinen Kamm", 1993) erschienen sind, leuchtet ein; sie eignen sich zur adressierten Mitteilung der Augenlust, …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Müllers "mit der Schere zusammengesetzte Gedichte", in denen die Worte gleichsam auf Reisen geschickt werden, besitzen für Rezensentin Andrea Köhler eine "surreale Anmut". Bewundernswert findet sie nicht nur die "klangliche Qualität" der Gedichte, die den Leser zum lauten Skandieren verleitet, und das "ästhetisch Zwingende", das dem "optisch Naheliegenden" den Rang abläuft, sondern auch den Reichtum der Wortschöpfungen, der suggeriert, Müller hege die Hoffnung, der Welt allein durch "neue Komposita" ein anderes Gerüst zu verleihen. Bei Müllers "Blassen Herren mit den Mokkatassen" haben wir es mit einer Rückkehr zu den Anfängen der Wörter und zweifelsohne mit einer "bibliophilen Kostbarkeit" zu tun, so das Fazit dieser Besprechung.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.11.2005

Mundharmonika aus Wind
Gedichte als Scherenschnitte: Herta Müllers lyrische Collagen
Ein beliebtes Gesellschaftsspiel für Menschen mit Lust auf Sprache geht so: Die versammelte Runde lässt ein Blatt Papier um den Tisch kreisen. Jeder schreibt ein paar Worte und verlängert damit einen Satz, ohne zu wissen, wie der Nächste ihn weiterführt. So entstehen bizarre Geschichten: vergnüglicher Nonsens, Ausdruck kollektiver Erfindungsfreude. Ähnlich verhält es sich mit Herta Müllers collagierten Gedichten, die unter dem Titel „Die blassen Herren mit den Mokkatassen” erschienen sind.
Wort für Wort sind sie aus Zeitungen ausgeschnitten und auf Papier geklebt. Statt mit dem Stift wurden sie also mit der Schere geschrieben und mit Klebstoff zusammengeleimt, bis es sich reimt. Dieses Verfahren hat Müller schon vor fünf Jahren in dem Band „Im Haarknoten wohnt eine Dame” erprobt. Die entstehenden Blätter sehen aus wie Erpresserbriefe. Schön bunt, in verschiedenen Größen und Schrifttypen, purzeln die Worte durcheinander. Überflüssigerweise sind die Gedichte auch noch mit Bildcollagen illustriert, die aus Fotoschnipseln und Scherenschnitten bestehen.

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Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den

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  • Verlag: Hanser
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. o. Pag. Mit zahlr. Farbabb.
  • Seitenzahl: 112
  • Best.Nr. des Verlages: 505/20677
  • Deutsch
  • Abmessung: 260mm x 190mm x 90mm
  • Gewicht: 331g
  • ISBN-13: 9783446206779
  • ISBN-10: 3446206779
  • Best.Nr.: 14150848

Produktbeschreibung zu "Die blassen Herren mit den Mokkatassen"

Kurzbeschreibung

Ein literarisches und ein optisches Vergnügen, Gedicht und Collage zugleich: Aus Zeitungsausschnitten und Bildern setzt Herta Müller ihre Texte zusammen, so dass jedes einzelne Gedicht zu einer ebenso verspielten wie künstlerisch konsequenten Collage wird. Ein wunderbares, unvergleichliches Buch, das zeigt, zu welchen spielerischen Formen die poetische Phantasie finden kann.

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29.09.2005

Ich bin ein Wort, gebrauche mich!
Schnipsel-Poesie: Herta Müllers Text-Bild-Collagen

"Nehmt eine Zeitung. Nehmt Scheren. Wählt in dieser Zeitung einen Artikel von der Länge aus, die Ihr eurem Gedicht zu geben beabsichtigt. Schneidet den Artikel aus. Schneidet dann sorgfältig jedes Wort dieses Artikels aus und gebt sie in eine Tüte. Schüttelt leicht. Nehmt dann einen Schnipsel nach dem anderen heraus ..." - so entsteht nach Tristan Tzaras Empfehlung ein originelles dadaistisches Gedicht.

Auf den ersten Blick frappiert der Eindruck, Herta Müllers Schnipsel-Poesie könnte nach diesem provozierenden, bürgererschreckenden Rezept aus dem Jahr 1920 angefertigt worden sein. Aber bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, daß sie alles andere im Sinn hat als solche Provokationen. Ihre zusammengefügten bunten Wort-Schnitzel ergeben schon rein visuell ein reizvoll-gefälliges Bild, einem Patchwork nicht unähnlich, dessen Farben und Formen man gern anschaut. Daß ihre ersten Collagen dieser Art als Postkartenserie ("Der Wächter nimmt seinen Kamm", 1993) erschienen sind, leuchtet ein; sie eignen sich zur adressierten Mitteilung der Augenlust, …

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24.11.2005

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Wort für Wort sind sie aus Zeitungen ausgeschnitten und auf Papier geklebt. Statt mit dem Stift wurden sie also mit der Schere geschrieben und mit Klebstoff zusammengeleimt, bis es sich reimt. Dieses Verfahren hat Müller schon vor fünf Jahren in dem Band „Im Haarknoten wohnt eine Dame” erprobt. Die entstehenden Blätter sehen aus wie Erpresserbriefe. Schön bunt, in verschiedenen Größen und Schrifttypen, purzeln die Worte durcheinander. Überflüssigerweise sind die Gedichte auch noch mit Bildcollagen illustriert, die aus Fotoschnipseln und Scherenschnitten …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

18.10.2005

Müllers "mit der Schere zusammengesetzte Gedichte", in denen die Worte gleichsam auf Reisen geschickt werden, besitzen für Rezensentin Andrea Köhler eine "surreale Anmut". Bewundernswert findet sie nicht nur die "klangliche Qualität" der Gedichte, die den Leser zum lauten Skandieren verleitet, und das "ästhetisch Zwingende", das dem "optisch Naheliegenden" den Rang abläuft, sondern auch den Reichtum der Wortschöpfungen, der suggeriert, Müller hege die Hoffnung, der Welt allein durch "neue Komposita" ein anderes Gerüst zu verleihen. Bei Müllers "Blassen Herren mit den Mokkatassen" haben wir es mit einer Rückkehr zu den Anfängen der Wörter und zweifelsohne mit einer "bibliophilen Kostbarkeit" zu tun, so das Fazit dieser Besprechung.

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Autorenporträt zu "Herta Müller"

Herta Müller, geb. 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973-76 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch 'Niederungen' lag danach 4 Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989-2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk, den

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