Bilder vom Erzählen - Hilbig, Wolfgang

Bilder vom Erzählen

Gedichte

Wolfgang Hilbig 

Mit Radier. v. Horst Hussel
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
25 ebmiles sammeln
EUR 24,90
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Bilder vom Erzählen

Aqua alba Ach, der ganze Garten überschwemmt vom Mond - und Schwärme von Fischen am Weg wie Federn leicht wie zuckende Klingen aus Licht.

Sie kennen sich aus sie kennen den Trost der Gemeinsamkeit.

Und die weißen Hortensien blühen die ganze Nacht - noch wenn der Mond in seinen Abgrund steigt leuchten sie weiter: wie Phosphor weiß und grün und Wassergeister wenn die Fische durch den Zaun entfliehn haben endlich Heimstatt hier in diesem Blühn.


Produktinformation

  • Verlag: S. Fischer
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 59 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 59
  • Deutsch
  • Abmessung: 242mm x 172mm x 9mm
  • Gewicht: 254g
  • ISBN-13: 9783100336286
  • ISBN-10: 3100336283
  • Best.Nr.: 10741220
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.11.2001

Traumbuch der Moderne
Wolfgang Hilbig im lyrischen Gespräch / Von Harald Hartung

Nicht jeder, den die genaue und zugleich wilde Welt seiner Prosa fasziniert, weiß, daß Wolfgang Hilbig als Lyriker debütierte: nämlich 1979 mit dem Band "abwesenheit". Dieses Buch machte seinen Verfasser in der DDR zur Unperson: Es trug ihm einige Wochen Haft und ein Verfahren wegen Devisenvergehens ein. Die Gedichte des ehemaligen Bohrwerkdrehers und Heizers malten expressive Bilder der Entfremdung. Sie drückten aber auch Hilbigs Willen zur Unabhängigkeit aus. "ihr habt mir ein haus gebaut", hieß es in einem dieser Gedichte, "laßt mich ein anderes anfangen."

Doch aus diesem Haus wurde nichts. Der DDR-Bürokratie war der Dichter unbequem geworden. 1985 konnte Hilbig in die Bundesrepublik übersiedeln. Sein im Jahr darauf erschienener Band "versprengung" kulminierte in Chiffren von Auflösung und Regression, aber er führte auch an die Grenzen von Hilbigs lyrischen Möglichkeiten. Der düster pathetische Ton ließ sich nicht unendlich fortschreiben. Routine drohte, und der Lyriker griff zur Selbstbezichtigung: "das wort lyrik / das so lauwarm lullt …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.05.2008

Der Tanz auf der Mauer
Wolfgang Hilbigs gesammelte Gedichte sind ein Ereignis
Sachsen, wo es am heruntergekommensten, von den Folgen realsozialistischer Planwirtschaft am meisten gebeutelt und der Akzent der Menschen am wenigsten goutierbar ist, war Wolfgang Hilbig zufällige Heimat und notwendiger Bildspender zugleich. Er wusste allerdings, dass er selber von noch viel weiter her stammte: „mein großvater . . . nach europa trug den honigduftenden samen . . . wie das steppengras zischte und die halme sich rieben so / klangen seine polnischen flüche in seinem lachen / grollten hufe und gewitter seine stirn ein feuer / wetterleuchtete fern die rote kolchis / unwissend und tief im orkus”.
Hilbig hat die sächsische Braunkohlenlandschaft, der er trotz späteren Aufbruchs gen Westen und in die Berliner Metropole biographisch stets verbunden blieb, nie verleugnet. Was er von ihr zu bezeugen hatte, wissen ihm bis heute die wenigsten dort zu danken: „der dörfer fischgerüche zogen mich in tagebaue / der dörfer dasein war in mir verworren und gespalten / die feuerluft / der tage war der flammenschatten jener nächte / glutsinne flammennerven bauten / verflogene namen …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Harald Hartung, oberste Lyrikinstanz der FAZ, findet Wolfgang Hilbigs Rückkehr zum Gedicht nicht wirklich überzeugend. Der "genauen und zugleich wilden Welt" von Hilbigs Prosa scheint seine Lyrik in den Augen des Rezensenten nicht mehr gewachsen zu sein. Hartung erinnert daran, dass Hilbigs erstes Buch ein Lyrikband war, der ihm in der DDR sogleich ein paar Wochen Haft eingetragen hatte. Mit diesem Gedichtband sei Hilbig wohl anlässlich seines sechzigsten Geburtstags wieder zum Lyriker geworden. Nicht ohne Skepsis sieht der Rezensent den Dichter sich dem Sog der Bilder überlassen und hört aus mehr als einem Gedicht "Desillusion und Verzweiflung" sprechen. Spielend und anspielend ergehe er sich im "Traum- und Musterbuch der lyrischen Moderne", selbst wo er eine Formel für das eigene Leben suche, bemühe er einen alten Meister, krittelt der Rezensent. Im zitierten Fall handelt es sich um T.S.Eliot.

© Perlentaucher Medien GmbH"
Wolfgang Hilbig, geb. 1941 in Meuselwitz bei Leipzig, gestorben 2007 in Berlin, übersiedelte 1985 aus der DDR in die Bundesrepublik. Er erhielt zahlreiche literarische Auszeichnungen, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Berliner Literaturpreis, den Literaturpreis des Landes Brandenburg, den Lessing-Preis, den Fontane-Preis, den Stadtschreiberpreis von Frankfurt-Bergen-Enkheim, den Peter-Huchel-Preis und den Erwin-Strittmatter-Preis.

3 Marktplatz-Angebote für "Bilder vom Erzählen" ab EUR 6,90

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 6,90 1,90 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchrausch 99,5% ansehen
wie neu 22,90 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Nachnahme, Banküberweisung Buch_und_Wein 99,1% ansehen
wie neu 23,00 0,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Buchversand Zorneding 96,0% ansehen
Mehr von